Karlsruhe Fliegerbombe, "Giulia" und Tunnelstart: Das war das Kombilösungsjahr 2014!

Viel ist passiert im Jahr 2014 - auch bei der Kombilösung. Eine Fliegerbombe sorgt für eine Evakuierung in der Innnenstadt, Fächerwurm "Giulia" kommt nach Karlsruhe und im November beginnt der Bau des 2,4 Kilometer langen Stadtbahntunnels. Was sonst noch wichtig war, gibt's im ka-news-Jahresrückblick 2014.

Januar

Nach der Weihnachtspause liefen die Baustellen der Kombilösung wieder an. Der Marktplatz wurde zum kompletten Baufeld - was die Öffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Im Februar würden geplante Grabungen weitere Überreste der Konkordienkirche zutage fördern.

Februar

Auf der Ostseite der Pyramide wurden im Februar Fundamente der ehemaligen Konkordienkirche gefunden. Für den Umbau der Kriegsstraße mussten rund 100 Bäume entlang der Ludwig-Erhard-Allee zwischen Rüppurrer Straße und Ostendstraße für die späteren Rampen und die neuen Baustellen-Fahrspuren weichen.

März

Im Zuge der Baumaß­nah­men für den Südabzweig des Stadt­­­bahn­tun­­nels wurde Mitte März eine Flieger­­bombe aus dem 2. Weltkrieg an der Ecke Ettlinger Straße/Baumeis­ter­­straße gefunden. Der Bereich wurde weiträumig evakuiert - rund 6.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Entschärfung dauerte sieben Minuten und verlief ohne Probleme.

In Schwanau wurde die Tunnelvortriebsmaschine zusammengebaut.Mixschild S-869 lautet der Serienname der Mega-Maschine - die ka-news-Leser tauften ihn auf den Namen "Fächerwurm". Im November würde er noch den offiziellen weiblichen Namenszusatz "Giulia" erhalten.

April

Erstmals gab es für die Öffentlichkeit auch einen Einblick in die unterirdischen Baustellen. Der Gemeinderat entschied sich gegen einen Abluftkamin am Karlstor - man wolle zunächst die Grenzwerte im künftigen Autotunnel überwachen. Ende April gab es einen neuen Sachstandsbericht: Die Kosten stiegen von 495 auf 868 Millionen Euro

Mai

Um den Rückstand bei der Baustelle am Europaplatz aufzuholen, erfolgte laut Oberbürgermeister Frank Mentrup die "letzte große Sperrung in der City". Tschüss Bahn- und Autoverkehr - der Europaplatz wurde für zwei Wochen dichtgemacht.

Juni

Anfang Juni wurde der Fächerwurm im rund 100 Kilometer entfernten Schwanau auf dem Firmengelände des Herstellers Herrenknecht AG von den Verantwortlichen aus Karlsruhe in Empfang genommen. Die technische Abnahme verlief reibungslos: Der Fächerwurm lebt! Ende Juni traf der Bohrkopf des Tunnelbohrers in Karlsruhe ein - der Aufbau der Mega-Maschine begann.

Chaos, überfüllte Bahnen und ausgefallene Klimaanlagen: Die Straßensperrungen am Europaplatz sorgten für Unmut unter den Fahrgästen. "Eine Herausforderung, aber bislang sind wir zufrieden", hieß es damals vonseiten der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK).

In Karls Grab gebuddelt: Im Gemeinderat wurde entschieden, die Überreste nach Fertigstellung der Kombilösung an der Haltestelle zu präsentieren.

Juli

Der Aufbau des Fächerwurms ging allmählich voran - ka-news hatte sich die Montage der über 80 Meter langen Maschineangeschaut. Und wie funktioniert der Tunnelbau eigentlich genau?

Der Tunnelbohrer hat von den ka-news-Lesern bereits einen Namen erhalten - im Juli ging es um den Stadtbahntunnel selbst: Aus zehn Vorschlägen machte "Karlsröhre" das Rennen.

August

Nicht nur daran vorbeilaufen, sondern durch die Baustelle durchlaufen, geht seit August am Marktplatz: Die Fußgängerbrücke wurde eingerichtet.

September

Der Tunnelbohrer war endlich da - im November soll der Tunnelbau starten. Mit dem nahenden Tunnelstart, mehrten sich die Fragen: Wohin mit der Kombi-Erde? Kann der Tunnelbohrer stecken bleiben? Was passiert mit dem Bohrer, wenn der Tunnel fertig ist? Werden die Bohrungen zu spüren sein - lässt der Fächerwurm die Erde zittern? Und wie soll die oberirdische Flaniermeile ohne Straßenbahn aussehen?

Nicht im Zeitplan war die Haltestelle am Europaplatz: Ihre Inbetriebnahme verzögert sich bis Mitte November.

Oktober

Am 25. Oktober feiern die Verantwortlichen der Kombilösung "Anschlagfest". Für das "Glück auf" der Bergleute wurde eine Statue ihrer Schutzheiligen - die Heilige Barbara - gesegnet und von Tunnelpatin und ehemaliger Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle unter Tage verbracht.

Unter der obligatorischen Sektdusche bei der Tunneltaufe hieß es dann: "Glück auf, Giulia!" Am Tag darauf durfte "Giulia" von der Öffentlichkeit beim "Tag der offenen Baustelle" bestaunt werden: 15.000 Besucher nahmen dieses Angebot wahr.

Zum Tunnelstart warf ka-news einen Blick in die Historie der Kombilösung: Schon gewusst? bereits 1907 gab es die Vision einer "Unterpflaster-Straßenbahn".

November

Die Haltestelle am Europaplatz war wieder an ihren ursprünglichen Standort - vor vier Jahren wurde die Haltestelle 100 Meter in Richtung Marktplatz verlegt, um Platz für die das Baufeld der neuen unterirdischen Haltestelle zu machen.

Am Ettlinger Tor wurde die Unterführung geschlossen - die eingerichtete Umleitung wird die kommenden zwei Jahre bestehen.

Tunnelbau-Start Mitte November: "Giulia" wühlt sich durch den Untergrund. Sie soll im Schnitt zwischen sechs bis zehn Meter Tunnel am Tag schaffen.

Dezember

Die Planungen zum zweiten Teil der Kombilösung gingen in die finale Phase: Die Ausschreibung für den Rohbau des Autotunnels unter der Kriegsstraße wurde Anfang Dezember insgesamt sechs Bietergemeinschaften zugeleitet.

Wo Fächerwurm "Giulia" gerade gräbt und wie viel des 2,4 Kilometer langen Stadtbahntunnels bereits gebaut ist - Wer es ganz genau wissen will, kann sich erstmals in einer Grafik den Standort des Bohrers anzeigen lassen.

Ein Baustellen-Vorfall sorgte für Mega-Stau am Ettinger Tor.

Der aktuelle Sachstandsbericht zur Kombilösung wurde präsentiert: Die Entschädigungszahlungen der Kombilösung an die Händler und Anwohner in Karlsruhe sind deutlich höher als bislang angenommen: Das Budget von 6,4 Millionen Euro ist bereits erschöpft. Die aktuellen Kosten sind von 868,8 auf 897,3 Millionen Euro gestiegen.

Was ist sonst noch passiert? Hier alle ka-news Jahresrückblicke im Überblick!

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