Karlsruhe Pechvögel und Kot-Evakuierung: Darüber schmunzelten die Polizisten 2014

2014 war für die Karlsruher Polizei ein stellenweise kurioses Jahr. Vor allem tierische Übeltäter, träumende Nackedeis und sorglose Cannabis-Fans hielten die Beamten in diesem Jahr auf Trab und sorgten für ordentlich Schmunzler während der Dienstzeit. ka-news zeigt eine Sammlung der kuriosesten Polizeimeldungen des vergangenen Jahres.

Januar

Zu Beginn des Jahres 2014 litt ein Zehnjähriger in Karlsruhe offenbar unter so starkem Fernweh, dass er mit einer fremden Kreditkarte einfach mal verschiedene Flüge im Wert von 3.000 Euro rund um die ganze Welt buchte. Die Karte hatte das reiselustige Kind auf der Straße gefunden, den Namen lieferte der Papa, die fiktive Anschrift stammte aus Berlin. Was wohl passiert wäre, hätte er nicht seine eigene Email-Adresse benutzt? Als die Sache aufflog, erwartete ihn zumindest ein Besuch der Polizei.

Februar

Affenzirkus am Rhein: Ein Mitarbeiter des Netto-Marktes in Lauterbourg bekam im Februar tierischen Besuch. Der Polizei meldete er, er habe einen großen Affen auf der Wiese vor dem Geschäft gesehen. Als die Polizei ankam, fehlte von dem Primaten allerdings jede Spur. Auch ein Besuch bei einem gastierenden Zirkus brachte keine heiße Spur. Der streunende Riesenaffe blieb verschwunden.

März

Tretminen sind nervig. In Waghäusel hat eine müffelnde "Schuhanhaftung" allerdings für eine Evakuierung gesorgt. In einer Firma in der Carl-Schurz-Allee war die Feuerwehr wegen vermeintlichen Gasgeruchs angerückt. Nach der Evaukierung stellte sich heraus: Schuhanhaftungen eines Lkw-Fahrers hatten mit einem Reinigungsmittel reagiert und eine chemische Reaktion ausgelöst, die den Gasgeruch hervor rief.

April

Wecker? Notruf ist besser! Diesen Gedankengang hatte eine 53-Jährige bei Rastatt. Sie hatte den Notruf kontaktiert und angegeben sich Sorgen um ihren Ex-Lebensgefährten zu machen. Bei einer Rückfrage stellte sich dann heraus: Die Frau hatte die Polizei als Weckdienst eingespannt, um mit ihm plaudern zu können.

Doppelt Pech hatte ein Autofahrer bei Ettlingen. Als er mit seinem Fahrzeug von Ettlingen kommend in Richtung Rheinstetten-Mörsch unterwegs war, stieß er mit einem Reh zusammen. Als er sich nach der Meldung bei der Polizei wieder auf den Weg machen wollte, kreutzte dann auch ein Wildschwein seinen Weg. Das Resultat: Ein Pechvogel, zwei Wildunfälle und 2.000 Euro Sachschaden.

Mai

Hitchock hatte es bereits vorhergesagt: Im Mai meldete eine 56-jährige Spaziergängerin eine Begegnung der besonderen Art in Karlsruhe. Plötzlich hätten sie etwa ein Dutzend Krähen attackiert, behauptete die Frau. Noch während sie die Polizei verständigte, wurde ein weiteres Opfer der aggressiven Vögel. Der Hundebesitzer konnte sich mit einem Sprint vor seinen tierischen Angreifern in Sicherheit bringen.

Wenn ein Unfall passiert, ist guter Rat teuer. Als ein ukrainischer Sprinter-Fahrer bei Pforzheim eine Ankündigungsbake mitsamt Gitterrohrständer überfuhr, entschied er sich zur Flucht - und zwar zu Fuß! Zu seinem großen Pech kontrollierte eine Polizeistreife den barfüßigen Unfallverursacher, als er auf der Suche nach einem verräterischen Kennzeichen war.

Juni

Freitag der 13te: Dieses Datum ruft immer wieder Abergläubische auf den Plan. So geschehen auch in Rastatt: Hier hatte ein Autofahrer gemeldet, dass ihm ein Tier ins Auto gelaufen sei. Zur großen Verwunderung der Polizeibeamten handelte es sich dabei um eine schwarze Katze, die rechts unter das Auto lief. Besonders kurios: Der junge Mann hatte an einem 13. Geburtstag, seine Hausnummer lautete 13. Auch das Autokennzeichen trug zweimal die Zahl 13. Am Auto entstand ein Sachschaden in Höhe von 1.300 Euro.

Juli

Den richtigen Riecher bewies ein Karlsruher Kriminalbeamter bei einem privaten Apothekenbesuch. Bei seinem Einkauf bemerkte er süßlichen Cannabis-Geruch. Wie sich herausstellte, kam dieser aus einer Nachbarswohnung. Ein Kollege des Rauschgiftdezernates bestätigte dann den Verdacht: In zwei extra angefertigten Spanplattenschränken konnte eine Marihuana-Aufzuchtanlage mit entsprechendem Equipment und insgesamt 17 Cannabispflanzen aufgefunden werden.

