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Karlsruhe Moscheebau in Karlsruhe: Bisher noch keine Verkaufsverhandlungen

Mitte August brachte Ingo Wellenreuter (CDU) den Stein ins Rollen: In einer Meldung an die Presse teilt er mit, dass die Gemeinde des Türkisch Islamischen Kulturvereins (Ditib) einen Moscheebau in Mühlburg plane. Seither wurde der Stadtverwaltung immer wieder vorgeworfen, dass sie nicht alle Informationen an die Stadträte weitergegeben habe. In der ersten Sitzung nach der Sommerpause ist das Thema daher auf der Tagesordnung im Gemeinderat.

Schon seit einigen Jahren ist die Ditib-Gemeinde auf der Suche nach einem Baugrund für eine neue Moschee in Karlsruhe. Nun könnte sie mit einem Grundstück am Mühlburger Bahnhof fündig geworden sein. Doch nach Angaben von Ingo Wellenreuther (CDU), seien die Pläne weiter fortgeschritten, als die Stadt bisher bekannt gemacht habe. Was folgte, waren eine Reihe von öffentlichen Äußerungen und gegenseitigen Beschuldigungen.

Nachdem der Gemeinderat nun aus der Sommerpause zurück gekehrt ist, stehen gleich zwei Anfragen zu diesem Thema auf der Tagesordnung. Mehr Informationen von der Stadt über das Vorhaben wollen nun der parteilose Stadtrat Stefan Schmitt und Jürgen Wenzel (Freie Wähler) erhalten. Auch die beiden AfD-Stadträte Marc Bernhard und Paul Schmidt stellen rund 50 Fragen an die Stadtverwaltung.

Offene Gespräche schon seit 2013

In beiden Fällen steht der Vorwurf im Mittelpunkt, dass bisher kaum Informationen auf dem offiziellen Weg zu den Stadträten gelangt sei. Man habe erst durch Medienberichte von den Plänen erfahren. Gegen diese Anschuldigung wehrt sich die Stadtverwaltung: "In einem offenen und in gegenseitigem Respekt geführten Gespräch am 10. April 2013 wurden alle damaligen Fraktionen und Einzelstadträte informiert und tauschten sich mit der Stadtverwaltung sowie Vertretern der Ditib-Gemeinde aus", so die Stellungnahme.

Seit Mai 2013 sei auch das Grundstück am Mühlburger Bahnhof im Gespräch. Die Suche nach einem Grundstück selbst laufe bereits seit 2008, so die Stadt weiter. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. "Es hat noch keine Verkaufsverhandlungen gegeben", kommentiert die Stadt. Aufgrund des frühen Stadiums der Planung seien auch noch keine Ausschüsse mit dem Thema betraut worden. Grundsätzlich sei das Grundstück, welches die Ditib-Gemeinde im Auge hat, verfügbar.

Wird die Fläche von angrenzenden Betrieben benötigt?

Doch es gebe auch andere Interessenten für die Fläche, wie die AfD-Stadträte angeben. So würde ein angrenzender Gewerbebetrieb das städtische Grundstück als Erweiterungsfläche benötigen. Dazu könne die Stadt allerdings in der Öffentlichkeit keine Stellung beziehen.

Die aktuellen Entwicklungen in der Türkei hingegen hätten keine Auswirkungen auf die Neubaupläne. "Die Bewertung dieser Umstände würde letztendlich Teil der gemeinderätlichen Beratungen und auch des öffentlichen Diskurses sein, falls dies gewünscht wird", so die Stadt.

Keine Muezzin-Rufe geplant

Wie die Moschee am Ende aussehen könnte, steht ebenfalls noch nicht fest: "Die architektonische Ausgestaltung ist nicht festgelegt und wäre zwingend in einem konkurrierenden Verfahren (Wettbewerb oder Mehrfachbeauftragung) zu klären", geben die Stadtverantwortlichen an. Muezzin-Rufe seien definitiv nicht geplant.

Der Gebetssaal soll später Platz für 500 bis 600 Personen bieten. Im Vergleich zur Zahl der Gläubigen in der Region eine eher überschaubare Summe: Hochgerechnet rund 6.800 Menschen hätten im Rahmen des Zensus 2011 die Religionszugehörigkeit "Islam" angegeben.

Bevor in der Angelegenheit allerdings eine Entscheidung fällt, sei auch eine "intensive Bürgerbeteiligung" geplant. Dazu gehöre eine Bürgerbeiteilung bei der Anpassung der Bebauungspläne. Hierzu sei auch eine Bürgerversammlung vorgesehen - vorausgesetzt, die Pläne nehmen Gestalt an.

Mehr zum Thema:

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Islam in Karlsruhe | ka-news.de: Kopftuch, Koran, Glaube, Irrtümer und Vorurteile: Im ka-news-Dossier "Islam in Karlsruhe" haben wir zahlreiche Artikel über den Islam und Muslime in Karlsruhe sowie einen geplanten Moschee-Bau zusammengefasst.
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Kommentare (164)
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  •   udoh
    (1730 Beiträge)

    18.09.2016 14:17 Uhr
    Ich sehe das so: Wer immer eine so politisch motivierte Großmoschee
    in Karlsruhe ohne Bürgerentscheid genehmigt ist poliitsch tot.

