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Karlsruhe Klimabündnis eröffnet fünf Pop-Up-Radwege in Karlsruhe: "Radfahren muss so gefördert werden wie Autofahren!"

Und plötzlich ist da ein Fahrradweg: Verschiedene Karlsruher Verkehrs- und Klimagruppen haben sich zusammengeschlossen, um im August sogenannte Pop-Up-Radwege zu errichten: Fünf Wochen lang soll jeden Samstag auf einer mehrspurigen Straße in der Stadt eine Autospur zu einer Fahrradspur umfunktioniert werden. Was dahintersteckt - ka-news.de hat mit einem der Initiatoren gesprochen.

Die Karlsruher Ortsgruppen von Greenpeace, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Critical Mass, Fossil Free und Fridays for Future fordern bessere Bedingungen für Fahrradfahrer in Karlsruhe.

Stadt will Pop-Up-Radweg prüfen

"Wir wollen nicht, dass der Status quo eingehalten wird", sagt Pawel Bechthold von Fridays for Future Karlsruhe im Gespräch mit ka-news.de. Der Status quo, das ist die Stellungnahme der Stadt Karlsruhe zu einem Antrag der Linke-Fraktion in den Gemeinderat Mitte Juli. Die Stadträte hatten darin ebenfalls mehr Unterstützung für den Radverkehr und die Einrichtung von Pop-Up-Radwegen während der Corona-Krise gefordert.

Ein parkendes Auto blockiert den Radweg.
Ein parkendes Auto blockiert den Radweg. | Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Die Stadt wies daraufhin auf bereits in der Planung beziehungsweise Umsetzung befindliche Radverkehrsprojekte hin: 

  • In Rheinstraße soll im September oder Oktober die überbreite Autospur reduziert und ein Radstreifen geschaffen werden.
  • In der Haid-und-Neu-Straße und der Karl-Wilhelm-Straße werden ab den Sommerferien Umbauten und Markierungen an der Radroute 15 vorgenommen.
  • In der Siemensallee will die Stadtverwaltung Pop-up-Radfahrstreifen prüfen.
  • In der Kriegsstraße zwischen Reinhold-Frank-Straße und Weinbrennerplatz sollen Verbesserungen für den Fußverkehr umgesetzt werden, ein Umbau mit "Radverkehrsprüfung auf Fahrbahnniveau" sei frühestens 2024 geplant.

Alle Maßnahmen haben allerdings eines gemeinsam: Kurzfristig als Pop-Up-Lösung umgesetzt werden können sie laut der Stadt nicht. "Die kurzfristige Realisierung von Pop-up-Radwegen wäre nur möglich, wenn keine baulichen Anpassungen - inklusive aufwändiger Änderungen der Ampelschaltungen - notwendig wären", heißt es in der Stellungnahme dazu.

"Wir brauchen echten Einsatz, wir brauchen mehr Radwege"

"Auch kurzfristige, temporäre Maßnahmen müssen gut geplant sein, damit keine potentiellen Unfallstellen geschaffen werden. Ziel sind dauerhafte Lösungen, die dem steigenden Radverkehr in Karlsruhe gerecht werden."

Das geht den Karlsruher Klima- und Verkehrsorganisationen allerdings zu langsam. "Das ist immer hier ein bisschen und da ein bisschen. Wir brauchen echten Einsatz, wir brauchen mehr Radwege", sagt Pawel Bechthold.

Erster temporärer Radweg in der Karlstraße

"Echte Veränderung bekommen wir nur, wenn wir ein Zeichen setzen." Das wollen sie mit der Pop-Up-Radweg-Aktion tun: Jeden Samstag im August wollen sie "temporär aus einer Autostraße einen Fahrradweg machen", schreiben die Veranstalter in einer Meldung an die Presse.

Bild: Paul Needhem

Der erste der temporären Radwege entsteht am Samstag, 1. August, von 11 bis 15 Uhr in der nördlichen Karlstraße. Währenddessen ist dieser Abschnitt nur für Fahrradfahrer geöffnet, die Autos müssen Umleitungen fahren. Die Aktionen seien mit dem Karlsruher Ordnungsamt abgesprochen und genehmigt, so Bechthold.

"Fahrradfahren soll so gefördert werden wie das Autofahren"

Mit der Aktion wollen die Gruppen auf drei Forderungen an die Stadt aufmerksam machen:

  • ein lückenloses Radstraßennetz
  • eine Priorisierung des Radverkehrs gegenüber Autos in allen Aspekten wie Flächenverteilung, Planung, finanzielle Ressourcen und Vorfahrtsregelungen inklusive Ampelschaltungen und
  • die bauliche Trennung von Radwegen zu anderen Verkehrsmitteln.

Letzteres sei vor allem in der Sicherheit begründet: "Vergangenes Jahr gab es sieben Tote und fast 1.000 verletze Radfahrer im Kreis Karlsruhe. Da ist es nicht verwunderlich, dass viele Kinder und Senioren sich nicht trauen, Fahrrad zu fahren und stattdessen das Auto nehmen müssen", heißt es in der Meldung weiter.

Insgesamt kamen 2017 bei Verkehrsunfällen 3180 Menschen ums Leben. Das ist laut Behörde der niedrigste Stand seit mehr als 60 Jahren.
2019 gab es sieben tote und rund 1000 Verletzte Radfahrer im Kreis Karlsruhe. | Bild: Daniel Bockwoldt

"Im Prinzip fordern wir eine Verkehrspolitik, in der das Fahrradfahren so gefördert wird, wie das Autofahren gefördert wurde. Nur mit dem Unterschied, dass das Fahrrad die Stadtluft nicht verschmutzt, leiser ist, weniger Platz braucht, körperlich fit hält und keine Abgase produziert", meint Pawel Bechthold.

