Auf Höhe der Sportplätze der DJK Ost wurden sie von Polizisten, die sich nach unterschiedlichen Zeugenaussagen als Waldarbeiter verkleidet hatten, eingekesselt. "Ein grinsender Einsatzleiter erklärte über ein Megafon, dass dies eine Untersuchung zwecks der Vorfälle gegen Stuttgart sei und jeder von uns durchsucht sowie von jedem eine Filmsequenz gemacht werden würde", schildert ein betroffener Fan den ungewöhnlichen Einsatz der nach seinen Angaben martialisch aufgetretenen Polizeibeamten. Insbesondere auf die anwesenden Jugendlichen habe die Situation bedrohlich gewirkt.

Polizei kontrollierte 96 Fans

"Ja, es war überraschend für die Fans und die Kontrolle war nicht sichtbar", so Einsatzleiter Martin Plate gegenüber ka-news. Die Ermittlungsgruppe "Randale" untersucht die Zwischenfälle der letzten KSC-Partien – und insbesondere das Derby gegen Stuttgart. Nach Angaben Plates kontrollierten die anwesenden Beamten am Samstag am Kanalweg innerhalb von 38 Minuten 96 Fans. Die Polizei hatte sich in Absprache mit der Staatsanwaltschaft für so ein großes Polizeiaufgebot entschieden, um sicherzustellen, dass die Fans trotz Kontrolle rechtzeitig im Stadion ankommen konnten, so Plate. 

Jeder, dessen Personalien festgestellt waren und von dem eine kurze Videosequenz aufgenommen wurde, habe seinen Weg in Richtung Stadion fortsetzen können.
"Wir müssen alle Maßnahmen treffen, um solche Vorfälle wie nach dem Spiel gegen Stuttgart aufzuklären." Laut Plates Angaben sei die Polizei bemüht gewesen, deeskalierend vorzugehen. Dabei sei ihnen die "sehr kooperative" Art der Fans entgegengekommen. Von den 96 Fans konnten auch 95 unmittelbar weiter zum Spiel. Nur in einem Fall sei es nicht möglich gewesen, die Personalien vor Ort festzustellen, doch auch er habe es rechtzeitig zum Anpfiff ins Stadion geschafft. Im Gespräch mit ka-news betonte der Einsatzleiter, dass die Polizei mit dem Fanprojekt auch wieder an einem Tisch zusammen kommen wolle.