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Karlsruhe Baustelle wechsel dich: Wie kommen Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte durch den Karlsruher Verkehrsdschungel?

Wer mit dem Auto in Karlsruhe unterwegs ist, kommt wohl mindestens an einer Baustelle vorbei. Und seit Ende Juli gibt es auch noch die Sperrung am Zirkel. Kurz: Autofahrer haben es nicht leicht in der Fächerstadt. Doch wer es noch schwerer in diesem Chaos hat, sind Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge im Einsatz.

Wenn sie im Einsatz sind, zählt jede Sekunde: Feuerwehr und Polizei sind tagtäglich unterwegs, um Menschen das Leben zu retten. Doch in einer Stadt mit so vielen Baustellen und Sperrungen ist es auch für die Einsatzfahrzeuge schwer, sich in diesem Verkehrschaos zu orientieren.

Immer die aktuellsten Baustellen im Blick

"Bei neuen Baustellen oder Sperrungen wird die Feuerwehr direkt vom Bauamt der Stadt informiert", erklärt Markus Pulm, Abteilungsleiter der Branddirektion und Pressesprecher der Feuerwehr Karlsruhe. "Dann plant die Fachabteilung von der Feuerwehr Umfahrungen und es werden Rundmails an alle Mitarbeiter geschickt", fährt er fort. So soll jeder Kollege immer auf dem neuesten Stand sein, was Sperrungen und Umleitungen angeht.

Damit das Umfahren von Baustellen im Einsatz gut klappt, werden zudem jeden Freitag die Ortskenntnisse in einer gemeinsamen Sitzung aufgefrischt. "Aber eigentlich kennen die Leute ihre Wege", so Pulm im Gespräch mit ka-news.de 

Feuerwehr im Einsatz
Im Regelfall kennen Feuerwehrmänner und Polizeibeamte ihre Gegend genau - Bei einer neuen Baustelle oder Sperrung werden für den Fall eines Einsatzes schleunigst neue Umwege geplant. | Bild: Thomas Riedel

Auch die Polizei erhält ihre Informationen von der Verkehrsbehörde. "Die Polizisten der jeweiligen Reviere besitzen aber auch umfangreiche Ortskenntnisse, die sie im Fall einer neuen Baustelle oder Sperrung, wie zum Beispiel die Zirkel-Sperrung, nutzen", so Sabine Doll, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Karlsruhe.

Zirkel-Sperrung ab Ende Juli
Bei einer Straßensperrung, wie hier am Zirkel, müssen Feuerwehr und Co. Umwege fahren. | Bild: Stephanie Meyer

Baustellen und Sperrungen können nicht immer umfahren werden

Wenn sich eine Baustelle nicht umfahren lässt, wie zum Beispiel auf der Autobahn, fahren die Einsatzfahrzeuge den Einsatzort von beiden Richtungen an. "Zur Not wird dann auch mal über die Fahrbahnabgrenzung oder den Seitenstreifen gefahren", erzählt Markus Pulm.

Oft sind Straßen im Baustellenbereich sehr eng, sodass große Einsatzfahrzeuge kaum die Möglichkeit haben, unbeschadet durchzufahren. "Sperrungen und Baustellen können aber nicht ignoriert werden", erklärt Sabine Doll. Das seien Risiken, die eingegangen werden müssen. "Dazu gehören zum Beispiel unabsehbare Gefahren wie Schlaglöcher oder defekte Fahrbahndecken." 

Welche Verkehrsregeln gelten für Einsatzfahrzeuge?

"Grundsätzlich muss sich natürlich auch die Feuerwehr bei einem Einsatz immer an die Verkehrsregeln halten", so Markus Pulm. Und Sabine Doll ergänzt: "Aber bei Einsätzen zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben, wenn beispielsweise ein Mensch in Lebensgefahr ist, gelten die sogenannten Sonderrechte nach § 35 Absatz eins StVO und § 38 StVO. Diese besagen, dass Einsatzfahrzeuge und Streifenwagen fast alles im Verkehr dürfen, aber stets auch mit gebührender Vorsicht fahren und auf die anderen Verkehrsteilnehmer achten müssen!"

Dies gilt im normalen Straßenverkehr, aber vor allem im Baustellenbereich.

Zufahrt Rettungsfahrzeuge
Für einige Berufsgruppen gelten Sonderrechte im Straßenverkehr - Dabei sollte trotzdem immer Vorsicht geboten sein. | Bild: Thomas Riedel

Unfälle kommen im Einsatz immer wieder vor

Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern kommen im Einsatz jedoch immer wieder mal vor. Laut Markus Pulm handelt es sich dann aber meist um kleinere Unfälle, wie zum Beispiel das Abfahren eines Seitenspiegels. In Karlsruhe soll es im vergangenen Jahr zu keinem schlimmeren Unfall mit anderen Autos gekommen sein.

