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Karlsruhe Geplante Moschee in der Oststadt: Was soll die Empörung?

Die Karlsruher Ditib-Gemeinde will die Zentralmoschee in der Oststadt umbauen. Dort soll eine dreistöckige Moschee mit bis zu vier Minaretten entstehen. Die Pläne sorgen teilweise für heftige Empörung - auch bei den ka-news-Lesern. Aber warum eigentlich?

Es ist eine erste Idee. Ein frommer Wunsch: Die Karlsruher Ditib-Gemeinde würde gerne ihre Zentralmoschee in der Oststadt umbauen. Erste Pläne sind entworfen, eine Bauvoranfrage liegt bereits bei der Stadt. Mehr ist bisher nicht passiert, eine Entscheidung noch lange nicht gefallen. Dennoch ist es erstaunlich, mit welcher Panik mancher reagiert.

Kaum werden die Pläne für den Bau einer Moschee in Deutschland öffentlich, werden sofort Vorbehalte laut, die Emotionen kochen hoch. Die "Islamisierung der Gesellschaft" schreite voran, wird da behauptet. Widerstände und Ängste machen sich breit. Ja, auch diese Ängste müssen ernst genommen werden - und wahrscheinlich haben mehr Menschen etwas gegen einen Moscheebau als angenommen.

Daher ist es wichtig, dass auch kritische Stimmen gegen die Neubaupläne geäußert werden dürfen - ohne gleich als "Anti-Islam-Hetzer" diskreditiert zu werden. Solche Diskussionen sind wichtig und müssen stattfinden - auch wenn sie vielen unbequem erscheinen mögen. Über Themen kontrovers zu diskutieren, ist ein wesentlicher Teil unserer Demokratie. Und diese Diskussionen zeigen vor allem eines: Es gibt noch viel Gesprächsbedarf in unserer Gesellschaft.

Gerade weil es diese Ängste und Vorurteile gibt, ist es wichtig, dass ein offener Dialog stattfindet. Denn mit kultureller Fremdheit geht eine Unvertrautheit einher, die sich durch Wissen und Dialog überwinden lässt. Verstehen und Toleranz sind die Grundlagen, um Missverständnissen, Vorurteilen und Stigmatisierung vorzubeugen und Konflikte zu vermeiden. Doch es muss auch bei allen Beteiligten die Bereitschaft vorhanden sein, sich auf einen solchen Dialog einzulassen und dem vermeintlich "Fremden" offen zu begegnen.

Letztlich ist der Bau der Moschee eine baurechtliche Frage, die wohl vom Karlsruher Gemeinderat entschieden werden muss. Doch Transparenz und Dialog sowie ein moderierter Bürgerbeteiligungsprozess werden wohl notwendig sein, um das Thema Moscheebau in würdiger Weise zu begeleiten. Die Ditib-Gemeinde ist seit über 25 Jahren in Karlsruhe. Ihre Mitglieder leben bereits seit Jahrzehnten in Deutschland. Sie sind nicht mehr die Gastarbeiter von damals, sie leben hier, arbeiten hier, ihre Kinder gehen hier zur Schule und zur Universität, sie gehören zur Zukunft unserer Gesellschaft. Sie sind ein Teil dieses Landes. Ihr Wunsch nach einer neuen Moschee ist daher auch berechtigt.

Es wäre wünschenswert, wenn diejenigen, die als erste "Nein" schreien, sich an einem Dialog beteiligen oder zumindest die Bereitschaft haben ihre Haltung zu überdenken. Nur so kann eine offene Gesellschaft funktionieren. Wir brauchen eine bunte Vielfalt in unserer Gesellschaft und müssen auf kulturelle Entwicklungen in diesem Land flexibel reagieren - und das ohne Vorurteile und Stigmatisierung. Wir leben noch zu stark nebeneinander, dabei sollten wir mehr miteinander leben.

Mehr Meinungsbeiträge und Kommentare bei ka-news gibt es hier.

Siehe auch:

Moscheebau in Karlsruher Oststadt: Das sagen die Stadträte

Karlsruher Ditib-Gemeinde will Moschee in Oststadt bauen

Kopftuch, Koran, Glaube, Irrtümer und Vorurteile: In unserem Dossier "Islam in Karlsruhe" haben wir zahlreiche Artikel über den Islam und Muslime in Karlsruhe für Sie zusammengefasst. Einfach hier klicken!

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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    14.08.2016 00:57 Uhr
    Eine Moschee dient nicht ausschließlich religiösen Aktivitäten:
    Kommentar:"Jede Religionsgemeinschaft hat das Recht auf freie Religionsausübung - das garantiert unser Grundgesetz", so Parsa Marvi in einer Pressemitteilung in der er den Bau der Großmoschee in Karlsruhe fordert. Herr Marvi und die Moslems verdrehen hier wieder unsere im Grundgesetz verankerten Freiheitsrechte, wie z.B. die Religionsfreiheit. Die Religionsfreiheit meint und dient dazu, dass Religion und das steht ebenfalls im Grundgesetz, eine Privatsache ist. Das Ziel war Religionsfreiheit im Sinne von Zurücknahme religiöser Dominanz aus Politik, Recht, Staat und Vorbeugung vor Ideologien die religiös gesteuert sind. Das Gesetz war die Folge der Schreckensherrschaft der christlichen Verfolgung Andersgläubiger bzw. Nichtgläubiger. Gemeint ist damit aber nicht, dass Deutschland die Ansiedlung von Großkirchen und den Einfluss bzw. die Bedeutung von Religionen in der Gesellschaft fördern will. Religion ist laut Gesetz Privatsache und soll dies auch bleiben.
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  •   Spritzlappenfrisur
    (181 Beiträge)

