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Karlsruhe Fasching in Karlsruhe soll stattfinden: "Wir lassen uns nicht unterkriegen!"

Kamellen werfen, "Helau"-Rufe und Prunksitzungen - muss das im Jahr 2020/2021 aufgrund der Corona-Pandemie tatsächlich bundesweit ausfallen? Ja, zumindest wenn es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht. Von einer generellen Absage der fünften Jahreszeit will man beim Festausschuss Karlsruher Fastnacht (FKF) zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht sprechen.

"Fastnacht kann man nicht einfach streichen, da der Brauch fix im Kalender eingetragene Daten hat", erklärt FKF-Vizepräsident Marco Dawid im Gespräch mit ka-news.de. "Generell absagen werden wir daher nichts." Dennoch müsse man damit rechnen, dass die Veranstaltungen der kommenden Kampagne etwas anders ausfallen werden als gewohnt.

"Die Saalfastnacht ist das große Fragezeichen"

"Vor allem die Saalfastnacht ist noch das große Fragezeichen. Manche Vereine haben hier bereits abgesagt, da sie einen solch großen logistischen Aufwand, die Hygienebestimmungen umzusetzen, finanziell einfach nicht stemmen können", so Dawid.

Marco Dawid, Vizepräsident des Festausschuss Karlsruher Fastnacht (FKF)
Marco Dawid, Vizepräsident des Festausschuss Karlsruher Fastnacht (FKF) | Bild: Festausschuss Karlsruher Fastnacht

Und wenn Fastnachtsveranstaltungen nicht stattfinden können, bedeute das im Umkehrschluss auch wieder ein finanzielles Risiko für die Gruppen, "da sich viele allein dadurch finanzieren". Ein ebenso großes Problem sieht Marco Dawid für die Zukunft der Fastnachtsvereine.

Bild: Thomas Riedel

Plan B wird ausgearbeitet

"Insgesamt rund 1.500 Jugendliche trainieren in den Gruppen für ihre Auftritte auf den Veranstaltungen. Wenn sie in diesem Jahr nicht zeigen können, was sie gelernt haben, könnten sie das Interesse verlieren." Das könnte langfristig das Wegbrechen des Nachwuchses für die Vereine bedeuten.

Bild: Thomas Riedel

Der FKF sei daher nun bemüht, einen Plan B mit den Vereinen auszuarbeiten, um Events wie Hexenverbrennung, Narrenbaumstellen und Co. unter den entsprechenden Umständen dennoch stattfinden lassen zu können. "Eventuell könnte man die Brauchtümer nur in den einzelnen Stadtteilen veranstalten", so Dawid. Im Oktober wolle man sich hierzu noch einmal mit den Vereinen kurzschließen und eng mit dem Ordnungsamt zusammenarbeiten.

Bild: ka-news.de

Karlsruher Fastnachtsumzug soll stattfinden können

Der FKF-Vizepräsident betont aber: "Ob Vereine ihre Veranstaltungen durchführen wollen, müssen sie selbst entscheiden und mit dem Ordnungsamt abstimmen. Wir werden hier zu nichts raten."

Bild: Needham|Mohawkvisuals

Anders sieht das beim traditionellen Karlsruher Fastnachtsumzug aus, der 2021 zum 89. Mal stattfinden würde. "Hier planen wir zurzeit so, als ob der Umzug ohne Corona durchführbar würde. Zur gegebenen Zeit werden wir uns dann Gedanken zu Hygienekonzepten machen."

"Wir lassen uns nicht unterkriegen"

Einige Vereine hätten ihre Bereitschaft zur Teilnahme laut Dawid bereits zugesagt. "Das zeigt: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Die Karlsruher Fastnachter sind kreativ, was alternative Veranstaltungsansätze angeht." Eine generelle Absage wie von Jens Spahn gefordert fände er daher "sehr schade".

"Das würde uns hart treffen, da wir überzeugt sind, zumindest einige Veranstaltungen im Rahmen der Möglichkeiten umsetzen zu können." Noch blickt Marco Dawid allerdings positiv in die Zukunft. Er weiß aber so gut wie alle anderen Narren: "Die Stimmung wird in dieser Kampagne nicht dieselbe sein wie sonst."

