Das Südportal des Karlsruher Hauptbahnhofs wirkt dann und wann etwas ungeordnet. Dies liegt zum einen an den vielen Autofahrern, die sich zielstrebig auf die wenigen Parkplätze stürzen. Zum Anderen ist dafür aber auch der Busverkehr verantwortlich. Neben den internationalen Verbindungen gibt es in Karlsruhe mittlerweile auch zahlreiche nationale Fahrten mit allerlei Anbietern. Der Markt für Fernbusreisen boomt - so schnell kommt die Infrastruktur schlicht nicht hinterher.

Mehr Verständnis und Demut, bitte!

So gesehen hat die aktuelle Lösung in der Fächerstadt irgendwie Symbolcharakter. Und tatsächlich wirkt sie eher notdürftig als dauerhaft - da sind sich die meisten einig. Dass sich der nationale Reisemarkt nach Jahrzehnten der Einseitigkeit endlich öffnet, kann den Verbraucher nur freuen. Er will jetzt natürlich mehr, will entsprechende Strukturen. Doch so schnell geht es nun mal nicht.

Auch nicht in Karlsruhe: Wo im Hintergrund geplant und im Vordergrund gemeckert wird, bleibt in Wahrheit nur die jetzige Lösung. Und die müssen die Reisenden akzeptieren - gleichzeitig müssen Gespräche und Planungen im Hintergrund weiterlaufen. Besitzverhältnisse, alternative Standorte und einiges mehr müssen geklärt werden. All das braucht jedoch Zeit - Zeit, welche die Reisenden den Verantwortlichen geben sollten.

Bis neue Lösungen gefunden sind, gilt es, die alten zu akzeptieren. Und eine Verbesserung der Situation am südlichen Ende des Karlsruher Bahnhofsgeländes ist nicht weit: So muss bei allen Beteiligten ein grundlegendes Verständnis für die sachgemäße Müllentsorgung entstehen. Durch gegenseitige Rücksichtnahme lässt sich viel bewegen. Die Arbeit an einer dauerhaften und komfortablen Lösung muss der Stadt wichtig sein. Gleichzeitig sollten die Reisenden etwas demütiger sein - die rasante Entwicklung des Fernbusmarkts war offenbar nicht nur für sie eine faustdicke Überraschung.

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