Mit dem Rad ausgiebig durch die Landschaft düsen und dabei lässig den ein oder anderen Hügel erklimmen - mit einem Pedelec kein Problem. Die Verkaufszahlen der Elektroräder steigen und damit zwangsläufig auch die Unfallzahlen. Die Stadt Karlsruhe ist keine Ausnahme, wie Zahlen des Polizeipräsidiums Karlsruhe auf  Anfrage von ka-news zeigen.

Verzeichneten die Beamten im Jahr 2015 bei 607 Gesamtunfällen mit dem Rad im Stadtgebiet 19 Unfälle mit Pedelecs - ein Anteil von knapp drei Prozent -, stieg die Zahl der Pedelecunfälle im vergangenen Jahr auf 29. Bei 653 registrierten Unfällen entspricht dies einem Anteil von 4,4 Prozent. Ob jedoch Pedelecfahrer im Verhältnis zu Nutzern normaler Räder häufiger in Unfälle verwickelt sind, lässt sich laut Polizei nicht seriös beziffern, da die Zahl an Rädern und Pedelecs im Stadtgebiet nicht bekannt ist.

Nicht bestätigt: Unfallrisiko doppelt so hoch auf Pedelecs

Auch die jüngst von der deutschen Presseagentur dpa verbreitete Meldung, wonach das Risiko eines tödlichen Unfalls auf dem Pedelec doppelt so hoch sei wie auf einem nicht motorisierten Fahrrad, lässt sich für das Stadtgebiet nicht bestätigen. Zwar verstarb erst Mitte August tragischerweise eine Pedelec-Fahrerin an den Folgen eines Unfalls auf der K9652. Dennoch: "Aufgrund der geringen Unfallzahlen kann keine belastbare Aussage getroffen werden, ob die Unfallfolgen bei der Nutzung von Pedelecs schwerwiegender sind", sagt Axel Büchner, Sachbearbeiter beim Polizeipräsidium Karlsruhe.

"Beratung sollte in Anspruch genommen werden"

Ungeachtet der Unfallzahlen rät Christian Büttner, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Karlsruhe, Kaufinteressierten, sich ausgiebig mit dem Thema Pedelec zu beschäftigen. Das gilt insbesondere auch für ältere Menschen, die vielleicht schon länger nicht mehr Rad gefahren sind.

Denn aufgrund der motorisierten Unterstützung unterscheiden sich Pedelecs im Anfahr-, Lenk sowie Bremsverhalten von normalen Rädern und bergen insbesondere für Ungeübte Risiken. "Eine ausgiebige Beratung beim Fachhändler sowie Probefahrten sollten auf jeden Fall in Anspruch genommen werden", rät Büttner. "Gerade im Bereich der Technik, insbesondere der Bremsen, hat sich viel getan, und damit sollte man sich als Käufer auseinandersetzen."

Stadt will auf steigendes Interesse reagieren

Die Stadt Karlsruhe will auf das steigende Interesse an Pedelecs reagieren und Bürger über die Besonderheiten der motorisierten Fahrräder informieren. Auf Anfrage von ka-news teilt Bürgermeister Michael Obert mit, dies möglicherweise im Rahmen der Verkehrssicherheitskampagne 'Tu's aus Liebe' vorbringen zu wollen.

"Ich werde dies auch als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Baden Württemberg landesweit anregen.“ Darüber hinaus sollten die Bürger vor dem Kauf auch selbst aktiv werden und sich über die Besonderheiten der Pedelecs informieren. Eine intensive Beratung mit Probefahrt, so die Stadt, sollte auf jeden Fall in Anspruch genommen werden.

 
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