32  

Karlsruhe Moscheebau in Karlsruhe: SPD-Bundestagskandidat will breiten Dialog

Mit Blick auf die Diskussion um den angestrebten Umbau der "Merkez-Moschee" der Ditib-Gemeinde in der Oststadt plädiert der Karlsruher SPD-Bundestagskandidat Parsa Marvi für einen offenen Bürgerdialog ohne Vorurteile. Der SPD-Politiker reagiert damit auch auf die ka-news-Berichterstattung zum Thema.

"Jede Religionsgemeinschaft hat das Recht auf freie Religionsausübung - das garantiert unser Grundgesetz", so Marvi in einer Pressemitteilung. Daher sei der Wunsch der Karlsruher Ditib-Gemeinde nach einem Neubau auch mit einem oder mehreren Minaretten nachvollziehbar und durchaus berechtigt.

Es sei jedoch verständlich, dass im Fall einer stadtbildverändernden Baumaßnahme, wie sie nun aufgrund der angedachten Minarett-Bauten angestrebt wird, die Bevölkerung eine Beteiligung am Entscheidungsprozess wünscht, so der SPD-Politiker. Dies, so ist sich der Sozialdemokrat sicher, sei eine Chance zum interkulturellen Dialog, mit dem Vorurteile abgebaut und das Verständnis füreinander gestärkt werden könne.

Marvi für bauliche Erneuerung der "Merkez-Moschee"

"Integration kann nur gelingen, wenn wir miteinander reden, uns mit der Sicht des jeweils anderen auseinandersetzen und am Ende gemeinsame Lösungen finden", so Marvi. Daher müsse es das Ziel sein, alle Bürger mit oder ohne Migrationshintergrund in die Diskussion einzubinden. Das gesellschaftliche Miteinander sei der einzige Weg, wie Integration gelingen könne.

Er selbst befürworte die bauliche Erneuerung der "Merkez-Moschee", erklärt der SPD-Politiker, wobei er die Frage nach dem endgültigen Erscheinungsbild des Baus zurückstellt. Am Ende sei entscheidend, dass ein Konsens unter allen Beteiligten gefunden werde, der auf die Bedürfnisse der Ditib-Gemeinde eingehe und gleichermaßen eine breite Akzeptanz bei den Karlsruhern finde. Dies würde auch der Karlsruher Tradition als weltoffene und kulturell vielseitige Metropole gerecht. "Unsere Vielfalt ist unsere Stärke und unser Potential für die Zukunft", betont Marvi und verweist auf das Beispiel Mannheim: "Warum sollen wir nicht schaffen, was dort bereits gelungen ist?"

ka-news hatte kürzlich über die  Yavuz-Sultan-Selim-Moschee in Mannheim berichtet. Im Jahr 1995 wurde dort die damals größte repräsentative Moschee in Deutschland eröffnet. Auch hier gab es zuvor Proteste. Doch aus den damaligen Ängsten und Widerständen der Bürger ist Akzeptanz geworden. Vorausgegangen war ein jahrelanger Beteiligungsprozess mit vielen Diskussionen, Infoabenden und Kompromissen - der auch Vorbild für Karlsruhe sein könnte.

Planung in Karlsruhe: Vier Minarette, 15 Meter hoch

Nach den Plänen der Karlsruher Ditib-Gemeinde soll auf dem 2.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Käppelestraße ein dreistöckiges Gebäude entstehen, das alte soll abgerissen werden. Eine Kuppel und bis zu vier Minarette, jeweils 15 Meter hoch, sind geplant. Das Bauprojekt soll etwa 4,5 Millionen Euro kosten und hauptsächlich durch Spenden der Ditib-Mitglieder ermöglicht werden.

Das Gebäude soll zudem nicht nur islamisches Gebetshaus, sondern als "Gemeinde-Kulturzentrum" vielmehr ein Ort des Dialogs und kulturellen Austauschs für alle Karlsruher Bürger sein. Eine Bauvoranfrage liegt bereits bei der Stadt Karlsruhe, bestätigte die Stadt auf ka-news-Anfrage. Der bereits im Planungsausschuss vorgestellte Entwurf sei baurechtlich so derzeit aber nicht umzusetzen. Auch bei den Karlsruher Stadträten sind die Moschee-Pläne derzeit nicht unumstritten.

Weitere ka-news-Artikel über die geplante Moschee in Karlsruhe:

Moschee-Debatte: Was Karlsruhe von Mannheim lernen kann

JU Karlsruhe: Neue Moschee soll sich ins Stadtbild einfügen

Kommentar: Geplante Moschee in der Oststadt: Was soll die Empörung?