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Fasching in Karlsruhe und der Region: Fasching, Fastnacht, Karneval - Bilder, Fotos und Infos zum närrischen Treiben in und um Karlsruhe, zu den Faschingsumzügen und von den Prunksitzungen finden Sie in unserem Dossier.
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Kommentare (34)
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  •   Mitsch
    (255 Beiträge)

    23.08.2020 10:23 Uhr
    1991
    wurde Fasching wegen des „Golfkrieges“ auch einfach so Mitte Januar abgesagt. Der Vizepräsident der Karlsruher Fasnacht sollte das eigentlich wissen. Er erscheint mir aber noch sehr jung zu sein, war vielleicht damals noch gar nicht geboren. Ohne Impfstoff ist ein Feiern in geschlossenen Räumen einfach nicht möglich. In vielen Hallen wird die Luft dazu nur umgewälzt -oder warum sind im Februar auch ohne Corona immer so viele krank (Erkältung/ Influenza). Auch Neujahrsempfänge der Bürgermeister übrigens wird es so nicht mehr geben, wo der Bürgermeister allen Leuten die Hand schüttelt -schon seit jeher total unhygienisch!!
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  •   Beobachter
    (185 Beiträge)

    22.08.2020 10:42 Uhr
    Fasching unverzichtbar
    Das mag ja im Rheinland so sein. Aber in KA?
    Das wäre ja wie der KSC kann nicht auf die Champions League verzichten.
    Wann, außer den zwei Umzugsstunden am Dienstag Mittag ist das Ganze
    "unverzichtbare" Getue in KA überhaupt nachweisbar?
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  •   Propagandahilfskraft
    (1715 Beiträge)

    21.08.2020 15:17 Uhr
    Fasching im Freien ...
    ... wie die Umzüge ist relativ ungefährlich. Probleme gibt es nur in den engen und überfüllten Sälen und Kneipen. Wir sollten die Chancen der Krise nutzen und die Menschen mehr an die frische Luft gewöhnen. Mit angemessener Kleidung geht das auch in der kalten Jahreszeit, welche ja nach den Prophezeihungen der holy church of climatology bald der Vergangenheit angehört. Das wäre ein guter Beitrag zur Volksgesundheit. Weihnachts- und Glühmärkte können auch einen proaktiven Beitrag zur Abhärtung leisten.

    Das ist keine Satire, das ist die Realität. Gesundes Leben, viel frische Luft und ein paar mehr vitaminhaltige Südfrüchte im Glühwein bringen uns mehr Lebensqualität und -quantität als viele der durchgedrückten Maßnahmen. Ich verbleibe mit einem aufmunternden: "Keep Calm and COVID on!"
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  •   Kiwi
    (403 Beiträge)

    21.08.2020 17:53 Uhr
    "Keep Calm and COVID on!"
    leider kann ich kein "Auswärts"
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  •   Micha
    (108 Beiträge)

    21.08.2020 13:21 Uhr
    Ich mag diese...
    ...befohlenen Fröhlichkeit eh nicht - von mir aus kann Fasching abgesagt werden. Aber wenn ich in dem Artikel sehe, dass es heißt wir lassen uns das nicht verbieten! Gut dann macht euren Fasching und geht danach 14 Tage in Quarantäne - natürlich ohne Lohnfortzahlung. Alles natürlich unter der Voraussetzung dass es keien Impfstoff gibt!
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  •   Kiwi
    (403 Beiträge)

    21.08.2020 17:45 Uhr
    Micha
    Es wird gefummelt und geknutscht bis der Bär brummt und am Aschermittwoch wird Asche auf die wirren Häupter gestreut. Irgendwie daneben das ganze Getue.
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  •   Berty87
    (871 Beiträge)

    21.08.2020 13:03 Uhr
    Und
    Sich über steigende Infektionszahlen beschweren.
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  •   Propagandahilfskraft
    (1715 Beiträge)

    21.08.2020 15:36 Uhr
    Warum beschweren?
    Es handelt sich hierbei um die Zahl der Testpositiven. Diese ist nicht unbedingt ein Mass für die Infektionen. Darüber hinaus sind Infektionen nicht automatisch auch Erkrankungen, Hospitalisierungen oder gar Tod. Diese Zahlen taugen nix für die objektive Beurteilung des Gefahrenpotentials. Dazu müssen Erkrankungen, Hospitalisierungen, Intensivfälle und Todesfälle herangezogen werden.
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  •   tom1966
    (711 Beiträge)

    24.08.2020 10:15 Uhr
    Unlogisch
    Wenn man von der Annahme ausgeht, dass ein bestimmter Prozentsatz der positiv Getesteten erkrankt , ein Teil davon schwer und davon wieder ein Teil stirbt, warum soll dann die Anzahl der positiven Test keine Aussagekraft haben?
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  •   Propagandahilfskraft
    (1715 Beiträge)

    24.08.2020 10:41 Uhr
    Da man die Quoten und Dunkelziffer nicht kennt ...
    ... ist die Anzahl der Testpositiven wertlos. Man braucht andere Zahlen. Zahlen der Erkrankten, Hospitalisierten, Intensivpatienten und Verstorbenen. Diese Zahlen muss man direkt ermitteln. Daraus kann man sich dann die Quoten errechnen, welche dann auch noch veränderlich sind. Bei einer Dunkelziffer in der Größenordnung von 80%, davon muss man aktuell ausgehen, kann man durch ein vollständiges Erfassen der Dunkelziffer bei gleichbleibenden Infektionsgeschehen die Zahl der Testpositiven verfünffachen.
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