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Karlsruhe Gegen Diskriminierung: Anti-Rassismus-Trainer im Karlsruher Tollhaus

Wenn Abgrenzung und Beleidigungen Alltag werden, sind Rassismus und Diskriminierung oft nicht weit. Über Gefahren von und Maßnahmen gegen Diskriminierung spricht Anti-Rassismus-Trainer Jürgen Schlicher am Dienstag, 14. März, um 17 Uhr im Karlsruher Tollhaus.

Was passiert, wenn eine beliebige Gruppe von Menschen anhand eines äußerlichen Merkmals in zwei Gruppen aufgeteilt und eine davon unterdrückt wird? Mit dieser Frage beschäftigt sich Anti-Rassismus-Trainer Jürgen Schlicher am Dienstag, 14. März, um 17 Uhr im Karlsruher Tollhaus. In Film (17 Uhr) und Vortrag (ab 19.30 Uhr) berichtet er über seine langjährige Erfahrung in der Anti-Rassismus-Arbeit. Die Veranstaltung ist Teil der Karlsruher Wochen gegen Rassismus. Der Eintritt ist frei.

Schlicher möchte Mut machen, sich für die Demokratie einzusetzen. Er zeigt, wie schnell Menschen ausgegrenzt werden können. Zur Veranschaulichung des Themas greift der Diplom-Politologe auf die 1968 von Jane Elliot entwickelte Blue Eyed-Methode zurück. Seine These: Es dauert keine 15 Minuten, bis alle Wirkungsmechanismen von Privilegierung und Diskriminierung beobachtet werden können.

Rassismus am eigenen Leib

In seinem Film "Der Rassist in uns", eine Dokumentation eines seiner Blue Eyed-Workshops, haben sich 39 Menschen zu einem Selbstversuch bereit erklärt, ohne zu wissen, was auf sie zukommen wird. Beim Einlass erfahren einige von ihnen am eigenen Leib, was Rassismus bedeutet: Während die Braunäugigen freundlich begrüßt werden, werden die Blauäugigen herablassend behandelt.

Im Laufe des Workshops treibt Schlicher die Diskriminierung der einen Gruppe auf den Höhepunkt. Die Frage wird sein, wie reagieren die Braunäugigen. Nehmen sie die Opfer in Schutz oder werden sie selbst zu Tätern? Schlicher möchte aufzeigen, welche Maßnahmen in Verwaltung, Verbänden und Unternehmen notwendig sind, um Formen von Diskriminierung Einhalt zu gebieten, damit jeder seine Potenziale vollends entfalten kann.

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Online-Wochen gegen Rassismus:
Ja zum Meinungsaustausch, nein zu Rassismus! Vom 15. bis 31. März 2019 werden wir mit den dritten ka-news Online-Wochen gegen Rassismus ausführlich über das Thema berichten. Als Medienpartner begleiten wir die Karlsruher Wochen gegen Rassismus mit Berichten, Interviews und Hintergründen. Beteiligen auch Sie sich! Zeigen Sie Flagge mit dem Hashtag #gegenRassismus, etwa in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook oder schreiben Sie uns zum Thema an ka-reporter@ka-news.de!

Hier gibt es das gesamte Programm der Karlsruher Wochen gegen Rassismus zum Download.

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  •   malerdoerfler
    (5224 Beiträge)

    15.03.2017 19:50 Uhr
    Jürgen Schlicher
    kann ja sein Können mal bei dem geplanten Auftritt des türkischen Politikers in KArlsruhe anwenden.
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  •   Propagandahilfskraft
    (1270 Beiträge)

    16.03.2017 01:57 Uhr
    Eine interessante Frage!
    Kooperationspartner 2017 -> DITIB ... Diese unterstehen dem staatlichen Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten der Türkei, welches dem türkischen Ministerpräsidentenamt angegliedert ist. (Quelle Wikipedia). Damit ist indirekt der türkische Ministerpräsident Erdogan Kooperationspartner und auch über DITIB Geldgeber? Da haben wir aber einen ganz fetten Interessenskonflikt? Wie der wohl ausgeht? Das verspricht noch einiges an „Spannung“.

    PS: Die Liste der Sponsoren und Partner sieht schon irgendwie nach einer großen, internationalen Querfront aus. Ich habe bei solchen Sponsorenlisten immer so eine Warnglocke am läuten. Da will einer den anderen über den Tisch ziehen und noch ganz andere nur fette Werbung machen. Aber politisch kommt da selten was Gutes raus.
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  •   Rambazamba
    (331 Beiträge)

    15.03.2017 17:08 Uhr
    Man braucht keinen Rassismus
    um jemanden zu diskriminieren und blaue Augen können tatsächlich dazu beitragen, dass sowas passiert. Ich wurde auch schon oft "gedisst", weil meine Aussehen in manchen Augen ein Klischee darstellt. Ich bin blond, habe blaue Augen und habe als Sekretärin gearbeitet. Zack, ist man die Tippse, die Sekretöse, das blöde Blondchen... Ernst genommen zu werden muss man sich mit harten Bandagen erkämpfen und ganz ehrlich - ich kann den Sch... nicht mehr hören, denn ich habe im Berufsleben noch nie erlebt, dass jemand wegen seiner Hautfarbe, seiner Herkunft, seiner Religion diskriminert wurde und habe es selbst noch nie getan - gerade weil ich weiß, wie es sich anfühlt.
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  • unbekannt
    (960 Beiträge)