Moscheebau in Karlsruher Oststadt: Das sagen die Stadträte

Karlsruher Ditib-Gemeinde will Moschee in Oststadt bauen

Kopftuch, Koran, Glaube, Irrtümer und Vorurteile: In unserem Dossier "Islam in Karlsruhe" haben wir zahlreiche Artikel über den Islam und Muslime in Karlsruhe für Sie zusammengefasst. Einfach hier klicken!

Liebe Kommentatoren, wir halten es für wichtig, dass über den Plan, eine Moschee in der Oststadt zu bauen und auch über den Islam im Allgemeinen offen diskutiert wird. Wir weisen daher darauf hin, dass Kommentare trotz kontroverser Debatte sachlich, nicht diskriminierend oder beleidigend sein dürfen. Wir erinnern in diesem Zusammenhang zudem gerne noch einmal an unsere Kommentarregeln.

In vergangener Zeit mussten wir zu diesem Thema schon mehrere Kommentare entfernen. Fremdenfeindliche Kommentare und Links haben auf ka-news nichts zu suchen. Bitte halten Sie sich an die Regeln. Wir würden die Kommentarfunktion zu diesem Artikel ungern schließen.

Mehr zum Thema
Islam in Karlsruhe | ka-news.de: Kopftuch, Koran, Glaube, Irrtümer und Vorurteile: Im ka-news-Dossier "Islam in Karlsruhe" haben wir zahlreiche Artikel über den Islam und Muslime in Karlsruhe sowie einen geplanten Moschee-Bau zusammengefasst.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (32)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Bernd
    (334 Beiträge)

    18.05.2013 18:17 Uhr
    Neue Moschee für Karlsruhe
    Bitte keine neue Moschee in Karlsruhe. Dies ist die Ansicht eines friedlichen Bürgers.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (168 Beiträge)

    14.04.2013 10:10 Uhr
    Na ja
    Wenn ein Parsa Marvi (oder wie dieses eingedeutsche muslimische U-Boot auch heisst) eine Moschee fordert, dann muß das wohl so sein.
    Solche Typen sind wegen ihres Migrationshintergrundes in Deutschland ja unantastbar.
    Ich will diese Eroberungsbauten in KA nicht sehen. Basta,
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Spritzlappenfrisur
    (181 Beiträge)

    13.04.2013 18:26 Uhr
    Die demokratischste Lösung
    wäre eine Volksabstimmung.

    Mein "Nein" zur Moschee gebe ich hiermit bereits ab.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1444 Beiträge)

    13.04.2013 16:43 Uhr
    "Islam, diese absurde Theologie...
    ... eines unmoralischen Beduinen, ist eine verwesende Leiche, die unser Leben vergiftet..."

    Mustafa Kemal Atatürk
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   80er
    (5738 Beiträge)

    12.04.2013 19:49 Uhr
    Man benötigt hier.....
    ....keinen Dialog. Bauantrag stellen, Bauamt prüft, wenn der Bau allen rechtlichen und planerischen Vorschriften entspricht dann genehmigen und wenn nicht dann ablehnen und neu planen oder vor das Verwaltungsgericht ziehen. So einfach ist das. Alles andere ist blödes Gelaber. Dieses blöde Gerede soll nämlich nur von der Tatsache ablenken, dass die im Rathaus sitzenden Personen ihre Verantwortung nach Recht und Gesetz wahrnehmen müssen, es sich aber nicht trauen weil sie Schiss haben dass die Kommunalwahl 2014 in die Hose gehen könnte. Ich wünsche mir Kommunalpolitiker die klar sagen: "ja, die Moschee soll her" oder "nein, ich will keine Moschee in Karlsruhe!"
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    12.04.2013 20:01 Uhr
    Die Moschee ist doch
    aber schon da. Sie wollen nur grösser....
    Also nix mit "nein, ich will keine Moschee in Karlsruhe!"
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    12.04.2013 19:07 Uhr
    Raki und Baklava
    verursacht Sodbrennen. Was würde Frau_Doktor dagegen empfehlen?
    Bier und Chips? zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (10716 Beiträge)

    12.04.2013 19:26 Uhr
    ist das alles?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (371 Beiträge)

    12.04.2013 18:58 Uhr
    Es ist
    wie immer ,Dialüg bedeutet die MOSCHEE Muss und wird kommen.Alle Blockparteien sind dafür.Jeder der dagegen ist wird zum Nazi oder böhsssen Islamhasser diffamiert Fakten interessieren nicht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   vonderVogelweide
    (2791 Beiträge)

    12.04.2013 18:43 Uhr
    nur mal so nebenbei
    "Das Oberlandesgericht München muss beim NSU-Prozess eine angemessene Zahl von Sitzplätzen an Vertreter ausländischer Medien vergeben. Das hat das Bundesverfassungsgericht jetzt entschieden.°
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.