Insgesamt 16 junge Flüchtlinge im Alter zwischen 16 und 21 Jahren absolvieren noch bis zum Ende des Schuljahres verschiedene Praktika in den Fahrzeugwerkstätten der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) im Karlsruher Rheinhafen. Parallel besuchen sie die Albert-Einstein-Schule in Ettlingen, wo sie im Klassenverbund Deutschunterricht haben, Mathe lernen und in den beruflichen Werkstätten arbeiten um so mehr über die Arbeitswelt, die Kultur und das alltägliche Leben in Deutschland zu lernen.

Die Kombination aus Schule und Praktikum im Betrieb über ein gesamtes Schuljahr hinweg ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Landkreis Karlsruhe, den beiden Verkehrsunternehmen VBK und AVG und der Ettlinger Berufsschule. Nach guten Erfahrungen im vergangenen Schuljahr wird das Konzept zum zweiten Mal durchgeführt. Von einem "Erfolgsprojekt mit Vorzeigecharakter" spricht der zuständige Dezernent beim Landkreis Karlsruhe, Ragnar Watteroth. "Es bietet jungen Menschen eine tolle Chance, weil sie eine Perspektive aufgezeigt bekommen. Integration funktioniert über Sprache und einen Arbeitsplatz - beides steht hier im Fokus", betont der er in einem Pressebericht der VBK. 

Bis zu drei Praktikanten bekommen einen Ausbildungsplatz 

Für die Teilnehmer soll es ein erster Schritt in die deutsche Arbeitswelt sein.  "Die Chance, so intensiv in den Arbeitsalltag hineinblicken zu können, bekommen die wenigsten Flüchtlinge“, sagt Annabel Einert, Lehrerin an der Albert-Einstein-Schule. Drei der Teilnehmer winkt bei erfolgreicher Absolvierung des Praktikums ein Ausbildungsplatz bei den VBK und der AVG.

"Der Ausbildungsplatz ist ein ganz toller Anreiz, für den es sich lohnt, sich anzustrengen", sagt Stefan Mock, der das Projekt auf Unternehmensseite zusammen mit Sarina Wenz leitet und für die Männer als Ansprechpartner fungiert. Nach anfänglicher Skepsis mancher Werkstattkollegen, habe das Projekt inzwischen intern viel verändert. "Die Kollegen sind offen und sagen heute, sie sind begeistert, mit welchem Engagement die jungen Männer arbeiten."

Flüchtlinge sollen deutsche Berufswelt kennen lernen

Alexander Pischon, Geschäftsführer der beiden Verkehrsunternehmen, sagt: "Wir beteiligen uns gerne an diesem Projekt, es ist so wichtig, den jungen Menschen eine Perspektive zu bieten." Zudem suche man dringend gute Fachkräfte. Die Ausbildungsplätze werden zusätzlich zu den ohnehin angebotenen Stellen für alle Bewerber geschaffen.

Wer nach den Praktikumswochen nicht bei den Verkehrsunternehmen unterkommt, für den werden andere Möglichkeiten gesucht. Janine Gerber, Koordinatorin für Berufswegeplanung des Landkreises, begleitet die jungen Männer auf ihrem Weg und steht in ständigem Austausch mit Schule, Ämtern und Betrieb. "In dem Projekt lernen die Teilnehmer Grundzüge wie Pünktlichkeit, sich zu organisieren, technisches Geschick und vor allem die Sprache", erklärt Gerber.

 
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