171  

Karlsruhe Gemeinderat: Islamunterricht in Karlsruhe ab Sommer

An der Gutenbergschule und an der Schillerschule wird es ab dem Schuljahr 2011/12 im Rahmen eines Schulversuchs islamischen Religionsunterricht geben. Dies hat der Karlsruher Gemeinderat am Dienstagnachmittag mit nur einer Gegenstimme entschieden.

Der islamische Religionsunterricht wird demnach schon ab dem kommenden Schuljahr 2011/12 in der 1. Klasse starten und nach und nach in den Folgejahren der Grundschule fortgeführt werden. Eine anschließende Ausweitung auf die Klassen 5 bis 7 ist möglich. Ähnliche Versuche gibt es bereits an weiteren Schulen in Baden-Württemberg, unter anderem an der Hieronymus-Nopp-GHWRS in Philippsburg.

Das staatliche Schulamt Karlsruhe hatte im Vorfeld eine Umfrage an Karlsruher Schulen durchgeführt, an welchen Schulen ein grundsätzliches Interesse an einem Schulversuch bestehe und die Mindestgruppenzahl von acht Kindern erreicht würde. Beides sei an der Gutenbergschule und an der Schillerschule der Fall.

Lehrplan wird vom Land vorgegeben

Der Lehrplan für den Religionsunterricht richtet sich nach den Vorgaben des Landes, der Islam-Unterricht muss zudem parallel zum katholischen und evangelischen Unterricht stattfinden. Unterrichten dürfen ausschließlich staatliche Lehrer, die dafür zudem eine Zusatzqualifikation für islamischen Religionsunterricht an der Pädagogischen Hochschule erwerben müssen. Nach Angaben der Stadtverwaltung liegen bereits mehrere Bewerbungen vor. Unterrichtssprache ist deutsch - eine Bedingung, die auch von den Stadträten mehrfach betont wurde.

"Es ist ein Schritt in die richtige Richtung", erklärte etwa Tanja Kluth (Grüne). Für muslimische Jugendliche in Deutschland sei oft in erster Linie die Religion identitätsstiftend - mehr noch als die Staatsbürgerschaft. Islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache helfe diesen Jugendlichen, sich überhaupt mit anderen über ihre Religion auszutauschen. Islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache helfe daher bei der Integration.

Ein "unausgegorener" Versuch?

Stadtrat Johannes Krug (CDU) lobte den Schulversuch, forderte aber zugleich eine gründliche Evaluation des Versuchs. "Evaluation ist wichtig", betonte auch Ute Müllerschön (SPD), schließlich stecke das Projekt islamischer Religionsunterricht noch in den Kinderschuhen. Bisher habe Islam-Unterricht nur in Koranschulen und damit außerhalb staatlicher Kontrolle stattgefunden, dies ändere sich mit dem Islam-Unterricht in der Schule. Dieser hätte allerdings nicht die Aufgabe, "zum Glauben zu erziehen, sondern sachlich über die Religion zu informieren."

Es sei gut, dass der Islam-Unterricht nun nicht mehr "im Hinterzimmer" stattfinde, so Stadtrat Karl-Heinz Jooß (FDP), daher stimme man dem Schulversuch zu. Dennoch müsse man die Frage stellen, was denn mit den anderen Religionen sei. Dies kritisierte auch GfK-Stadtrat Friedemann Kalmbach. Der Versuch sei "unausgegoren", da weder alle Religionen noch alle Muslime einbezogen würden, sondern nur Sunniten, die nur rund 75 Prozent der Karlsruher Muslime ausmachen würden. Kalmbach stimmte daher als einziger Stadtrat gegen den Schulversuch.

Mehr aus dem Gemeinderat:

Parken wird teurer - Stadtmarketing bekommt Aufsichtsrat

Umfrage: 2E als reguläre Linie?

Mehr zum Thema
Islam in Karlsruhe | ka-news.de: Kopftuch, Koran, Glaube, Irrtümer und Vorurteile: Im ka-news-Dossier "Islam in Karlsruhe" haben wir zahlreiche Artikel über den Islam und Muslime in Karlsruhe sowie einen geplanten Moschee-Bau zusammengefasst.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (171)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   DerSpinner
    (2056 Beiträge)

    25.06.2015 21:37 Uhr
    Ich faul ab.
    Ich hab mir gerade den Link von Unbekannt 1820 Beiträge angesehen.

    Seht es euch bis zum Ende an. Da bekommt ihr das Kotzen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   DerSpinner
    (2056 Beiträge)

    25.06.2015 21:27 Uhr
    Auaaua
    "Verwechseln Sie nicht das, was in den sogenannten islamischen Ländern geschieht, mit dem Islam. "

    Mit dem Christentum kann man es zumindest nicht verwechseln.
    Ist denn nur der Islam, der in D gelebt wird ok?

    Himmel Maria, das ist ja wirklich hanebüchen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   maria
    (797 Beiträge)

    29.06.2011 22:39 Uhr
    @wuehlmaus
    Wussten Sie, dass im 1. islamischen Staat die Juden und Christen ihre eigene zivile Gerichtsbarkeit hatten? Im Islam werden die Menschen nicht in Klassen eingeteilt. Der Austritt aus dem Islam zieht keine Todesstrafe nach sich. Verwechseln Sie nicht das, was in den sogenannten islamischen Ländern geschieht, mit dem Islam.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   maria
    (797 Beiträge)

    29.06.2011 20:58 Uhr
    @luzi67
    Diese Umfrage bei ka-news ist weder relevant noch repräsentativ.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   DerSpinner
    (2056 Beiträge)

    25.06.2015 21:24 Uhr
    Bei dir scheint nichts relevant zu sein,
    wenn es nicht in dein Weltbild paßt, oder?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   maria
    (797 Beiträge)

    29.06.2011 20:58 Uhr
    @wuehlmaus
    Wo ist der Islam faschistisch?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Wuehlmaus
    (3488 Beiträge)

    29.06.2011 22:23 Uhr
    Faschismus
    * Welche Ideologie teilt Menschen in verschiedene Klassen mit unterschiedlicher Wertigkeit ein? Gläubige Männer, Gläubige Frauen, Christen/Juden und zuletzt ungläubige? -> wie war es bei den*******noch mit den Ariern und Untermenschen?

    * Welche Ideologie erlaubt keine andere neben sich? Wo ist der Beitritt eine Einbahnstraße -> ein Austritt hat den Tod zu Folge?

    * Welche Ideologie (bzw. Staatsführer) wurde von Adolf Hitler massiv umworben?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1820 Beiträge)

    29.06.2011 21:31 Uhr
    Das
    fragst du Maria? Die täglichen Verbrechen der Islamisten sollten auch dir bekannt sein, davor die Augen zu verschliessen hiese die Opfer allein zu lassen und wieder einmal einem Faschismus zuzusehen ohne etwas dagegen zu tun.Traurig was in Europa abgeht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1820 Beiträge)

    29.06.2011 21:20 Uhr
    Siehe
    hier Maria: http://www.thereligionofpeace.com/
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   maria
    (797 Beiträge)

    29.06.2011 20:57 Uhr
    @treubiszumbitterenende
    Wo lehrt der Islam die Unterdrückung der Frau und wo die Ehrenmorde?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 .... 17 18 (18 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.