Browserpush
149  

Karlsruhe Moscheebau in Karlsruhe: "Mehrere Standorte im Gespräch"

Der geplante Moscheebau in Karlsruhe war zuletzt in 2013 öffentliches Thema in Gemeinderat, Podiumsdiskussionen und einer Moschee-Ausstellung. Die Stadt Karlsruhe als auch die muslimische Gemeinde bemühten sich um einen Dialog untereinander als auch mit den Bürgern. Wie sind die aktuellen Planungen und was ist seither passiert?

Im März 2013 wurde bekannt, dass die Türkisch Islamische Gemeinde zu Karlsruhe (Ditib), die Merkez Moschee in der Oststadt umbauen möchte. Grund sei die wachsende Gemeinde - die provisorischen Räumlichkeiten in der Käppelestraße seien nicht mehr ausreichend. Es folgte eine Bauanfrage bei der Stadt Karlsruhe, Podiumsdiskussionen, eine Moschee-Ausstellung sowie ein Kulturfest in der Ditib-Gemeinde in Karlsruhe.

Stadt und Ditib-Gemeinde Karlsruhe im Gespräch

Nach der Podiumsdiskussion im September 2013, zu der rund 100 Zuhörer erschienen sind, stellte sich nicht mehr die Frage ob, sondern wo und wie die Moschee in Karlsruhe gebaut werden soll. Uneinig war man sich bei den Fragen, wie genau die Moschee aussehen und welchen Standort sie haben soll. Die Ditib-Gemeinde äußerte den Wunsch auf Ihrem Grundstück in der Oststadt zu bauen, die Stadt machte indes deutlich, dass in Gewerbegebieten eigentlich keine religiösen Gebäude vorgesehen seien, "das sind Sondergenehmigungen", so Baubürgermeister Michael Obert vor zwei Jahren bei der Podiumsdiskussion. Und was hat sich seither getan?

Auf Nachfrage von ka-news, gab die Stadt Karlsruhe an, dass man mit der Türkisch Islamischen Gemeinde im Kontakt sei: "Auch jüngst hat es Gespräche gegeben", so eine Pressesprecherin der Stadt. Auch die Ditib bestätigt dies. Darüber hinaus äußern beide Seiten, dass mehrere Standorte in Karlsruhe für den geplanten Moscheebau im Gespräch seien. Wann die Entscheidung fallen wird, ist aktuell noch unklar. Entscheiden müsse letztlich die Türkisch Islamische Gemeinde, so die Stadt.

Öffentlichkeit soll beteiligt werden

Auch die Öffentlichkeit soll beteiligt werden: Die Stadt sieht nach ihrem Baugesetzbuch ein Bebauungsplanverfahren für das geplante Objekt vor. Dieses schafft per Definition dort Baurecht, wo auf Grund von zu erwartenden Interessenskonflikten, Spannungen möglich sind. Das Verfahren sieht weiter eine Beteiligung der Öffentlichkeit vor, die über die Planungsabsichten informiert und zur Stellungnahme aufgefordert werden soll.

Dass eine solche Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen ist, äußert auch eine Pressesprecherin der Stadt: "Es ist eine gute Tradition in Karlsruhe, die Bürger beispielsweise durch Bürgervereine an Entscheidungen teilhaben zu lassen. Das wird auch rechtzeitig für den geplanten Moschee-Bau erfolgen." Das dürfte geschehen, sobald die Stadt Karlsruhe und die Ditib-Gemeinde sich bezüglich des endgültigen Standorts für die Moschee, einig geworden sind.

Könnten Ängste einiger Bürger das Bauvorhaben gefährden?

Bei der Podiumsdiskussion in September 2013 waren auch die Ängste einiger Bürger vor einer Islamisierung, Bestandteil der öffentlichen Debatte: "Muslime expandieren nicht, sie werden sichtbar", sagte damals Derya Sahan, von der Ditib-Gemeinde Karlsruhe. Der Wunsch der Muslime nach einer repräsentativen Moschee sei Teil des Prozesses des "Heimischwerdens". Den regen Austausch mit den Karlsruher Bürgern, der auch von Kritik begleitet war, fasste Sahan, im September 2013 wie folgt zusammen: "Wir sprechen miteinander".

Ein Aspekt der über zwei Jahre später an Brisanz gewonnen hat: Der Zuzug von Flüchtlingen im vergangenen Jahr verschärfte die Debatte zusätzlich. Könnte die aktuell angespannte Situation im Land, das Bauvorhaben gefährden? "Ich denke nicht", meint Azal von der Ditib-Gemeinde zu Karlsruhe gegenüber ka-news. Die Beteiligung der Öffentlichkeit stehe aber noch aus und müsse abgewartet werden.

Auf die Frage nach dem Architekten, der das Projekt ausführen soll, hält sich die Ditib bedeckt: "Ja, es gibt einen Architekten, der für den Moscheebau vorgesehen ist", weiß Yusuf Azal von der Gemeinde Ditib, "Sobald der Standort feststeht und wir von der Stadt eine 100-prozentige Bestätigung bekommen, werden wir den Architekten für das Projekt bekannt geben."