    Entweder keine Genehmigung (das wünschen sich (ich sag jetzt einfach mal) 80+ % der Bürger oder nur nach Bürgerentscheid. Der wäre ehrlich und ein klares Zeichen ob der poliitsche Anteil des Islam (außerhalb gewisser Clans) willkommen ist.
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  •   Pflichtfeld
    (438 Beiträge)

    18.09.2016 14:24 Uhr
    Ist es verfassungsfeindlich mit der DITIB zusammenzuarbeiten?
    Was sind konkrete Ziele der DITIB?
    - Expansiver Bau von Moscheen und Koranschulen
    - Ruf des Muezzin
    - Gewährung von Sonderrechten für Muslime
    - Islamische Rechtssprechung im Zivil- und Strafrecht - Die Einrichtung islamischer Feiertage
    - Kritikverbot am Islam
    Was ist das langfristige Ziel der DITIB in Deutschland?
    Langfristiges Ziel ist die Durchsetzung des globalen islami- schen Herrschaftsanspruches in Deutschland.
    Das bedeutet die Abschaffung der freiheitlichen demo- kratischen Grundordnung und die Schaffung eines isla- mischen Deutschlands, in dem Staat und Islam eine un- zertrennliche Einheit bilden und in dem alle Menschen der Scharia unterworfen sind.
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  •   Pflichtfeld
    (438 Beiträge)

    18.09.2016 17:51 Uhr
    Zumindest bleibt es bis morgen hier stehen!
    Eine Verwarnung ist mir diese Warnung wert grinsen
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  •   Pflichtfeld
    (438 Beiträge)

    18.09.2016 09:58 Uhr
    Wie weit darf Religionsfreiheit gehen?
    Sehr guter Artikel zur Religionsfreiheit:

    http://paxeuropa.de/hintergruende/hintergrund-artikel/religionsfreiheit-in-deutschland/
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  •   game.over
    (224 Beiträge)

    18.09.2016 10:15 Uhr
    Dududu... das ist aber pöse!
    Hier werden nur Islam-Lobhudeleien gebilligt. grinsen

    Hab auch was zum Lesen :
    Nein zu Sprechverboten
    Islamkritik ist kein Rassismus

    http://www.focus.de/politik/deutschland/kisslers-konter/nein-zu-sprechverboten-islamkritik-ist-kein-rassismus_id_5613469.html

    Wer Rassismus ruft, will Debatten beenden
    Ist es erst einmal gelungen, Kritik am Islam zur Hetze umzuetikettieren und diese Hetze als Rassismus zu markieren, hat der Islam ein Sonderrecht errungen. Er ist dann der, über den nichts Schlechtes gesagt werden darf. Sprach schon jemand vom „religiösen“ oder „antireligiösen Rassismus“? Damit wäre das begriffliche Schelmenstück vollendet.

    Staat und offene Gesellschaft aber dürfen sich ebenso wenig zu Erfüllungsgehilfen einer weithin unverstandenen, in mancher Hinsicht abgründigen Weltanschauung verzwergen. Machen wir die Probe aufs Exempel: „Der Fluch des Islam“ – wäre ein solcher Artikel anno 2016 in der Mitte unserer Gesellschaft denkbar?
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  •   Mondgesicht
    (1960 Beiträge)

    18.09.2016 12:01 Uhr
    Spannende Frage
    "Wäre ein solcher Artikel in der Mitte unserer Gesellschaft denkbar"?
    Nun, jedenfalls nicht bei denen, die sich kraft eigener Herlichkeit als "Mitte" definieren und in Wahrheit ganz links außen stehen.

    Sprechverbote sind die neue Art der Diskussionskultur in Deutschland. So bald ein Argument nicht ins politische Bild der "heilen Welt" passt, wird dieses Argument sofort als rassistisch oder politisch unkorrekt bezeichnet und von den selbsternannten Sprachwächtern zensiert.
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  •   game.over
    (224 Beiträge)

    18.09.2016 12:46 Uhr
    Schau mal das Video an.
    Eine Frau aus dem Libanon erzählt was passiert, wenn Multikulti ein Land zerstört. Ziemlich am Schluß (ca. 7:30) der Dank für Realitätsverweigerer.
    https://www.youtube.com/watch?v=TvlWPN4Wf5Y
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  •   RechterRand
    (965 Beiträge)

    18.09.2016 13:11 Uhr
    Sehr nett.
    Die Linken als Wegbereiter des Islams werden in diesem Video als "usefull idiots" beschrieben. Nein, wie empörend.
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  •   Pflichtfeld
    (438 Beiträge)

    18.09.2016 17:55 Uhr
    Wenn es um Moschee und Islam geht...
    ...lassen sich unsere "linken Idioten" ebenso benutzen. Für Argumente sind sie nicht zugänglich.
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  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    18.09.2016 08:53 Uhr
    Was kommt heraus wenn man...
    in einigen Beiträgen der angeblichen Islamgegner die Worte Moschee gegen Synagoge, Islam gegen Judentum und Muslim gegen Jude ersetzt?
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