Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten Karlsruhe (RCDS) fordert in einer Pressemitteilung die Universitäten in Deutschland auf, Verdachtsfällen auf bewusste Täuschungen und Plagiaten konsequent nachzugehen. Die Hochschulgruppe verlangt schärfere Kontrollen bei neu verfassten Doktorarbeiten.

Für Doktorarbeiten am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) fordert der RCDS die elektronische Abgabe der Schrift und der zu Grunde liegenden Daten um eine Überprüfung zu erleichtern. "Es muss gelingen, das hohe Ansehen des Doktortitels zu erhalten und zu stärken", so Bernhard Gürich, Vorsitzender des RCDS.

Kein Generalverdacht gegen Studenten

Der Beauftragte für Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis am KIT, Professor Heinz Kalt, erteilt einer massenhaften Überprüfung aller Doktorarbeiten eine Absage. "Das würde bedeuten, dass wir unsere Studenten unter Generalverdacht stellen", so Kalt gegenüber ka-news. Die Universität gehe in erster Linie davon aus, dass ein Student nicht plagiere und pfusche.

Zudem lägen die meisten Dissertation bereits in elektronischer Form vor. Das sei am KIT aber keine Pflicht. Die Promotionsordung verlange lediglich die Veröffentlichung der Arbeit. Mindestens ein Exemplar müsse daher für die Öffentlichkeit in der Bibliothek zugänglich sein. Ob elektronisch oder nicht, dass könne jeder Professor halten wie er wolle, erklärt Kalt.

Kaum Betrug am KIT

Auch müsse unterschieden werden, ob es sich um eine Doktorarbeit oder eine Hausarbeit handle, betont der Professor. So könne es zwar sein, dass in den ersten Semestern Studenten hier und da abschreiben würden. In den höheren Semestern würden die Kontrollmechanismen aber höher. Obwohl das Abschreiben durch das Internet einfacher geworden sei, weiß Kalt nur von einer handvoll Betrugsversuche am KIT in den vergangenen Jahren.

Kalt sieht die Gefahr einer Täuschung vor allem bei den Geistes- und Sozialwissenschaften. Eben überall dort, wo Literatur-Studien betrieben und viele Autoren zitiert würden. Da am KIT hauptsächlich naturwissenschaftliche Studiengänge angeboten werden und der zentrale Teil dieser Arbeiten auf eigenständige Versuche und Laborarbeiten basiere, sei es so gut wie aussichtslos mit einem Plagiat am KIT den Doktortitel zu erreichen. "Ich halte ein Plagiat bei einer Promotion am KIT fast nicht für möglich", so Kalt.

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