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Karlsruhe "Liebe für alle, Hass für keinen": 30.000 Muslime in der Messe Karlsruhe

Bereits zum zweiten Mal trifft sich seit Freitag die muslimische Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) zu ihrer jährlichen Hauptversammlung, der sogenannten Jalsa Salana, in Karlsruhe. Auf dem Gelände der Messe Karlsruhe versammeln sich in drei Tagen bis zu 30.000 Menschen aus Deutschland und den Nachbarländern, um gemeinsam zu beten und miteinander in Kontakt zu treten. Ganz nach ihrem Motto: "Liebe für alle, Hass für keinen."

Mindestens hundert Meter ist die Schlange der männlichen Besucher, die in das Gebäude hineinwollen, vor der Messe Karlsruhe am Freitagmittag lang. Das dauert einen Moment, denn bevor die Gläubigen an der Veranstaltung teilnehmen dürfen, müssen sie sich einer Sicherheitskontrolle unterziehen.

Friedlich und geschäftig

Mit dieser Maßnahme reagiere man auf ein Attentat auf das Oberhaupt der AMJ vor rund 60 Jahren. Außerdem würden die Mitglieder der Religionsgemeinschaft in mehreren muslimischen Ländern - vor allem in Pakistan - verfolgt, erläutert der Bundesvorsitzende der AMJ Deutschland, Abdullah Uwe Wagishauser.

Der Eingang für die weiblichen Gläubigen ist auf der anderen Seite des Geländes. Auch die Messehallen sind strikt nach Geschlechtern getrennt. Mit bis zu 30.000 Gläubigen rechnen die Organisatoren an diesem Wochenende - so viele Mitglieder hat die Vereinigung in Deutschland. "Alle werden wahrscheinlich nicht kommen", weiß Mohammad Dawood Majoka, Vorsitzender für externe Angelegenheiten. "Wir erwarten rund 25.000 Mitglieder aus Deutschland. Der Rest wird aus dem benachbarten Ausland kommen."

So viele sind zu Beginn der Veranstaltung noch nicht da, dennoch herrscht zwischen den Messehallen bereits eine geschäftige Atmosphäre. Von Hektik oder Aufregung ist jedoch nichts zu spüren - alle Gläubigen gehen friedlich ihrer Wege, sei es zum Gebet - die Männer in der dm-Arena, die Frauen in der Halle 1 -, in den Ess-Bereich oder zum Basar. Erster Höhepunkt am Freitag ist der erste Auftritt des Oberhaupts der AMJ, des fünften Kalifen Mirza Masoor Ahmad. Gemeinsam mit Wagishauser hisst er die Flagge Deutschlands und der AMJ. Später am Nachmittag folgt die erste Ansprache des Kalifen. Vor allem dafür sind die Gläubigen nach Karlsruhe gekommen.

Live-Übertragung in viele Länder

Der Kontakt zwischen den Mitgliedern, Bildung und spirituelle Entwicklung stünden während der drei Tage im Vordergrund, erklärt Wagishauser. "Wir vertreten den reformierten Islam. Wir möchten die wahren Lehren des Islams aufzeigen und nicht das, was die Menschen im Laufe der Zeit aus dem Islam gemacht haben." Die Liberalität, die die AMJ an den Tag legt, werde von vielen anderen Muslimen als Angriff gegen den orthodoxen Islam gesehen. Deshalb werden die Anhänger der Gemeinschaft in vielen muslimischen Ländern, am meisten in Pakistan, verfolgt, erklärt er. Von den aktuellen Aktivitäten der Salafisten distanziert sich die Glaubensgemeinde deutlich.

Wer nicht zur Jalsa Salana kommen kann, hat die Möglichkeit, Teile der Veranstaltung im Fernsehen zu verfolgen. Neun Stunden sendet ein eigens von der Gemeinschaft gebauter Übertragungswagen dafür, dass die Bilder der zahlreichen Kamerateams auf dem Gelände in alle Herren Länder übertragen werden. Acht Simultanübersetzer sitzen in kleinen Sprecherkabinen und übersetzen unter anderen auf Deutsch, Englisch, Russisch, Bosnisch und Türkisch. Davon profitieren auch die Gläubigen vor Ort. Mit Hilfe von Kopfhörern können sie die Worte des Vorbeters in der Halle verfolgen.

Die Gemeinde hat nach eigenen Angaben rund 30.000 Mitglieder. Bundesweit gibt es rund 250 Gemeinden. Davon eine in Karlsruhe, Bruchsal und Pforzheim. Kritiker werfen der Ahmadiyya-Bewegung aufgrund ihrer Kampagnen verstärkte Missionsabsichten vor. Sie selbst bezeichnet sich als liberal, aber werte-konservativ.

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  • unbekannt
    (10716 Beiträge)

    02.06.2012 09:38 Uhr
    -->
    Sockenschuss?
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    02.06.2012 03:14 Uhr
    Abdullah
    Uwe Wagishauser, ich schmeiss mich gleich weg.

    Das ist noch besser als Kevin Marvin Müller.
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