164  

Karlsruhe Moscheebau in Karlsruhe: Bisher noch keine Verkaufsverhandlungen

Mitte August brachte Ingo Wellenreuter (CDU) den Stein ins Rollen: In einer Meldung an die Presse teilt er mit, dass die Gemeinde des Türkisch Islamischen Kulturvereins (Ditib) einen Moscheebau in Mühlburg plane. Seither wurde der Stadtverwaltung immer wieder vorgeworfen, dass sie nicht alle Informationen an die Stadträte weitergegeben habe. In der ersten Sitzung nach der Sommerpause ist das Thema daher auf der Tagesordnung im Gemeinderat.

Schon seit einigen Jahren ist die Ditib-Gemeinde auf der Suche nach einem Baugrund für eine neue Moschee in Karlsruhe. Nun könnte sie mit einem Grundstück am Mühlburger Bahnhof fündig geworden sein. Doch nach Angaben von Ingo Wellenreuther (CDU), seien die Pläne weiter fortgeschritten, als die Stadt bisher bekannt gemacht habe. Was folgte, waren eine Reihe von öffentlichen Äußerungen und gegenseitigen Beschuldigungen.

Nachdem der Gemeinderat nun aus der Sommerpause zurück gekehrt ist, stehen gleich zwei Anfragen zu diesem Thema auf der Tagesordnung. Mehr Informationen von der Stadt über das Vorhaben wollen nun der parteilose Stadtrat Stefan Schmitt und Jürgen Wenzel (Freie Wähler) erhalten. Auch die beiden AfD-Stadträte Marc Bernhard und Paul Schmidt stellen rund 50 Fragen an die Stadtverwaltung.

Offene Gespräche schon seit 2013

In beiden Fällen steht der Vorwurf im Mittelpunkt, dass bisher kaum Informationen auf dem offiziellen Weg zu den Stadträten gelangt sei. Man habe erst durch Medienberichte von den Plänen erfahren. Gegen diese Anschuldigung wehrt sich die Stadtverwaltung: "In einem offenen und in gegenseitigem Respekt geführten Gespräch am 10. April 2013 wurden alle damaligen Fraktionen und Einzelstadträte informiert und tauschten sich mit der Stadtverwaltung sowie Vertretern der Ditib-Gemeinde aus", so die Stellungnahme.

Seit Mai 2013 sei auch das Grundstück am Mühlburger Bahnhof im Gespräch. Die Suche nach einem Grundstück selbst laufe bereits seit 2008, so die Stadt weiter. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. "Es hat noch keine Verkaufsverhandlungen gegeben", kommentiert die Stadt. Aufgrund des frühen Stadiums der Planung seien auch noch keine Ausschüsse mit dem Thema betraut worden. Grundsätzlich sei das Grundstück, welches die Ditib-Gemeinde im Auge hat, verfügbar.

Wird die Fläche von angrenzenden Betrieben benötigt?

Doch es gebe auch andere Interessenten für die Fläche, wie die AfD-Stadträte angeben. So würde ein angrenzender Gewerbebetrieb das städtische Grundstück als Erweiterungsfläche benötigen. Dazu könne die Stadt allerdings in der Öffentlichkeit keine Stellung beziehen.

Die aktuellen Entwicklungen in der Türkei hingegen hätten keine Auswirkungen auf die Neubaupläne. "Die Bewertung dieser Umstände würde letztendlich Teil der gemeinderätlichen Beratungen und auch des öffentlichen Diskurses sein, falls dies gewünscht wird", so die Stadt.

Keine Muezzin-Rufe geplant

Wie die Moschee am Ende aussehen könnte, steht ebenfalls noch nicht fest: "Die architektonische Ausgestaltung ist nicht festgelegt und wäre zwingend in einem konkurrierenden Verfahren (Wettbewerb oder Mehrfachbeauftragung) zu klären", geben die Stadtverantwortlichen an. Muezzin-Rufe seien definitiv nicht geplant.

Der Gebetssaal soll später Platz für 500 bis 600 Personen bieten. Im Vergleich zur Zahl der Gläubigen in der Region eine eher überschaubare Summe: Hochgerechnet rund 6.800 Menschen hätten im Rahmen des Zensus 2011 die Religionszugehörigkeit "Islam" angegeben.