    14.03.2017 22:07 Uhr
    Muhammad Ali:
    Rassist vs. Gutmensch über Multikulti
    https://www.youtube.com/watch?v=6nPbCiinTDM&feature=youtu.be
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  •   Winston_Smith
    (522 Beiträge)

    14.03.2017 23:29 Uhr
    Hab ich mir grad mal angeguckt
    Da kommt einem automatisch der Begriff rassistisch in den Sinn. Nun ist es bloss so, dass er ja mehrfach betont, niemanden abwerten zu wollen und gibt sich überzeugt, dass es sich da um eine - ich sag mal - gottgegebene Ordnung handelt. Und er ist offenbar davon überzeugt, dass echtes Glück - vorsichtig ausgedrückt - nur unter seinesgleichen zu finden ist.
    Diese Annahme zumindest dürfte wohl schon rein empirisch zu entkräften sein. Mithin seine Argumentation wohl nicht schlüssig.
    Clay war Christ und wurde als Ali Moslem - zumindest also ein gläubiger Mensch, dem der Glaube, welcher auch immer, belegbar wichtig war. Unmoralisches bzw. kriminelles Verhalten ist mir zumindest nicht bekannt.
    Wobei man natürlich konstatieren muss, dass er durch den Erfolg über hohe finanzielle Ressourcen verfügte.

    Die Frage ist tatsächlich, ob man als tolerante Gesellschaft jemandem wie ihm diese Meinung lassen kann, oder ob man ihm zwingend das (negative) Etikett "rassistisch" anheften sollte.
    Schwierig.
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  •   Propagandahilfskraft
    (1270 Beiträge)

    15.03.2017 21:21 Uhr
    Ich habe aber ...
    ... den Aussagen eine starke Abwertung der „Mischlinge“ entnommen. Aber der Rest war, so ich es sehen konnte, ohne Abwertung einzelner „Rassen“. Die Aussagen über die Partnerwahl und die Randbedingungen sind nicht von der Hand zu weisen, sie entsprechen auch meinen Erfahrungen. Die Rede könnte eine gute Vorlage für die Identitäre Bewegung liefern. *GRINS* Weiße, christliche Intelektuelle argumentieren genau so, wie vor Jahrzehnten schon ein schwarzer, muslimischer Boxer. Das ist doch irgendwie ein Treppenwitz?
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  •   MacGeifer
    (1840 Beiträge)

    14.03.2017 21:39 Uhr
    Ich glaub
    hier müsste mal einer ein Jahr aufm Bau oder in einer Giesserei schaffen um den Unterschied zwischen Arbeiten und Schwadronieren zu lernen.
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  •   Joerg_Rupp
    (2702 Beiträge)

    15.03.2017 06:23 Uhr
    vllt.
    sollte hier mal einer ein Jahr mit geflüchteten Menschen arbeiten, damit er weiß, wie es ist, wenn man immer wieder rassistisch beleidigt oder gar nur aufgrund unveränderlicher Merkmale angegriffen wird.
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  •   Propagandahilfskraft
    (1270 Beiträge)

    15.03.2017 14:04 Uhr
    Könnte das ein Eigentor sein?
    Ich hatte einige Gespräche mit Frauen, die im Migrantisch-Industriellen Komplex gearbeitet haben. Frau sein ist auch eine unveränderliche Eigenschaft, mögen jetzt auch linksgestricke Esotheriker Biologismus kreischen. Und nach deren Erzählungen haben einige von diese Frauen ihre Positionen ggü. dem Immigranten etwas der Realität angepasst. Diese Frauen wurden auf Grund ihrer unveränderlichen Eigenschaften Frau-Sein angegriffen. In den meisten Fällen war dies aber nur eine Geringschätzung und körperliche Angriffe zum Glück sehr selten.

    Hmmm ... Deine Argumentationsversuche sind echte Steilvorlagen ... für Deine Gegener. Bitte halte Dich endlich zurück. Du machst die Sache immer präkerer.
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  •   Joerg_Rupp
    (2702 Beiträge)

    15.03.2017 15:41 Uhr
    ich weiß nicht genau
    ob Sie das ernst meinen oder sich endgültig der Lächerlichkeit preisgeben wollen?!
    Sie setzen Geschlechtsunterschiede mit konstruierten "Rassen" gleich, die so klassifiziert worden, weil sie auf unveränderlichen Eigenschaften wie "alles andere als Eigenschaften lals die der weißen Menschen" basierten.
    Würden Sie das auch unter Ihrem realen Namen schreiben der schämen Sie sich zu sehr?
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