Allerdings ist das nicht immer so glimpflich ausgegangen und es blieb bei einem Blechschaden: Die Polizei erinnert auf Nachfrage von ka-news.de, dass es auch schon zu Unfällen mit tragischem Ausgang gekommen ist. So zum Beispiel 2012: Da gab es nach einem Zusammenprall zwischen einem Streifenwagen und einem Kleinbus eine Tote und mehrere Schwerverletzte.

Zusammenstoß Polizeifahrzeug und Taxi
Wenn der Weg zum Unfall selbst in einem Unfall endet: Solche tragischen Ausgänge kommen glücklicherweise selten vor. | Foto: Jörg Donecker (Archivbild) |

"Rücksicht nehmen und Vorsicht walten lassen"

Hört oder sieht man im Straßenverkehr ein Martinshorn, gilt für jeden Autofahrer, achtsam und aufmerksam zu bleiben und dem Einsatzfahrzeug Platz zu machen sowie Vorfahrt zu gewähren, mahnen Sabine Doll und Markus Pulm: "Gegenseitig Rücksicht nehmen und Vorsicht walten lassen", lautet hier das Motto.

Polizeiauto im Einsatz
Ob auf der Autobahn oder in der Stadt: Bei Blaulicht und Martinshorn müssen Autofahrer den Einsatzfahrzeugen sofort Platz machen. | Bild: Lino Mirgeler/Archiv

Absolute "No-Go's" im Straßenverkehr sind laut Feuerwehr Kopfhörer und Smartphones am Steuer, außerdem Unaufmerksamkeit und Rücksichtslosigkeit von Autofahrern, wenn Einsatzfahrzeuge unterwegs sind. "Wir fahren nicht aus Jux und Tollerei durch die Gegend, sondern weil jemand in Not ist", So Markus Pulm abschließend.

Mehr zum Thema
Alles zur Feuerwehr in Karlsruhe: Die Berufs­feu­er­wehr der Stadt Karlsruhe verfügt über etwa 210 Einsatz­be­amte, die ihren Dienst auf 2 Feuer­wa­chen versehen. Zusätzlich verfügt die Stadt über eine leistungsfähige Freiwillige Feuerwehr, die 16 Abteilungen umfasst. Hier versehen rund 650 ehrenamtliche Helfer ihren Dienst. Hier gibt es eine Übersicht über Berichte rund um die Karlsruher Feuerwehr.
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  •   malerdoerfler
    (5657 Beiträge)

    19.08.2019 08:14 Uhr
    Wie kommt Otto Normalverbraucher durch die Stadt?
    Alle paar Wochen geht es dann doch mit dem Auto in die Stadt. Und jedes mal entdecke ich eine neue Baustelle und muss meinen Wegeplan ändern.
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  •   Berty87
    (593 Beiträge)

    19.08.2019 16:30 Uhr
    Die
    Fahren in das Gleisbett und kommen hier nicht mehr raus.
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  •   FinnMcCool
    (196 Beiträge)

    19.08.2019 13:58 Uhr
    Wegeplan ändern?
    Ich verstehe jetzt Ihren Kommentar nicht so ganz. Otto Normalverbraucher kommt im Allgemeinen recht einfach durch die Stadt. Man fährt auf den Wegen die offen und erlaubt sind, und dann kommt man immer von einem Ende der Stadt an das andere Ende. Oder wenn man möchte sogar von einem Ende in die Mitte der Stadt, sofern die Mitte frei befahrbar ist.
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  •   Berty87
    (593 Beiträge)

    18.08.2019 18:47 Uhr
    Endlich
    Sehen wir, das der Zirkel umfahren werden muss wenn es um Leben und Tod geht. Was hat man hier nur gedacht .
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  •   mueck
    (10820 Beiträge)

    18.08.2019 20:39 Uhr
    ?
    Was ist Dein Problem? Pfosten finden sich überall in Karlsruhe, weil Autofahrer sich halt nicht an einfach nur beschilderte Regeln halten wollen. Die Dienste kennen die Stellen, was ja der Artikel sagt, und fahren drumrum, was hier nur eine kurze Strecke ist mit zwei möglichen Umfahrungen.
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  •   FinnMcCool
    (196 Beiträge)

    19.08.2019 17:58 Uhr
    @Mueck - Pfosten finden sich überall
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   malerdoerfler
    (5657 Beiträge)

    19.08.2019 08:12 Uhr
    Da seh ich jetzt auch kein Problem drin
    Viele Ecken müssen umfahren werden.
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