    21.04.2013 16:07 Uhr
    @ Moritz Damm
    Wenn Sie ein Beführworter dieser Moschee sind, ist das Ihr gutes Recht.
    Ich bin dagegen. Steht mir diese Meinung in einer Demokratie zu? Oder sprechen Sie mir diese ab?
    Das hat ganz nebenbei nichts mit Stigmatisierung undVorurteilen zu tun.
    Es fällt Ihnen sichtlich schwer andere Meinungen zu akzeptieren. Man könnte gar von Intoleranz sprechen.
    Eine Demokratie zeichnet eigentlich die geheime Wahl aus.
    Ich bin in diesem Fall für eine Bürgerbefragung bzw. Volksabstimmung.
    Mit dem Abstimmungsergebnis könnte ich so oder so gut leben.
    Alles Andere (inclusive dieses eingefärbten Kommentares) ist nichts als "Wahlkampf".
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    30.03.2013 12:03 Uhr
    Ihr Karlsruher seid doch nicht ...?! :D
    Ich dachte immer Badenser sind ganz lockere Menschen und gesellig au noch. Ich habe noch kein Kommentar über die Kirchen allein In Istanbul gesehen?! Was ist den los? Habt ihr Probleme mit den Parkplätzen am Freitag um 1 Uhr? Dann fahrt doch bitte 2 Stunden Später hin. Ihr Wisst doch das die in ein Gotteshaus gehen und Beten werden.

    EINE FRAGE: ..... :D Glauben die Christen nicht an den selben GOTT?! habt ihr keine Angst das ihr Sündigt wenn ihr sowas sagt und denkt?! Den Gott ist doch überall, und das ist auch bei den Juden so...

    Erstmal nachdenken bevor man hier Werke niederlässt und mit 100% Garantie danach als Nazi oder sonst was beschimpft wird.

    Ich komme aus Stuttgart und kenne die Moschee in Karlsruhe nicht! ich weiß nur das es diese Moschee schon sehr lange gibt. Wenn Man diese Neubau mit 4 Minaretten(Nicht mal ich glaube daran) baut, Wird diese Große gemeinde nicht weiter wachsen. Weil sie schon GROß ist.
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  • unbekannt
    (2 Beiträge)

    29.03.2013 18:32 Uhr
    Die Völker Abrahams von Heute
    Türken
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  •   Blutrot
    (54 Beiträge)

    27.03.2013 13:03 Uhr
    Mir ist übel
    aufgrund dieses Artikels! Reden, Verstehen, gegenseitiges Vertrauen, Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen..
    lasst uns Karlsruher doch einfach in Ruhe, ´die Mehrzahl möchte keine Moschee und gut! Hier muss das Verstehen anfangen, es ist unsere Stadt und unsere Mütter und Väter drehen sich im Grabe
    rum, wenn der Imam bis zum Friedhof zu hören ist!
    Danke nein!
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  • unbekannt
    (1401 Beiträge)

    27.03.2013 16:16 Uhr
    Verstehen
    "die Mehrzahl möchte keine Moschee"

    Das steht nicht mal ansatzweise zur Diskussion. Die Moschee gibt es bereits seit vielen Jahren.
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  •   Kanalpirogel
    (321 Beiträge)

    26.03.2013 17:04 Uhr
    .
    Das dümmste Argument ist: "Gehen Sie mal nach Saudi-Arabien und versuchen Sie dort, eine Kirche zu bauen!" Unsere Kultur ist BESSER als die in Saudi-Arabien, WEIL man hier sowohl Kirchen als auch Moscheen bauen kann. Wer unsere Kultur und Gesetze willkommen heißt, soll hier bauen dürfen, was er will. (Natürlich baurechtlich genehigt usw.) Die Salafistenspinner und andere, die eine scharia-basierte Kultur der Unterdrückung errichten wollen, gehören mit aller Härte bekämpft. Aber wer die freiheitlich-demokratische Grundordnung anerkennt, darf hier beten, wie er will. Und genau das macht uns besser als die diktatorischen Unrechtsstaaten Saudi-Arabien, Iran und wie sie alle heißen.
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  •   joka
    (9833 Beiträge)

    26.03.2013 17:38 Uhr
    Treffer!
    Und genau das macht uns besser als die diktatorischen Unrechtsstaaten Saudi-Arabien, Iran und wie sie alle heißen.

    Und welche einzig wahre Religion wird dort praktiziert?
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  •   joka
    (9833 Beiträge)

    26.03.2013 16:39 Uhr
    Moscheen müssen ein Auslaufmodell bleiben. Sonne, Wind und Wasser plus Energieeffizienz und Einsparung gehören die Zukunft!
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    26.03.2013 17:00 Uhr
    Zudem
    viele Moscheebesucher vom Land kommen und damit die weiteresten Wege zurücklegen!
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