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Karlsruhe Weiße Linien als Kunstprojekt auf dem Marktplatz: "Wir wollen zeigen, wie wichtig es ist, Kontakte mit anderen Welten zu knüpfen"

Seit dem Wochenende bedeckt ein Netzwerk weißer Linien den Boden des Karlsruher Marktplatzes. Bei den Linien handelt es sich aber nicht etwa um mysteriöse Kornkreise von Außerirdischen, sondern um eine künstlerische Aktion im Rahmen der Karlsruher Wochen gegen Rassismus. Sie soll auf die diesjährigen Leitthemen Grundgesetz, Demokratie und Menschenrechte aufmerksam machen.

"Aus gutem Grund - ein Platz für alle" heißt das Kunstprojekt, das die Karlsruher Ateliergemeinschaft "KunstUnternehmen" für die Wochen gegen Rassismus initiiert hat. Von Freitag, 15., bis Samstag, 30. März, soll im Zuge dessen der Marktplatz täglich mit einem wachsenden Netz aus weißen Linien bemalt werden. Doch was soll das bewirken?

Liniennetz Marktplatz
Bild: Screenshot

Netzwerk als zentrales Thema

"Die Linien bilden ein Netzwerk. Das ist etwas, was wir brauchen - heute mehr denn je", sagt Bernadette Hörder von KunstUnternehmen im Gespräch mit ka-news. Besonders wichtig sei es ihr, mit dem Projekt die Verbindung verschiedener Welten hervorzuheben. Aus diesem Grund arbeiten sowohl Geflüchtete als auch Einheimische zusammen an der temporären Gestaltung des Marktplatzes. 

Bernadette Hörder
Bernadette Hörder (l.) und Ulrike Israel (r.) von der Ateliergemeinschaft KunstUnternehmen. | Bild: Bernadette Hörder

Ein Teil der weißen Linien besteht dabei aus Zitaten aus dem Grundgesetz, welches in diesem Jahr das übergeordnete Thema der Aktionswochen gegen Rassismus darstellt. Aus demselben Grund hat Bernadette Hörder auch den Marktplatz als Ort für das Projekt ausgewählt. "In jeder Stadt ist der Marktplatz ein zentraler Ort, hier gehört das Thema Demokratie hin", erklärt sie gegenüber ka-news.

Marktplatz weiße Linien
So soll das Kunstprojekt nach der Fertigstellung aussehen. | Bild: KunstUnternehmen

Zudem wolle sie damit an das Gründungsjahr der Verfassung vor 70 Jahren erinnern. "Wir wollen die Bürger mit einbinden und zeigen, wie wichtig es ist, demokratische Werte zu verfolgen und Kontakte mit anderen Welten zu knüpfen", so die Mit-Initiatorin der Ateliergemeinschaft abschließend.

 

Dieser Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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Kommentare (26)
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  •   Beobachter
    (62 Beiträge)

    20.03.2019 18:28 Uhr
    Kunst die verbindet?
    Vor nicht zu langer Zeit hätte man da noch die Polizei gerufen. Seit Herr Mentrup regiert darf es immer noch ein bischen mehr als abstrakt sein.
    Wenn man den Stangenwald am Zirkel noch mit dazu nimmt entsteht erst die wahre Dimmension. Was auf diesen Tafeln vermittelt wird erinnert mehr an ein chaos aus willkürlichen Begriffen, oder Phrasen. Aber irgendwie passt es dann doch unsere "Grundrechte" kommen in letzter Zeit
    zunehmend (fehl)interpretiert vor.
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  •   kritiker_2014
    (327 Beiträge)

    20.03.2019 10:24 Uhr
    Sind das jetzt
    Baustellenmarkierungen für die neue Gestaltung des Marktplatzes?
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  •   Krawallradler
    (165 Beiträge)

    20.03.2019 07:57 Uhr
    ein erfolgreiches Kunstwerk
    und es macht genau das, was es machen soll, wenn ich die Kommentare hier lese. Und je öfter man die Frage stellt, ist das Kunst, desto mehr wird es zum Kunstwerk.
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  •   fahrbahnteiler
    (269 Beiträge)

    20.03.2019 10:31 Uhr
    Echt?
    Also ich finde, man könnte die Linien auch schön als Übungsstrecke für unsichere Radfahrer nutzen.
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  •   Peacemaker
    (401 Beiträge)

    19.03.2019 20:14 Uhr
    Kunst kombiniert mit einem moralischem Imperativ
    finde ich furchtbar. Es ist fragwürdig, ob das per Definition noch Kunst ist oder vielmehr einem profanen Zewck dient. In diesem Falle Propagand.

    Diese Fragestellung war bereits heißdiskutiertes Thema vor zig Jahren unter den Abiturienten.

    Das hat damals schon die Schülerzeitschrift gebracht.
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  •   Gegengerade1975
    (143 Beiträge)

    20.03.2019 07:25 Uhr
    welche Propagand?
    Für welchen Zweck wird hier denn Propaganda gemacht? Für das Grundgesetz? Oder stört es Sie, dass Flüchtlinge beteilgt sind?
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  •   malerdoerfler
    (5136 Beiträge)

    19.03.2019 19:23 Uhr
    Wir reden von Kunst!
    Bitte..........gehört das hier wirklich dazu?
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  •   reinhardo48
    (19 Beiträge)

    19.03.2019 21:10 Uhr
    Eigenwilliges Verständnis
    Karlsruhe hatte schon immer ein sehr eigenwilliges "VERSTÄNDNIS" von dem , was KUNST ist
    und von dem , was SCHÖN ist !
    Beispiele, wie die BETONPERGOLAS am Stefanplatz oder das ETTLINGER TOR , zur Zeit hinter
    dem Hauptbahnhof in Richtung Rüppurr zeigen das bestens !
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  •   Nico1966
    (203 Beiträge)

    19.03.2019 18:51 Uhr
    Nein !!!!
    Erst die Parkplatz-Lampen und nun noch diese verunglückten Parkmarkierungen,dazu noch diese Bahnsteig-Bänke.Alles in allem nicht mehr zu toppen!Der Marktplatz läuft dem Kronenplatz den Rang als hässlichster Platz Karlsruhes ab .Welche „Künstler“dürfen da noch ran?Ich will auch mal!
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  •   ALFPFIN
    (6512 Beiträge)

    19.03.2019 14:54 Uhr
    Übrigens
    der Markgraf Karle, also unser Stadtgründer, soll ja vielen eingewanderten Mädle aus den umliegenden Ländern zugetan gewesen sein, während er seine Gräfin in Durlach sicherheitshalber sitzen ließ.
    So gesehen kann man die Verknüpfungslinien um die Pyramide herum, durchaus als eine späte Verbeugung vor dem Markgrafen in Sachen Völkerverständigung sehen. Ich glaub, des dät ihn freue. grinsen
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