Bevor in der Angelegenheit allerdings eine Entscheidung fällt, sei auch eine "intensive Bürgerbeteiligung" geplant. Dazu gehöre eine Bürgerbeiteilung bei der Anpassung der Bebauungspläne. Hierzu sei auch eine Bürgerversammlung vorgesehen - vorausgesetzt, die Pläne nehmen Gestalt an.

Mehr zum Thema:

Streit um neue Moschee: Mentrup wirft Karlsruher CDU Populismus vor

Streit um Ditib-Moschee: Das sagen die Parteien im Gemeinderat zum Neubau

Jusos Karlsruhe zur Moschee-Diskussion: Wellenreuther ist ein Lügner

Moscheebau in Karlsruhe: "Stadt muss Bürgern reinen Wein einschenken"

Ditib zum Moscheebau: "Von Geheimverhandlung kann keine Rede sein"'

Streit um Moscheebau: Kult und SPD kritisieren Wellenreuther scharf

Mehr zum Thema
Islam in Karlsruhe | ka-news.de: Kopftuch, Koran, Glaube, Irrtümer und Vorurteile: Im ka-news-Dossier "Islam in Karlsruhe" haben wir zahlreiche Artikel über den Islam und Muslime in Karlsruhe sowie einen geplanten Moschee-Bau zusammengefasst.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (164)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   AlfredENeumann
    (388 Beiträge)

    18.09.2016 23:16 Uhr
    Er
    Ist wieder in Aktion
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   AlfredENeumann
    (388 Beiträge)

    18.09.2016 21:16 Uhr
    Er
    Ist wieder in Aktion
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   game.over
    (224 Beiträge)

    18.09.2016 19:48 Uhr
    Der linke Rand zeichnet sich NICHT
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Pflichtfeld
    (438 Beiträge)

    18.09.2016 09:06 Uhr
    Probieren Sie es mit diesem Text!
    Solange der Islam die Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung der Frau und die Freiheit des Individuums nicht als Werte integriert, steht er im Widerspruch zu unserer Werteordnung.

    Die Politik soll doch erklären, wie die Freiheit des Individuums und der Islam als "Teil von Deutschland" vereinbar sein sollen!

    Die Politik muss den Moslems aufzeigen, welche Reformen alternativlos sind, um Demokratiekompatibel zu werden!

    Kommentar: ergibt sich irgendwie keinen Sinn! Jetzt streichen Sie ihren billigen Populismus und gehen zur sachlichen Diskussion über, mein Freund!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Joerg_Rupp
    (2715 Beiträge)

    18.09.2016 19:56 Uhr
    aber
    es doch ganz einfach. Auf diesem Staatsgebiet gilt das Grundgesetz. auch für Muslime.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   AlfredENeumann
    (388 Beiträge)

    18.09.2016 21:07 Uhr
    Aber
    Nicht unwidersprochen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pflichtfeld
    (438 Beiträge)

    18.09.2016 20:16 Uhr
    Manche Rechte...
    Werden nur deutschen (Muslimen) eingeräumt. Lesen Sie das GG!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   xpeace
    (8 Beiträge)

    17.09.2016 13:40 Uhr
    Zensur und Desinformation
    Hier ist ein Interview von einem der rennomiertesten Islamwissenschaftler Deutschlands. Er war der erste Nichtmoslem, der in Riad studieren durfte. Leider wird die Diskussion in Deutschland von Islamisten in einer angeblichen Opferrolle geführt, während in Saudi Arabien zur Ausrottung alles Lebens, das nicht sunnitisch ist, gerufen wird. http://www.saarbruecker-zeitung.de/aktuell/aufmacher/Islam-Interview-Integration-Religion;art27856,3446432
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Baden01
    (619 Beiträge)

    17.09.2016 10:08 Uhr
    Er wird rufen,
    früher oder später. Laut!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   game.over
    (224 Beiträge)

    17.09.2016 12:58 Uhr
    Soll wohl ein Witz sein?
    Dieser Weltuntergang ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da er akustische Elemente enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt werden.

    (Gema-)Musikrechte auf Muezzingejaule? You made my day grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 .... 19 20 (20 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.