Keine weiteren Aktionen geplant

Wo die weiteren Pop-Up-Radwege im August eingerichtet werden, stehe noch nicht fest. Festgelegt ist aber bereits: Weiterer solcher temporären Radwege sind danach nicht geplant, so Bechthold gegenüber ka-news.de.

Man wolle zwar bessere Radwege nicht nur an einigen Augustsamstagen, sondern dauerhaft - den Weg zu diesem Ziel sieht das Bündnis aber in der Lokalpolitik. Diese soll die Aktion als Anstoß betrachten, die Radverkehrspolitik in Zukunft noch stärker voranzutreiben.

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Auf dem Sattel durch die Fächerstadt: Die neuesten Fahrradstraßen, die schnellsten City-Routen und viele weiteren Tipps und Tricks rund ums sichere Radeln in Karlsruhe.

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  •   107
    (669 Beiträge)

    27.07.2020 19:33 Uhr
    Seit 26. April 2013 wünsche ich mir eine Pop-Up-E-Ladesäule auf dem TaxiHalteplatz.
    Vielleicht ist das der Grund warum nach mehr als sieben Jahren es immer noch nicht möglich ist Strom zu tanken auf einem Taxi Halteplatz.
    Es muß anscheinend in englischer Sprache verpackt sein wie z.B. E-Bike oder Wallbox oder Meeting.
    Wie heißt dann : Fahrradkennzeichen für alle pedaleure auf englisch ?
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  •   Svantovit
    (152 Beiträge)

    28.07.2020 07:00 Uhr
    Grämen Sie sich nicht...
    Die Tage für Autofahrer und für Taxifahrer insbesondere, sind gezählt. Diese Art der Fortbewegung hat bald endgültig ausgedient.
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  •   santana
    (1270 Beiträge)

    28.07.2020 14:41 Uhr
    @Svantovit
    Ha, ha, ha. Das war der Witz des Tages.
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  •   mueck
    (12030 Beiträge)

    28.07.2020 17:39 Uhr
    !
    Das autonome Auto wird sicher viele Taxifahrer zum Termin beim Jobcenter fahren ... zwinkern
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  •   tom1966
    (1041 Beiträge)

    28.07.2020 13:18 Uhr
    Wirklichkeit oder Utopie?
    Was machen diejenigen, die schlecht laufen oder nicht mit dem Rad fahren können (z.B. wegen Alter, Verletzung oder Behinderung)? Sollen die daheim bleiben?

    Der Individualverkehr wird noch einige Jahrzehnte erhalten bleiben - einfach mangels Alternative! Er mag sich wandeln, z.B. durch umweltfreundlichere Antriebe, aber wegfallen wird er nicht.
    Was wäre den die Alternative? Ein dichtes Netz ÖPNV, an das jede noch so kleine Gasse angeschlossen ist?

    Radfahren ist ja gut und schön, unterliegt aber ein paar Einschränkungen, wie Fahrtstrecke (und damit Zeitfaktor) oder Wetter. Für kürzere Strecken nehme ich auch das Rad, aber morgens 25 km ins Geschäft zu radeln und um 06:30 Uhr da zu sein, das ist mir mit dem Rad einfach zu zeitaufwändig.
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  •   mueck
    (12030 Beiträge)

    28.07.2020 17:38 Uhr
    ?
    Deutschland, ein Land voller autofahrender Fußkranker? Sicher nicht!
    Ein dichterer (räumlich wie zeitlich) ÖV ist sicher Hauptbestandteil zukünftiger Mobiliät. Plus Rad und Pedelecs und bessere Fußwege. Und auch Verkehrsvermeidung. Das mit dem HomeOffice und den Telefonkonferenzen üben wir ja gerade brav ... Wohnortnahe Versorgung gehört auch dazu etc.pp. Und ein besseres Gleichgewicht von Wohnungen und Arbeitsplätzen, damit man nicht mehr so viele Pendler hat. Das ist alles auch gut für viele Fußkranke und vor allem Fußfaule. Behinderte sind ein vielschichtiges Thema. (Viele können/dürfen kein Auto fahren (Blinde, Epileptiker, ...), für die muss der ÖV noch barrierefreier werden. Viele Senioren will man auch nicht mehr unbedingt fahren sehen ... Der Rest-IV für die, die ihn zwingend brauchen, kommt nach allen Maßnahmen aber viel besser durch und kann dann am Ziel auch nahezu vor der Tür parken. Gelebte Solidarität mit Gehandicapten, da die ohne Handicap vorrangig ÖV+Rad+Füße nutzen.
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  •   Kommentar
    (453 Beiträge)

    29.07.2020 00:00 Uhr
    Regionale Flughäfen
    müssen dann aber auch deutschlandweit besser an den Nahverkehr angebunden werden.
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  •   mueck
    (12030 Beiträge)

    29.07.2020 00:35 Uhr
    !
    Fluchverkehr kommt in einem zukunftsfähigen Mobilitätskonzept nicht vor. Für paar wenige Interkontinentlflüche braucht man die meisten Fluchhäfen nicht mehr.
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  •   Kommentar
    (453 Beiträge)

    29.07.2020 12:26 Uhr
    Einem
    oder "meinem"? zwinkern

    In meinem kommen zum Beispiel der ICE4 und der ICE-T nicht für Strecken über 2,5 Stunden vor.
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  •   mueck
    (12030 Beiträge)

    29.07.2020 19:01 Uhr
    !
    DAS wäre DAS Mobilitätszukunft der Zukunft!
    Erste Phase Fr-So, DAS wären doch mal Carfrei-
    Tage, auf die man sich freut! zwinkern
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