Im elsässischen Mothern kam es am Montagmorgen gegen 8 Uhr zu einem Großbrand. Dort stand ein Sägewerk in Flammen und drohte auf umliegende Betriebe überzugreifen.

Unterstützung aus der Umgebung

Um die örtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen, rückte – neben Rastatt und Baden-Baden – auch die Karlsruher Feuerwehr an. Laut dem Regierungspräsidium Karlsruhe waren insgesamt 27 Kräfte in zehn Einsatzfahrzeugen vor Ort – und zwar von deutscher Seite.

Ein Brand in einem Sägewerk im Elsass sorgt für eine große Rauchwolke die auch in Karlsruhe zu sehen ist.
Ein Brand in einem Sägewerk im Elsass sorgt für eine große Rauchwolke die auch in Karlsruhe zu sehen ist. Das Bild wurde uns von einem Leser aus der Oststadt zur Verfügung gestellt. | Bild: ka-Reporter

Die französischen Verbindungsoffiziere integrierten die deutschen Hilfskräfte umgehend in das laufende Einsatzgeschehen. "Unter französischer Einsatzleitung bekamen sie ihre Aufgaben zugeteilt", berichtet Michaela Hofmann, Pressesprecherin der Branddirektion Karlsruhe.

Das könnte Sie auch interessieren

Neben der Feuerwehr Baden-Baden und Rastatt, eilte die Feuerwehr Karlsruhe mit acht Kräften zur Hilfe. Dabei kam das Löschboot "Pamina 1" zum Einsatz. Das Regierungspräsidium Karlsruhe war gemeinsam mit dem Bezirksbrandmeister, einem feuerwehrtechnischem Berater und einem weiteren Fahrzeug ebenfalls vor Ort.

Grund für den Einsatz: Das deutsch-französische Abkommen

"Der Einsatz erfolgte auf Grundlage des deutsch-französischen Abkommens über alltägliche Hilfeleistungen der Feuerwehren im Grenzgebiet", teilt das Regierungspräsidium auf Anfrage der ka-news.de-Redaktion mit. Das Abkommen bestünde bereits seit dem 3. Dezember 2021.

Es wird allerdings "eher selten" von dieser Regelung Gebrauch gemacht – solche Einsätze stünden schließlich nicht an der Tagesordnung, ergänzt das Regierungspräsidium. Der Großbrand im Elsass sei somit die erste Zusammenarbeit zwischen dem Departement Bas-Rhin und dem Regierungsbezirk Karlsruhe gewesen.

Video: Caro Kiewel

Internationale Großeinsätze fallen eigentlich in den Verantwortungsbereich des Emergency Response Coordination Centres (ERCC), erklärt Hofmann. Das Europäische Zentrum koordiniert Notfallmaßnahmen, humanitäre Hilfe und den europaweiten Katastrophenschutz. "Die Brandbekämpfung in Griechenland, im vergangenen Jahr, war eine Aktion des ERCC" so Hofmann.

Gute Koordination trotz Sprachbarriere

So eine grenzübergreifende Operation birgt auch ihre Probleme. "Die Rechtsgrundlagen unterscheiden sich je nach Einsatzort", erklärt Hofmann. "Im Normalfall gibt das Feuerwehrgesetz alle notwendigen Handlungsrahmen bei einem Einsatz vor." Bei einem gemeinsamen Einsatz, über Grenzen hinaus, gelten die jeweiligen Vorgaben der örtlichen Dienstkräfte.

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

Neben den rechtlichen Bedingungen macht auch die Sprachbarriere zu schaffen – und stellt besondere Anforderungen an die leitenden Dienstkräfte. "Der Direktionsdienst und die Einsatzleitung haben gut kommuniziert", sagt die Pressesprecherin der Berufsfeuerwehr.

"Wir waren Plan B"

Die Feuerwehrleitstelle Karlsruhe bewertet den Einsatz als Erfolg. "Die örtliche Einsatzleitung hat uns einen bestimmten Bereich zugeteilt und wir haben unsere Aufgabe erfüllt", sagt Hofmann. Diese war – unter anderem – die Wasserversorgung für den Löschvorgang zu sichern.

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

"Wir waren für den Plan B verantwortlich", so Hofmann. "Falls die Hydranten vor Ort schwächeln sollten, musste eine alternative Wasserquelle her." Die bot sich zum Glück direkt um die Ecke – in der Form des Rheins. Das Wasser musste dann nur noch hochgepumpt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch wenn grenzübergreifende Einsätze nicht alltäglich sind, so ist die Feuerwehr die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Einsatzgruppen gewohnt. "Wir formen sehr häufig eine gemeinsame Einsatzleitung mit Rettungsdienst und Polizei", sagt die Pressesprecherin. Der Einsatz im Elsass habe gezeigt, dass auch regionenübergreifende Brandbekämpfung funktioniert.