Verkehrsminister Winfried Hermann hat am vergangenen Freitag die Städte mit der Landesauszeichnung "Fahrradfreundliche Kommune" versehen. In diesen Städten würden zwischen 25 und 34 Prozent der Wege per Rad zurückgelegt werden - jeweils mit weiter steigender Tendenz.

Karlsruhes Bürgermeister Michael Obert zeigte sich erfreut über die Ehrung: "Wir haben in den beiden letzten Jahren zwölf neue Fahrradstraßen ausgewiesen und werden Anfang des nächsten Jahres eine neue Fahrradstation mit rund 600 Abstellplätzen am Hauptbahnhof eröffnen", so Obert in einer entsprechenden Pressemeldung.

"Eine große Aufgabe für die Zukunft sehen wir in der geplanten Anbindung an die Region mithilfe von Radschnellwegen, um noch mehr Pendler zum Umsteigen aufs Fahrrad zu motivieren und unsere Innenstadt vom Autoverkehr zu entlasten. Wir haben schon viel erreicht, sehen jedoch auch, dass uns die Aufgaben in Zukunft nicht ausgehen werden", sagte Obert weiter und wies insbesondere auf das Thema Fahrradparken hin. Nach Beendigung der Baumaßnahmen zur Kombilösung in der Innenstadt müssen man diese Thematik komplett neu aufstellen.

"Mit 20-Punkte-Programm auf einem guten Weg"

Bettina Lisbach, Abgeordnete der Grünen im Landtag Baden-Württemberg, betont in einer Pressemitteilung zur Auszeichung, dass Karlsruhe mit seinem 20-Punkte-Programm zur Radverkehrsförderung weiterhin auf einem sehr guten Weg sei: "Bei den beiden kritischen Punkten Verkehrssicherheit und Parkmöglichkeiten für Räder konnten wichtige Verbesserungen erzielt werden. An beiden Themen muss aber weiter gearbeitet werden. Auch beim Umleitungsverkehr im Bereich der innerstädtischen Baustellen sehen wir noch deutliches Verbesserungspotential für den Radverkehr."

ka-news-Hintergrund: 

Voraussetzung für eine Auszeichnung als "Fahrradfreundliche Kommune" ist die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen Baden-Württemberg (AGFK-BW). Bewertet werden Kriterien, wie konkrete konzeptionelle Grundlagen, eine gut entwickelte Infrastruktur und Verkehrssicherheit.

In der Prüfkommission vertreten sind: Verschiedene Ministerien, die Regierungspräsidien, die kommunalen Landesverbände sowie maßgebliche Interessenvertreter. Das Zertifikat "Fahrradfreundliche Kommune" gilt befristet und muss immer wieder neu verdient werden.

Als fahrradfreundliche Kommunen zertifiziert wurden bisher: Freiburg, Karlsruhe und Offenburg im Jahr 2011, Kirchheim unter Teck und Heidelberg in 2012 sowie Tübingen im Jahr 2014. Im Dezember 2013 wurde außerdem Göppingen als erster Landkreis in Baden-Württemberg in den Kreis der "Fahrradfreundlichen Kommunen" aufgenommen. 2017 erhielten die Auszeichnung Karlsruhe, Mannheim, Freiburg und Offenburg.

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