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Karlsruhe Neue Moschee für Karlsruhe: Ditib informiert beim 15. Kulturfest über Pläne

Durch die Karlsruher Oststadt weht seit Freitag wieder der Geruch von türkischem Essen, Musik aus dem fernen Land wird live auf der Bühne gespielt und türkischer Tee wird gereicht. Für vier Tage steht die türkische und islamische Kultur wieder im Mittelpunkt beim 15. Kulturfest der Karlsruher Ditib-Gemeinde. Doch dieses Jahr gibt es noch mehr zu erfahren: Die Gemeinde informiert an einem Sonderstand über die Pläne einer neuen Zentralmoschee in Karlsruhe. Besonders eingeladen sind dazu die Bürger der Oststadt.

Für Bürgermeister Klaus Stapf war die Begrüßungsrede beim Kulturfest der Ditib-Gemeinde wohl etwas ganz Besonderes: Auf Türkisch begrüßte er in Vertretung von Oberbürgermeister Frank Mentrup die Gäste in der Käppelestraße. Er unterstrich dabei die Wichtigkeit des Festes als Bestandteil des kulturellen Austauschs in Karlsruhe.

Karlsruhern soll Angst vor Moschee genommen werden

"Die kommenden vier Tage sollen ein Fest der Freude und Toleranz auf Augenhöhe sein", sagte Stapf. Und genau für diese Toleranz kämpft die Ditib-Gemeinde derzeit: Wie ka-news Mitte März in einem Artikel bekannt machte, plant die Glaubensgemeinschaft den Bau einer neuen Zentralmoschee in der Fächerstadt. Eine Moschee mit vier Minaretten und ein Gemeindezentrum auf insgesamt 2.000 Quadratmetern sollen den Glauben in Zukunft angemessen repräsentieren.

Auf dem viertägigen Fest stellen die Gläubigen nun ihre Pläne für die Merkez Moschee vor. Dabei sollen die Ditib-Mitglieder wie auch die Bürger der Oststadt und aus ganz Karlsruhe mitwirken am "Bau einer ersten repräsentativen Moschee in Karlsruhe." Dafür liegen an dem Stand Fragebögen aus, auf denen die Besucher ihre Wünsche und Anregungen abgeben können. "Wir wollen unser Vorhaben einer Moschee und eines Gemeindezentrums unseren Mitgliedern und den Gästen aus Karlsruhe erläutern", sagte Ömer Erdönmez, der stellvertretende Gemeindevorsitzende der Ditib, im Gespräch mit ka-news. Seit zwei Jahren plane der Vorstand schon intern das Vorhaben, seit gut einem Jahr sei auch die Stadt daran beteiligt. Nun sollen die Bürger informiert werden - und ihnen soll die Angst genommen werden.

"80 Prozent der Fläche sollen für kulturelle und soziale Bereiche dienen, 20 Prozent werden die Gebetsräume einnehmen", erläuterte Erdönmez weiter. Dabei beharre Ditib nicht auf den gewünschten vier Minaretten: "Zwei Minarette sehen an einem solchen Gebäude besser aus als eines. Aber klar ist: Ohne Minarett geht es nicht." Seit vielen Jahren sei Deutschland an Minarette und Kuppeln gewöhnt, dann solle das auch in Karlsruhe gehen, wünscht er sich. Auch der Ditib-Gemeindevorsitzende bekräftigte die Wichtigkeit der Moschee in seiner Begrüßungsrede: "Wir wollen den Bedürfnissen unserer Mitglieder, vor allem denen der Kinder und Jugendlichen, nachkommen", sagte Lütfü Azal. Die Wichtigkeit des Vorhabens und des Kulturfestes zeigte auch die Anwesenheit zahlreicher Stadträte, Vertreter der Stadt und der Polizei Karlsruhe.

Kulturfest ist "Höhepunkt des Jahres" für Karlsruher Ditib-Gemeinde

Als nächste Schritte plant Ditib nun ein Gespräch mit dem Baubürgermeister Karlsruhes, Michael Obert. Hier wollen die Mitglieder eine Planungsanfrage stellen oder eventuell nach anderen Bauorten in Innenstadtnähe und mit geeigneter Anbindung an den ÖPNV suchen. "Wir planen zudem ein öffentliches Treffen mit den Bürgern der Oststadt, um unsere Informationen an sie weiterzugeben", so Erdönmez, der auf die Unterstützung seiner Nachbarn hofft. "Wir sind bereit zu sprechen, die Stadt ist auch bereit, jetzt wollen wir versuchen, die Bürger mitzunehmen", sagte er im Gespräch mit ka-news. Die vier Tage des Kulturfestes sollen die Bürger nutzen, die Gemeinde und ihre Räumlichkeiten besser kennenzulernen. "Alle Bürger sind herzlich eingeladen zu unserem Fest", so Erdönmez.

