Karlsruhe Kombilösung 2016: Tunnel-Anstich, Baustopps und Wasser-Probleme

Hinter der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) liegt ein schweres Jahr: 2016 hatte die Bauherrin der Karlsruher Kombilösung vor allem mit jeder Menge unfreiwilligen Baustopps zu kämpfen. Dennoch kam ein Projekt einen entscheidenden Schritt weiter.

Januar

Eigentlich startet das Jahr 2016 für die Kombilösung recht verheißungsvoll. Anfang Januar tritt das Verkehrsprojekt in die nächste heiße Phase: Zusammen mit Mineuren und Gästen aus der Kommunalpolitik beginnen offiziell die Bauarbeiten zwischen dem Marktplatz und dem Ettlinger Tor - und zwar in Form des "Sabine"-Tunnels.

Februar

Eine weitere positive Nachricht gibt es im Februar für die Oststadt: Die Durlacher Allee erhält nach dem Abschluss der Arbeiten an der Rampe und dem östlichsten Tunnelabschnitt der Kombilösung peu à peu ihr ursprüngliches Aussehen zurück - und zwar "runderneuert" und mit den Veränderungen wie der Rampe und den Umfahrungsgleisen für die Stadtbahnen und Straßenbahnen.

März

Im März gehen die Arbeiten am Mühlburger Tor nach langer Bauzeit in den Endspurt. Bis Mitte Juli werden die Stadtbahnen und Straßenbahnen oberirdisch beidseitig entlang der Rampe fahren und zudem auch genau wie früher stadteinwärts südlich und stadtauswärts nördlich den Kaiserplatz mit dem Reiterdenkmal umfahren. Bis Ende des Jahres soll das Mühlburger Tor dann in Form gebracht werden.

April

Anfang April dieses Jahres zeichnet sich für die Bauherren der Kombilösung erster Ärger ab: Der Bundesrechnungshof teilt mit, dass er die Notwendigkeit des Tunnels, trotz der aktualisierten standardisierten Bewertung des Kosten-Nutzen-Index, in Frage stellt. Damit ist mit einem Mal unklar, wie es mit den zweiten Teil der Kombilösung weitergehen soll. Aus diesem Grund verlängert die Kasig die Bindefrist für die Angebote der sich bewerbenden Unternehmen.

Mai

Im Mai kommt die mit Spannung erwartete Antwort des Bundesrechnungshofs - zum Schock der Bauherren allerdings mit einem anderen Ergebnis als gedacht. In seiner Prüfmitteilung erklärt der Bundesrechnungshof, das er den Kriegsstraßentunnel für nicht notwendig erachtet. Er verweist stattdessen auf kostengünstigere Lösungen. Mit dieser Entscheidung liegen die Bauarbeiten vorerst auf Eis.

Juni

Die Probleme mit der Kombilösung nehmen auch im Juni kein Ende. Auslöser ist ein Fax, das die Verantwortlichen der Kasig erreicht hatte: die Arbeitsgemeinschaft Stadttunnel (Arge) verkündet darin, dass sie den Vortrieb des Tunnels in der Karl-Friedrich-Straße bis auf weiteres einstellt. Der Grund: Die Arge sieht bei den Arbeiten im sandigen Untergrund einen Mehraufwand und fordert mehr Geld.

Juli

August

Dass es am Europaplatz möglicherweise Dichtigkeitsprobleme geben könnte, war schon seit Baubeginn bekannt. Im August müssen die Bagger in der unterirdirischen Haltestelle tatsächlich stillstehen. Das Problem: Der Haltestellen-Boden, die sogenannte Sohle, ist nicht belastungsfähig genug. 20 Meter lange Drahtseile, die sogenannten Anker, müssen das Problem lösen.

September

Die Kasig und das Wasser - im Semptember scheint dies keine gute Kombination zu sein. Mitte September dringt in der unterirdischen Haltestelle Kronenplatz Wasser in die Baugrube ein. Es folgt eine großflächige, oberirdische Sperrung.

Ende des Monats dann die nächste Panne: Zwischen dem Durlacher Tor und dem Gottesauer Platz wird bei Bauarbeiten eine oberirdische Wasserleitung beschädigt. Das Ergebnis ist eine große Wasserfontäne, die aus dem Baugrund schießt.

 

Oktober

Im Oktober endlich die erlösende Nachricht in Sachen Kriegsstraßentunnel: Die Karlsruher Kombilösung kann weiter gebaut werden, das verkündet Oberbürgereister Frank Mentrup. Sowohl das Landes- als auch das Bundesministerium bestätigen die Wirtschaftlichkeit des Kriegstraßentunnels."Das ist ein guter Tag für Karlsruhe", freut sich das Karlsruher Stadtoberhaupt. Ende des Monats folgt ein weiterer wichtiger Schritt: Der Kasig-Aufsichtsrat einigt sich auf einen Bieter.

November

Erneuter Ärger mit den Einzelhändlern: Im November wird von mehreren Ladenbetreibern aus der Ettlinger Straße Kritik an den Verzögerungen bei der Kombilösung laut. Der Grund: Händler und Anwohner müssen sich wohl länger gedulden als gedacht.

Zu Beginn sei man nach Aussage der Stadt davon ausgegangen, dass die Oberflächenarbeiten im Bereich zwischen Ettlinger Tor, Kongresszentrum und Augartenstraße zwischen Ende 2016 und Anfang 2017 fertiggestellt werden könnten. "Aufgrund unvorhergesehener Verzögerungen, unter anderem beim Leitungsbau, werden die Arbeiten nach aktuellem Stand nunmehr bis Herbst 2017 andauern", erklärt die Stadt.

Dezember

Ende des Jahres gibt es gute Nachrichten für Autofahrer: Wie die Kasig Anfang des Monats ankündigt, sollen die Autofahrer sowohl am Mühlburger Tor als auch beim Durlacher Tor schon zeitnah wieder mehr Raum bekommen. Ab Mitte Dezember, so der Plan der Bauherren, soll das Mühlburger Tor wieder baustellenfrei sein.

Auch im nächsten Jahr werden wieder einige Vorhaben anstehen. Unter anderem starten im April die Arbeiten im Kriegsstraßentunnel. Pünktlich zu Weihnachten gehen die Arbeiten der Kombilösung aber vorerst wieder in die Winterpause.

Mehr zum Thema
Der ka-news Jahresrückblick auf 2016: ka-news-Jahresrückblick auf das Jahr 2016 in Karlsruhe und der Region: Politik, Sport, KSC, Kultur und vieles mehr. Was ist im vergangenen Jahr passiert, welche Themen haben die Fächerstadt bewegt? Die ka-news-Redaktion lässt das Jahr Revue passieren.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.