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Karlsruhe Neue Hauptfeuerwache: Warum sich damit die Sicherheit der Karlsruher verbessern wird

Karlsruhe bekommt in unmittelbarer Nähe zur Integrier­ten Leitstelle (ILS) eine neue Hauptfeuerwache. Der Neubau soll 2021 bezugs­fer­tig sein. Doch warum ist eine neue Wache für die Fächerstadt und ihre Einwohner so wichtig? Wir haben uns mit den Verantwortlichen - der Karlsruher Berufsfeuerwehr - unterhalten.

Das Gebäude beeindruckt von außen, doch sobald man es betritt, erdrückt es einen nahezu: Die Rede ist von der Hauptfeuerwache der Berufsfeuerwehr in Karlsruhe. Die Wache, die 1926 von Hermann Billing erbaut wurde, steht heute - mit all ihren Einzelheiten - unter Denkmalschutz. Und das ist auch gut so, zumindest für den kulturellen Erhalt. Doch geeignet ist das Gebäude für eine Hauptfeuerwache einer Stadt mit über 300.000 Einwohner schon lange nicht mehr.

Das bestätigt auch Markus Pulm, stellvertretender Amtsleiter der Branddirektion, und erklärt im Gespräch mit ka-news, dass die jetzige Hauptwache in der Ritterstraße aus allen Nähten platze: "Das Gebäude ist leider zu klein geworden", sagt er und spielt damit auf einige Mängel im fast 100 Jahre alten Gebäude an. 

Tore zu eng für moderne Feuerwehrautos

Spürbar wäre dies vor allem in der Fahrzeughalle: Ertönt das Einsatzsignal, machen sich die Feuerwehrmänner in wenigen Sekunden bereit für den Einsatz, besetzen ihre Wagen und werden dann erst einmal ausgebremst. Der Grund: Die viel zu engen Tore, die auf die Straße führen. Sie waren beim Bau des Komplexes noch völlig ausreichend, doch mittlerweile sind Feuerwehrautos schlichtweg einfach größer und damit eben zu groß für die Tore der Karlsruher Hauptfeuerwache geworden.

 

Hier kann es schon mal eng werden: Die Spiegel der Fahrzeuge müssen beim Ein- und Ausfahren durch die Tore eingefahren werden.

Fahrzeughalle an sich zu klein

Doch nicht nur die Tore bilden in Sachen Fuhrpark ein Problem, auch die gesamte Fahrzeughalle an sich ist nicht mehr zeitgemäß. Sie bietet zu wenig Platz - insgesamt passt hier lediglich ein Löschzug sowie ein Sonderfahrzeug, also insgesamt nur vier Großfahrzeuge, rein - normalerweise sollte das aber deutlich mehr sein.

"Die meisten unserer Fahrzeuge stehen in der Feuerwache West in der Honsell­stra­ße," erklärt Pulm. Hier werden zum Beispiel Sondereinsatzwagen, wie der Kranwagen oder auch der Einsatzleitwagen in Form eines Doppeldecker-Busses untergebracht. Doch auch die Wache West hat bereits alle Reserven und Erweiterungsmöglichkeiten ausgeschöpft.

Mit Neubau: 2021 soll sich alles ändern

Allerdings ist jetzt eine Änderung der Situation in Sicht: In drei Jahren soll die Berufsfeuerwehr ihre neue Hauptfeuerwache an der Wolfarts­weie­rer­straße beziehen können. Bereits seit Oktober 2016 ist der Bau dort in vollem Gange und bereits jetzt schon große Fortschritte zu sehen. Im Mai 2017 wurde auf demselben Gelände die neu gebaute ILS in Betrieb genommen. Seither werden von dort aus alle Notrufe unter der Nummer 112 abgefragt und nichtpolizeiliche Einsätze abgewickelt.

Ab 2021 soll von diesem Areal aus auch die Berufsfeuerwehr zum Einsatz starten können - und das aus einer modernen und vor allem großen neuen Hauptwache. Dann soll auch die angrenzende Halle Platz für über ein Dutzend Fahrzeuge bieten - das sei erst einmal für eine Stadt in der Größe von Karlsruhe ausreichend. Für alle Großfahrzeuge, die aus strategischer Sicht an der neuen Hauptwache stationiert werden sollen, werden laut Pulm auf jeden Fall genug Platz finden.

Das Besondere an der neuen Fahrzeughalle: "Anders als bei den üblichen Feuer­wa­chen verfügt die geplante Feuerwache nicht über eine Vielzahl von Toren, hinter denen die Einsatz­fahr­zeuge einzeln aufge­stellt sind", so die Stadt. Lediglich ein großes - und völlig ausreichendes - Ausfahrtstor wird in Zukunft vor Ort sein.

