Im Westen der Stadt sollen die Autos künftig unter dem Asphalt abtauchen, um im Osten wieder ans Tageslicht zu kommen. Der 1,6 Kilometer lange Karlsruher Autotunnel ist ein riesiges Bauprojekt. Wer sich in der Stadt auskennt, weiß: Aufrund der Baustelle ist derzeit die Kriegsstraße, die Hauptverkehrsader zwischen West und Ost, besser zu meiden. 

Karlstor Blick zur Brauerstraße, Fahrtrichtung ECE
Karlstor Blick zur Brauerstraße, Fahrtrichtung ECE | Bild: Sarah Franke

In diesem Jahr wird das dadurch verursachte Verkehrschaos wohl nicht weniger werden: Die Baustelle hat das Karlstor erreicht, eine zentrale Kreuzung der Stadt. Ob mit Auto oder Bahn, zu Fuß oder mit dem Rad: Alle Verkehrsteilnehmer müssen in den kommenden Monaten mit Einschränkungen rechnen. Wie führt der Weg für wen über die Kreuzung?

1. Bahnpendler: Die Strecke wird gesperrt

Wer mit der Bahn unterwegs ist, muss sich auf eine zweimalige Sperrung der Stadt- und Straßenbahngleise einstellen. Das betrifft die Strecke zwischen den Haltestellen Europaplatz und Mathystraße und somit die Linien 2, 3, 4, 6 und die Nightliner-Linie 2. 

Karlstor, Blick Richtung Europaplatz, Fahrrichtung Mathystraße
Noch rollen die Bahnen über das Karlstor: Bald ist die Strecke gesperrt. | Bild: Sarah Franke

Los geht es im Frühling: Ab Montag, 20. April, wird der Bahnverkehr rund um das Karlstor stillstehen. Ziele rund um den gesperrten Bereich können über die umliegenden Haltestellen erreicht werden. Aufatmen können die Pendler im September: Hilfsbrücken tragen die Bahnen dann über die Baugrube hinweg und die Strecke ist wieder frei - vorerst.

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Denn: Im zweiten Quartal des nächsten Jahres werden die Gleise ein zweites Mal gesperrt. Um die Decke des Autotunnels zu betonieren, müssen die Hilfsbrücken wieder ausgehoben werden. Erst Ende 2021 sollen die Bahnen dann - letztendlich - auf ihren neuen Gleisen über das Karlstor rollen. 

2. Autofahrer: Mit einer Schleife geht's geradeaus

Wer mit dem Auto auf der Nord-Süd-Achse über das Karlstor fahren möchte, muss dafür eine kleine "Schleife" fahren. In anderen Worten: Das betrifft all diejenigen, die aus Richtung Hauptbahnhof kommend zum Europaplatz unterwegs sind und umgekehrt. Bis ins nächste Jahr hinein wird die Verkehrsunterbrechung andauern.

Karlstor, mit Blick Richtung Mathystraße, Fahrtrichtung Europaplatz, kommend aus Richtung ECE
Geschafft: Um die Kreuzung "gerade" zu überqueren, muss um drei Ecken gefahren werden. | Bild: Sarah Franke

Von Süden nach Norden ist die geänderte Verkehrsführung bereits seit Januar Realität. Anstatt geradeaus geht es für die Autos um die Ecke in die querende Krieggstraße, es folgt eine 180 Grad-Drehung, und über diesen Wender zurück zur Kreuzung. Für den Gegenverkehr erfolgt das gleiche Spiel ab Mittwoch, 1. April. 

3. Verkehrsführung für Auto und Bahn auf der Karte

4. Fußgänger und Radfahrer: Über eine Brücke dem Chaos entkommen

Für Fußgänger und Radfahrer wird künftig jeweils eine eigene Hilfsbrücke errichtet, die ein Überqueren der Baugrube ermöglicht. So kommen sie sicher von einer Seite des Karlstors auf die andere. Derzeit führt ihr Weg über die Kreuzung jedoch noch über die Fußgängerüberwege.

"Die beiden Hilfsbrücken werden bis Mitte März eingehängt", so Achim Winkel, Pressesprecher der Kasig, auf Nachfrage von ka-news.de. Nach dem Aufbau müsse zuerst die entsprechende Verkehrsführung  noch ausgeschildert und auf der Straße eingezeichnet werden, bevor die Brücken für Fußgänger und Radfahrer zum Tragen kommen könnten. 

Video: Sarah Franke

5. Radfahrer: Über Seitenstraßen an der Baustelle vorbei

Radler werden über die parallelen Straßen geleitet. Wer in Richtung Süden radelt, fährt westlich am Karlstor vorbei, über die Sophien- und die Hirschstraße. Wer Richtung Norden radelt, wird östlich über die Mathy- und Ritterstraße geleitet. So umfahren sie die Kreuzung, die in den kommenden zwei Jahren einige Male ihr Aussehen verändern wird. 

Luftbilder Karlstor
Die Karlstor-Baustelle von hoch oben. | Bild: Carmele/ TMC-Fotografie

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