Ein besonders kurioser Raubüberfall ereignete sich zudem in Karlsbad. Dort versuchte der Täter, eine Bankanstellte zur Herausgabe das Geldes zu bewegen. Als sie nicht reagierte, verließ er mit den Worten "dann halt nicht" die Bank und flüchtete zu Fuß.

August

"Hilfe, da liegt eine nackte Fremde in meinem Bett!" Dieser Hilferuf erreichte die Beamten in Baden-Baden. Eine ältere Dame hatte die Tür zu ihrem Haus offenstehen lassen. Herein kam statt einer kühlen Brise allerdings eine 57-jährige Frau, die sich in der Wohnung der Seniorin auszog und ins Bett legte. Die Polizei weckte den ungebetenen Übernachtungsgast und brauchte die nicht mehr nüchterne 57-Jährige in das richtige Bett.

Der August hielt aber noch weitere Überraschungen für die Karlsruher Polizei bereit. So verursachte eine kleine Biene einen Autounfall im Karlsruher Stadtteil Palmbach. Als ein 33-jähriger mit seinem Auto abbiegen wollte, flog ihm das Insekt mitten ins Gesicht. In Panik riss der Fahrer daraufhin das Lenkrad herum und driftete in den Gegenverkehr. Glücklicherweise wurde er nur leicht verlezt. Höhe des Sachschadens: 10.500 Euro.

Ein besonders gewagtes Mänöver beobachtete ein Streifenwagen bei Wörth. Hier war ein alkolisierter 52-Jähriger deutlich zu schnell unterwegs. Dabei bremste er einen Wagen aus. Dumm nur, dass es sich bei den Ausgebremsten um Streifenpolizisten handelte. Die Weiterfahrt musste der 52-Jährige dann mit dem Taxi antreten.

September

"Schlafen kann ich, wenn ich tot bin". Das dachte sich offenbar ein Brummi-Fahrer, der auf der A5 bei Karlsruhe in Richtung Süden fuhr. 13 Tage lang war er ohne Pause, dafür aber in Schlangenlinien unterwegs. Der Mann wurde gestoppt und von der Polizei zu einem "Zwangsnickerchen" verdonnert. Zusätzlich kostete ihn seine irre Fahrt 800 Euro.

Einen besonders dreisten "Dauergast" meldete das Polizeirevier Philippsburg Ende September. Nachdem der 50-Jährige seinen Rausch nach einer Auseinandersetzung mit seinem Nachbarn in einer Zelle aussschlafen musste, forderte er: "Fahrt mich gefälligst heim, ihr habt mich ja auch her gebracht!"  Als ihm dieser Wunsch verweigert wurde, klaute er kurzerhand ein Fahrrad - und landete wieder in einer Zelle.

Oktober

Zwei Wochen für Halloween sorgte eine "Ast-Leiche" für große Furore bei Rastatt. Ein Passant hatte gemeldet, er habe ein "seltsames Objekt" im Naturschutzgebiet an der Kreisstraße 3769 entdeckt. Seine Befürchtung: Hier liegt ein Toter! Auch die Polizei ging bei ihrer Ankunft von einer Leiche aus und bargen den Leichnam. Die Überraschung: Bei dem Fund handelte es sich nicht um einen Menschen, sondern um ein Zusammenspiel von Gehölz, Algen und Flussanschwemmung. Da hatte sich Mutter Natur wohl einen schlechten Scherz mit Passanten und Beamten erlaubt.

November

Das hatte sich ein 22-Jähriger aus Bühl wohl irgendwie anders gedacht. Als er nach einer Vorladung zur Vernehmung aufs Polizeirevier kam, duftete er nach Marihuana. Der Grund: Der 22-Jährige hatte vor dem Revier noch einen Joint geraucht, um vor seiner Vernehmung lockerer zu werden. Noch verdutzter waren die Beamten, als die den angerauchten Joint in seiner Tasche fanden. Was zur Entspannung gedacht war, brachte ihm ein neues Strafverfahren ein.

Dezember

Tierische Übeltäter hielten die Karlsruher Beamten im Jahre 2014 auf Trab. Tierisch ist daher auch unsere letzte Meldung: Im Dezember machte eine zehnköpfige Eselherde die Weststadt unsicher. Zum Glück hatten die Karlsruher Polizisten bereits Übung und es gelang ihnen, die abenteuerlustigen Esel wieder zurück in ihr Gehege zu treiben.

Und was ist 2014 sonst noch passiert? Was hat die Karlsruher beschäftigt und wie ging es mit den Großprojekten voran? Hier alle ka-news Jahresrückblicke im Überblick!

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jahresrueckblick-karlsruhe-2014: ka-news-Jahresrückblick auf das Jahr 2014 in Karlsruhe und der Region: Politik, Sport, KSC, Kultur und vieles mehr. Im Rückblick lässt die ka-news-Redaktion das Jahr 2014 Revue passieren.
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