Doch nicht nur das Bauvorhaben, das in Karlsruhe für einen großen Wirbel sorgte, soll im Mittelpunkt des 15. Kulturfestes der Ditib stehen. Auch die sonstigen Aktivitäten, Planungen und nicht zuletzt die türkische Küche sollen die Besucher zahlreich in die Käppelestraße locken. "Wir haben das Fest lange vorbereitet, es ist der Höhepunkt des Jahres für unsere Gemeinde", freute sich der stellvertretende Gemeindevorsitzende auf die vier Festtage.

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  •   cevauel
    (32 Beiträge)

    10.06.2013 13:56 Uhr
    es wird Zeit
    Man kann sich nicht über mangelnde Integration der türkischstämmigen Mitbürger (von denen die Mehrheit mittlerweile deutsche Staatsbürger sind) beschweren und sie dann zum Beten in Hinterhöfe oder Industriegebiete verbannen. Integration ist Bringschuld UND Holschuld zugleich. Ich würde mir eine repräsentativen Moscheenbau wünschen, der auch zum Ausdruck bringt, daß die Moslems im deutschen Staat als vollwertige Bürger angekommen sind - da wäre mir allerdings eine modernere Architektur (wie in Köln) deutlich lieber als eine Kopie der typischen Istanbuler Moscheen
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  •   dibecker
    (569 Beiträge)

    24.05.2013 14:19 Uhr
    danke für die Einladung,
    aber ich mag kein türkisches Essen oder dessen Geruch. Türkische Musik kann ich auch nicht lange ertragen und Minarette sind auch nicht gerade mein Ding. Aber Religionen wie der sendungsbewusste Islam lehne ich ab.
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  • unbekannt
    (1170 Beiträge)

    23.05.2013 12:54 Uhr
    Keiner nimmt davon Abstand!
    Keiner der Muslime nimmt davon Öffenlich Abstand. Keiner dieser Vertreter verurteilt das. Was soll das denn werden ?
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  • unbekannt
    (683 Beiträge)

    23.05.2013 15:17 Uhr
    Ich weiß, dass viele Moslems
    über den deutschen Staat lachen, der mit sich machen läßt, was sie wollen. Es ist gut, dass Peters einige Auszüge des Koran aufgelistet hat,
    für alle die sie noch nicht kannten.
    Der Islam ist die Terrorreligion, die die Weltherrschaft beansprucht.
    In Deutschland mit Grüner Unterstützung.
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  • unbekannt
    (1170 Beiträge)

    23.05.2013 12:52 Uhr
    Stadt sorgt für Unruhe!
    Wie kann man so ein Riesen Ding in unsere Stadt stellen ? Ich find das unverantwortlich! Vielleicht sollten die Verantworlitchen die darüber Enscheinden erstmal den Koran Lesen bevor sie soetwas unterstützen!

    1. Aufruf zu Mord, Totschlag, Körperverletzung, Krieg

    Sure 2,178
    Pa: Ihr Gläubigen! Bei Totschlag ist euch die Vergeltung vorgeschrieben: ein Freier für einen Freien, ein Sklave für einen Sklaven und ein weibliches Wesen für ein weibliches Wesen.

    Sure 2,191
    Pa: Und tötet sie (d.h. die heidnischen Gegner), wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben!

    Sure 2,193
    Pa: Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Allah verehrt wird!

    Sure 2,216
    Pa: Euch ist vorgeschrieben, (gegen die Ungläubigen) zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist.

    Sure 2,244
    Pa: Und kämpft um Allahs willen!

    Und was in diesem Buch steht soll also eine Mosche gebaut werden ?
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  •   cevauel
    (32 Beiträge)

    10.06.2013 14:06 Uhr
    kalter Kaffee
    ja im Koran steht ne Menge Unfug, aber da ist die Bibel nicht viel besser.

    Eine kleine Kostprobe:
    Lukas 19, 27: Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, daß ich ihr König werde, bringt her und macht sie vor mir nieder.
    MATTHÄUS 10,34f: Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
    EPHESER 5, 23-24: Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen.“

    Und bei dem, was in dem Buch steht, werden Kirchen gebaut?
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