Hauptfeuerwache Spatenstich KA
So soll das Areal in der Oststadt ab 2021 aussehen. | Bild: (Stadt Karlsruhe)

Karlsruhe wird insgesamt besser abgedeckt

Auch ein weiterer großer Makel der jetzigen Hauptwache wird ab 2021 gelöst sein, erklärt der stellvertretende Amtsleiter gegenüber ka-news weiter: "Wir haben Hilfsfristen, die eingehalten werden müssen. Das bedeutet, dass wir ab Eintreffen des Notrufs innerhalb weniger als zehn Minuten vor Ort sein müssen." Doch das gelinge der Berufsfeuerwehr in den Bergdörfen sowie in Durlach oder auch Grötzingen momentan nicht immer. Dort werden momentan zum größten Teil die freiwilligen Feuerwehren parallel zur Berufsfeuerwehr alarmiert. Sie übernehmen dann zunächst einmal die Erstversorgung am Einsatzort.

Grund für diese Situation ist die nicht gleichmäßig verteilte Anordnung der beiden Wachen innerhalb der Fächerstadt. Mit Verschiebung der Hauptfeuerwache in den Osten werde das Problem gelöst und gleichzeitig die Sicherheit und der Schutz der Karlsruher gesteigert. "Der Errei­chungs­grad steigt damit, bezogen auf die Bevöl­ke­rungs­zah­len, von heute 80 Prozent auf künftig 90 Prozent," heißt es auf der Internetseite der Stadt. Dadurch würde zwar die Schnittmenge der beiden Wachen sinken, das sei aber in Anbetracht der Steigerung der Sicherheit im Osten der Stadt nicht sehr schädigend.

Neue Hauptfeuerwache
Die neue Hauptwache hat vor allem den Vorteil, eine bessere Lage zu haben. | Bild: Stadt Karlsruhe

Neue Aufenthalts- und Waschräume, Küche und Co.

Doch nicht nur die Sicherheit der Karlsruher wird durch die neue Hauptfeuerwache in Zukunft deutlich erhöht, natürlich profitieren auch die Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr vom Neubau. Denn moderne Aufenthaltsräume, Waschräume, Küchen und vieles mehr, wie beispielsweise ein begrüntes Dach, werden natürlich auch Teil der neuen Hauptwache sein.

Insgesamt würde man sich bei der Berufsfeuerwehr auf das neue Gebäude freuen, allerdings in soweit, als dass man das alte historische Gebäude natürlich auch vermissen werde. Was mit dem denkmalgeschützten Gebäude in der Ritterstraße passieren wird, steht laut Pulm noch nicht fest. Abgerissen werde es aber auf keinen Fall. Ihr werde nach dem Umzug eine neue Nutzung zugeführt.

Der Artikel wurde aktualisiert.

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Kommentare (10)
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  •   Berty87
    (538 Beiträge)

    18.06.2018 12:43 Uhr
    Dann
    Müsste man eben Fahrzeuge bauen die in die Alte Wache auch passen.
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  •   maehdrescher
    (1170 Beiträge)

    18.06.2018 13:36 Uhr
    Guter Vorschlag
    Am besten Fahrräder anschaffen und einen Eimer Wasser auf dem Gepäckträger befestigen.
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  •   Berty87
    (538 Beiträge)

    19.06.2018 06:33 Uhr
    So
    Kommt man dann auch durch die engen Straßen Karlsuh
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  •   andip
    (9693 Beiträge)

    18.06.2018 15:18 Uhr
    Naja
    Eine Pferdekutsche oder ein Ford Model T wie damals darf es schon sein. zwinkern
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    18.06.2018 09:59 Uhr
    Grötzinger freiwillige Feuerwehr isch best
    die freiwillge Feuerwehr aus Grötzingen isch die Beschte! Bei Übungen rufen die selbst die Profis! Das ist wahre Zusammenarbeit.
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  •   Manicomio
    (4 Beiträge)

    18.06.2018 09:48 Uhr
    Und was ist mit den Freiwilligen Feuerwehren
    ..in den Stadtteilen, in denen die Hilfsfrist nicht eingehalten werden kann?
    Die sind doch sonst vor der Berufsfeuerwehr dort. In anderen Städten ohne Berufsfeuerwehr gibt es nur Freiwillige...
    Hört sich fast so an, als ob es die gar nicht bei uns gibt???
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  •   redaktion
    (1131 Beiträge)

    18.06.2018 10:12 Uhr
    Guten Morgen,
    wir haben den Artikel aktualisiert: Natürlich werden in den Randdörfern und -stadtteilen die freiwilligen Feuerwehren alarmiert und sind dann in der Regel zuerst am Einsatzort.

    Viele Grüße aus der Redaktion
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  •   kamaraba
    (660 Beiträge)

    18.06.2018 07:53 Uhr
    Grammatik Mangelhaft
    Warum sich damit die Sicherheit der Karlsruher verbessert wird???????????????????????
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  •   ChuckY
    (10 Beiträge)

    18.06.2018 09:58 Uhr
    Wer im Glashaus sitzt ...
    Satzzeichen sind keine Rudeltiere!
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  •   hajmo
    (4166 Beiträge)

    18.06.2018 11:40 Uhr
    Bei ka-news schreibt man
    Glas-Haus, Satz-Zeichen und Rudel-Tiere.

    Bitte bei weiteren Kommentaren berücksichtigen!!!
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