Mehr zum Thema
Islam in Karlsruhe | ka-news.de: Kopftuch, Koran, Glaube, Irrtümer und Vorurteile: Im ka-news-Dossier "Islam in Karlsruhe" haben wir zahlreiche Artikel über den Islam und Muslime in Karlsruhe sowie einen geplanten Moschee-Bau zusammengefasst.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (149)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   andip
    (11226 Beiträge)

    13.01.2016 12:07 Uhr
    Aha
    Weil in irgendeinem fernen Land was nicht richtig gemacht wird sollen wir es hier also auch falsch machen?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (486 Beiträge)

    14.01.2016 15:38 Uhr
    Weil in irgendeinem fernen Land was nicht richtig gemacht wird...
    Überleg mal... ein nicht kleiner Teil unserer Flüchtlinge sind verfolgte Christen. Christen werden in islamischen Ländern seit je her verfolgt und nicht erst seit dem IS. Warum das so ist kannst Du im Koran nachlesen. Nun ist es aber so, alter Spruch: keine Toleranz gegenüber Intoleranten. Das mag jetzt einen sehr grossen Teil friedlicher Muslime treffen aber so ist es nun mal. Schau mal, ganz einfaches, verständliches Beispiel: Tankstellen dürfen nach 22:00(?) Uhr keinen Alkohol verkaufen. Und warum? Wegen Alkoholmissbrauch von einem winzigen Teil Jugendlicher. Jetzt aber, wieviele Erwachsene müssen unter dem Verbot "leiden"? (Vornweg, ich nicht, mich ausgeschlossen.) Oder warum müssen sich Millionen von Flugpassagieren durch Kontrollen diskriminieren lassen, wo doch nur ein verschwindend geringer, vergesslicher, Prozentsatz mit bösen Absichten in ein Flugzeug steigt?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   b1rdhou5e
    (104 Beiträge)

    13.01.2016 08:58 Uhr
    .
    in der tat ein sehr unpassender Moment einen solchen Artikel zu schreiben. Die Argumentation, dass seit 1923 keine christliche Kirche gebaut wurde mag stimmen, dennoch haben die Muslime hier das Recht auf ihre Religionsfreiheit. Dazu gehören auch die Moscheen. Jetzt alle über einen Kamm zu scheren ist abesolut unfair und unpassend.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Ghibli
    (456 Beiträge)

    13.01.2016 19:39 Uhr
    Darüber,
    dass zur Religionsfreiheit Moscheen gehören die weithin als solche erkennbar sind lässt sich trefflich streiten.

    Ich sage nein. Gemeinsam beten kann man überall. Dazu brauchts keine Gebäude die hier nicht herpassen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (292 Beiträge)

    13.01.2016 10:34 Uhr
    In der Tat ein sehr unpassender Moment
    zumal die Ditib (Bauherr) unter Aufsicht der staatlichen Religionsbehörde (Diyanet) in der Türkei steht und diese wiederum dem Ministerpräsidentenamt angeschlossen ist.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ckckck
    (426 Beiträge)

    13.01.2016 09:51 Uhr
    Erdogan will die Islamiesierung im eigenen Land
    Christen werden massiv benachteiligt und Kurden verfolgt und ermordet.
    Warum bitteschön sollte man eine Moschee zulassen.

    Ich denke, die in den westliche Ländern lebenenden Muslime sollten sich besser mal AKTIV (und nicht erst auf Anfrage) viel klarer und regelmäßiger z.B. mit Demonstrationen gegen die unglaubliche barbarische Gewalt im Namen des Islam abgrenzen. Schließlich konnte man auch weltweit demonstrieren, nachdem eine Karikatur angefertigt wurde (und auch hier wurden unschuldige Christen ermordet)

    Vielleicht muss man auch mal darüber nachdenken, in wieweit Religionsfreiheit gehen darf. Schließlich wird die Sekte Scientology auch notgedrungen geduldet, obwohl alles offensichtlich ist.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Kapuzinerkresse
    (238 Beiträge)

    13.01.2016 09:22 Uhr
    Seine Religion
    kann man überall "ausüben" - selbst im kleinsten Kämmerlein....
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1273 Beiträge)

    13.01.2016 09:09 Uhr
    Bin ich
    vollkommen Deiner Meinung. Aber zu 1000%
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bobber
    (2119 Beiträge)

    13.01.2016 08:06 Uhr
    Warum das ?
    Architekt erst nach 100-prozentiger Zusage nennen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (11226 Beiträge)

    13.01.2016 12:05 Uhr
    Warum sollten sie?
    Kein Bauherr ist verpflichtet der Allgemeinheit den Architekten seines Gebäudes zu nennen.
    Macht ja auch keiner,wenn sich jemand sein Eigenheim errichten lässt.
    Ausserdem besteht die Gefahr,dass sich der Mob auch auf den Architekten stürzen wird wenn der bekannt wird.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 .... 13 14 15 16 (16 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen