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Karlsruhe Rathaussturm mal anders: Karlsruher Narren starten virtuell in die Fastnachtszeit

Ab dem 11. November, pünktlich um 11.11 Uhr, hört alles wieder auf ihr symbolisches Kommando: Die Narren stürmen die Rathäuser und läuten damit offiziell die fünfte Jahreszeit ein. Doch die zweite Welle der Corona-Pandemie hat auch den Fastnachtern in Karlsruhe für das Jahr 2020/2021 bis auf Weiteres einen Strich durch die närrische Rechnung gemacht. Mit einer ungewöhnlichen Aktion wollen die den Fastnachtsbeginn nun nichtsdestotrotz standesgemäß einleiten.

"Uuuund Action!" So schallt es am Mittwochnachmittag immer wieder durch die Straßen der Karlsruher Innenstadt. Männer und Frauen in roten Uniformen, manche mit Narrenkappe und Bankräuber-Kostüm bekleidet, stürmen immer wieder aus dem Rathaus am Marktplatz - begleitet von Konfettiregen und einer Kamera. 

Bild: Melissa Betsch

Närrischer Videodreh in der Innenstadt

Dass bei diesem Anblick der ein oder andere Passant verdutzt stehenbleibt, kann man ihm nicht verdenken. Bei dem seltsam anmutenden Treiben handelt es sich aber glücklicherweise nicht um einen echten Banküberfall, sondern um eine ungewöhnliche Idee des Festausschusses Karlsruher Fastnacht (FKF).

Diesem hat - wie den meisten anderen Fastnachtsvereinen auch - die Corona-Krise in der Vorbereitung der diesjährigen Fastnachtskampagne einen herben Rückschlag versetzt. Die am 2. November erlassene Neufassung der Corona-Verordnung sieht vor, dass Treffen oder Feiern im privaten sowie öffentlichen Raum auf maximal zehn Personen aus höchstens zwei Haushalten beschränkt sind. Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind ebenfalls verboten. Diese Regelungen gelten vorerst bis Ende November.

Fastnachts-Veranstaltungen "zu 99,9 Prozent abgesagt"

Für den klassischen Start der Fastnachtssaison 2020/2021 am 11. November durch den traditionellen Rathaussturm bedeutet das allerdings das Aus. Auch die normalerweise darauf folgenden Fastnachtsveranstaltungen wie Prunksitzungen, Ordensverleihungen oder Narrenbaumstellen seien in Karlsruhe von den einzelnen Vereinen bereits zu 99,9 Prozent abgesagt, erklärt FKF-Präsident Michael Maier im Gespräch mit ka-news.de.

Bild: Melissa Betsch

"Schon in der Vorphase der zweiten Welle, nach den Sommerferien, hatte es sich angedeutet, dass viele Dinge abgesagt werden, weil man das einfach nicht durchführen und verantworten kann", sagt er. So waren etwa Straßenfeste abgesagt worden, die von den Vereinen allerdings unter normalen Umständen gerne als Einnahmequelle durch Verkaufsstände genutzt werden.

"Manche Vereine gehen jetzt schon finanziell auf dem Zahnfleisch"

Die Folge: "Durch die wegfallenden Einnahmen gehen manche Vereine schon auf dem Zahnfleisch - und das wird jetzt natürlich nicht besser", sagt Maier. "Da kommt man irgendwann an eine Grenze, wo es nicht mehr geht."

Ganz von dem feierlichen Auftakt ihrer liebsten Jahreszeit abhalten wollen sich die Karlsruher Narren aber trotzdem nicht. "Irgendwie muss die Fastnacht ja trotzdem beginnen, die steht im Kalender und findet daher auch statt", so der FKF-Präsident gegenüber ka-news.de.

Rathaussturm erstmals virtuell

Dabei unterstützen sollen unter anderem die ungewöhnlichen Kamera-Aufnahmen in der Karlsruher Innenstadt. Was genau hier gedreht wird, soll noch nicht verraten werden, nur so viel will Michael Maier sagen: "Wenn die Leute nicht zum Rathaussturm kommen können, müssen wir den Rathaussturm eben zu den Leuten bringen."

Pünktlich zum Fastnachtsauftakt am 11. November um 11.11 Uhr soll das fertige Video zum virtuellen Rathaussturm dann auf den sozialen Netzwerken des Festausschusses zu sehen sein. 

Karlsruher Fastnachtsumzug noch nicht ganz vom Tisch

Für den weiteren Verlauf der kommenden Kampagne - insbesondere den traditionellen Karlsruher Fastnachtsumzug am Fastnachtsdienstag - wollen die Karlsruher Narren trotz der Corona-Einschränkungen aktuell auch noch nicht ganz schwarz sehen. "Aus heutiger Sicht kann man keinen Umzug veranstalten, aber wer weiß, was in zwei oder drei Monaten ist?", so Maier.

FKF-Präsident Michael Maier. | Bild: Melissa Betsch

Sobald man absehen könne, dass der Umzug doch stattfinden könnte, wolle man eine Veranstaltung dahingehend auch kurzfristig möglich machen", sagt der Präsident und ergänzt: "Auch, wenn es vielleicht nur etwas Kleines, Spontanes ist."

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Fasching in Karlsruhe und der Region: Fasching, Fastnacht, Karneval - Bilder, Fotos und Infos zum närrischen Treiben in und um Karlsruhe, zu den Faschingsumzügen und von den Prunksitzungen finden Sie in unserem Dossier.
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Kommentare (5)
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  •   melotronix
    (3476 Beiträge)

    08.11.2020 11:38 Uhr
    wahrlich..
    ..wir brauchen Ablenkung vom Virus. Aber bitte nicht mit der alten Fasenacht...das lockt doch niemand hinter dem Ofen vor..gähnend langweilig!
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  •   FCKSUV
    (604 Beiträge)

    07.11.2020 16:34 Uhr
    Im Rathaus
    findet man das ganze Jahr über Narren. grinsen
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  •   ALFPFIN
    (7707 Beiträge)

    07.11.2020 11:12 Uhr
    In den Hochburgen
    wie Köln, Düsseldorf, München, aber auch Mainz gehören auch heute noch die maßgebenden Mitglieder der Fastnachtsvereine, die das "Sagen" haben, ohnehin zu den Betuchten. Ich denke das ist auch heute noch so. Die können natürlich auch bei der Durststrecke ihrer Vereine auch mal zuschießen. Bei den kleineren Vereinen oder den Karlsruher Vereinen, Karlsruhe ist ja nicht gerade eine Fastnachthochburg wird es anders sein.
    Aber ja, es gibt im Moment wichtigere Einrichtungen, die Zuschüsse benötigen.
    Nicht zu vergessen, Deutschland hatte in den letzten Jahren einen ausgeglichenen Haushalt (laufendes Jahr), aber immer noch 2 Billionen Schulden im Hintergrund. Wir leben auf Pump, die jetzigen Jahreseinnahmen pro Jahr decken die erhöhten Corona Ausgaben nicht.
    Wir werden mit Sicherheit im nächsten Jahr durch Erhöhung der Steuern und Sozialabgaben zur Kasse gebeten. Nach den Kanzlerwahlen.
    Da muss man jetzt schon abwägen, wer noch entschädigt werden kann.
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  •   Route66
    (2991 Beiträge)

    07.11.2020 10:49 Uhr
    Es tut mir leid für jeden Verein
    Aber wir leben jetzt gerade in einer Zeit, in dem es wichtiger ist seine Kinder in der Schule lernen zu lassen, als Karneval zu feiern, im Chor zu singen (was übrigens mittlerweile sogar online sehr gut funktioniert) oder anderen Freizeitaktivitäten nachzugehen, die wir zwar alle lieben, die aber nicht lebensnotwendig sind. Es kommt wieder die Zeit für die Vereine, dann spenden die Mitglieder, man fängt etwas kleiner an und los geht's. Und der Profifußball muss eben auch mal kleinere Brötchen backen und Millionengehälter werden gesenkt werden müssen. Dies als Steuerzahler zu unterstützen ist sowieso irrsinnig.
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  •   Chris.Lok75
    (734 Beiträge)

    06.11.2020 21:48 Uhr
    ?
    Dat arme Bienchen!
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