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Karlsruhe Fahrrad-Boom in Karlsruhe: Polizei nimmt Radfahrer in den Fokus

In Karlsruhe steigen immer mehr Menschen auf das Fahrrad um - das bringt auch mehr Konfliktpotenzial im Straßenverkehr mit sich. Die Polizei will mit Fahrradstreifen künftig einen Schwerpunkt auf den Zweirad-Bereich legen, um den Verkehr für alle sicherer zu gestalten. "Die Karlsruher Polizei rückt das Fahrrad in den Blickpunkt und setzt sich auch selbst aufs Rad", so Polizeidirektor Martin Plate im Gespräch mit ka-news.de.

Es ist kein Unfallschwerpunkt, wo die Karlsruher Polizei am Mittwochnachmittag Präsenz zeigte, aber eine Anlage mit Vorbildcharakter: Am Mittwochnachmittag war sie mit Beamten "zu Fahrrad" und dem Präventionsteam in der Günther-Klotz-Anlage, um mit Bürgern zum Thema Fahrradverkehr ins Gespräch zu kommen.

Ausbau der Radwege und Corona führen zu mehr Radverkehr

Künftig will man die Radfahrer mehr in den Fokus nehmen -  sowohl bei der Prävention als auch bei Kontrollen. "Wir schauen genauer, wir schauen mehr", so Plate. Fahrradfahren boomt: Karlsruhe baut das Radwegenetze aus und die Bürger nehmen es an.

Hinzu kommt ein vermehrtes Nutzungsverhalten durch die Corona-Pandemie: Der ein oder andere steigt lieber auf sein Rad als in Bus oder Bahn. Der Zweiradverkehr ist insgesamt angestiegen - auch in Bezug auf Pedelecs, also mit einem Elektromotor unterstützte Fahrräder. 

Wer nicht ins Schwitzen kommen möchte, nutzt auf dem Weg zur Arbeit die volle Motorunterstützung des Pedelecs.
Wer nicht ins Schwitzen kommen möchte, nutzt auf dem Weg zur Arbeit die volle Motorunterstützung des Pedelecs. | Bild: Tobias Hase/dpa-tmn

Es wird voller auf Karlsruhes Straßen - dass mehrere Verkehre rücksichtsvoll harmonieren können, zeigt das Beispiel Günther-Klotz-Anlage: Radfahrer treffen auf Fußgänger und das ohne größere Zwischenfälle. Diese gegenseitige partnerschaftlichen Verkehrsbeteiligung wünscht sich die Polizei auch in anderen Bereichen.

Warum die verstärkten Kontrollen?

Warum die verstärkte Kontrolle? Insgesamt sind die Zahlen der Unfälle mit Radfahrern im Vergleich zum Vorjahr zwar gesunken (221 waren es von Januar bis Mai 2020, 235 im Jahr zuvor), doch Radfahrer sind häufig Unfallursache: Bei mit Radfahrern beteiligten Unfällen sind es knapp über 50 Prozent. Es werden Vorfahrtsregeln missachtet, Rotlicht überfahren, am Handy telefoniert oder auf der falschen Seite gefahren. 

Bild: cob

Doch auch Autofahrer sind bei der Schwerpunktsetzung nicht außen vor: Sie sind angehalten, den Abstand zu wahren und Radwege nicht zuzuparken und so die Anzahl der gefährlichen Situationen für Radfahrer zu verhindern. "Es sind immer mehrere Aspekte, die eine Rolle spielen", so der Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Karlsruhe.

Künftig mehr Fahrradstreifen unterwegs

Die Polizei setzt bei den Schwerpunkt-Kontrollen künftig verstärkt auf Fahrrad- und Motorradstreifen: Rund 100 Räder stehen den Beamten zur Verfügung. Der Impuls ist wohl überlegt und der Karlsruher Polizei wichtig. Denn: werden die Beamten dort eingesetzt, fehlen sie an anderer Stelle.

"Wir können Polizisten nicht beliebig vermehren und erwarten sehnlichst Verstärkung", so Plate zur Personalplanung. Der Nachwuchs ist bereits in Ausbildung und soll auch bald den Dienst antreten - bis dahin bleibt die Einsatzplanung ein "Spagat".

Martin Plate im Videointerview

 

 

 

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Auf dem Sattel durch die Fächerstadt: Die neuesten Fahrradstraßen, die schnellsten City-Routen und viele weiteren Tipps und Tricks rund ums sichere Radeln in Karlsruhe.

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  •   mkossmann
    (145 Beiträge)

    26.06.2020 12:00 Uhr
    verkehrsberuhigte Bereiche
    Zitat von https://www.ka-news.de/member/Prof.Baerlapp/ Obwohl man gefahrlos auf den Straßen fahren kann, nutzen manche Radfahrer den Gehweg

    Obwohl man problemlos auf der Fahrbahn Parken kann ,parken viele Autofahrer auf dem Gehweg
    Zitat von https://www.ka-news.de/member/Prof.Baerlapp/ Sogar im verkehrsberuhigten Bereich kommt das vor.

    Im verkehrsberuhigten kann das schon deswegen nicht vorkommen, weil es dort per Definition weder Gehweg noch Fahrbahn gibt. Wenn der vbB dennoch so gestaltet ist, sollte der dafür verantwortliche Planer geteert und gefedert werden. Denn damit erreicht er nur, das ein Großteil der Kraftfahrer auf der imaginären Fahrbahn statt Schrittgeschwindigkeit (4-7 km/h) einzuhalten mit 20-30 km/h durch den vbB rasen. Und somit Fußgänger wesentlich stärker gefährden wie Radfahrer.
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  •   udoh
    (1885 Beiträge)

    25.06.2020 21:08 Uhr
    Polizei auf dem Fahrrad - sehr gute Sache - aber bitte nicht im Aufrag der BUSgeldstelle
    1. bekommen die Beamten die Probleme einer KVV-lastigen Verkehrsplanung mit
    2. sind sie wesentlich näher am Geschehen als im Auto. Also auch ganz schnell mal in den Parks, Rad- und Waldwegen.
    So sehr mir die Präsens dort gefällt, so sehr hoffe ich auf Augenmaß wenn keine Gefährdung zu erwarten ist, z.B. bei Abkürzungen gegen die Wunschrichtung auf Radwegen (ich denke an KVV-Absprerrzäune oder eine statt 3 Ampeln+Schienenroltlicht mit Schaltungen bei denen ich mich manchmal frage wie man es so schlecht hinkriegen kann.
    Zwar fühlt man die Minuten Wartezeit wenn man als Radler über die runde Todeskreuzung will anders auf Streife ist als wenn man von A nach B will, aber spätestens wenn die guten mal eine Ampel am Ende der Grünphase überqueren und merken wie schnell der Querverkehr ihnen bei Grün in die Quere kommt, könnte es ja etwas helfen...
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  •   Weichei
    (755 Beiträge)

    25.06.2020 20:19 Uhr
    Vorsicht Polizei
    Das Ganze mit viel Gefuehl handhaben, Denkt an Stuttgart.
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  •   malerdoerfler
    (6056 Beiträge)

    25.06.2020 23:39 Uhr
    Polizei........
    seit Stuttgart mit gemischten Gefühlen zu betrachten?
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  •   Karsten2010
    (190 Beiträge)

    25.06.2020 17:28 Uhr
    Vorher ...
    ... sollten aber noch einige Verkehrsplaner ihre Hausaufgaben erledigen um Gleichberechtigung zwischen verschiedenen Verkehrsträgern herzustellen. Dringendstes Problem wäre die Abschaltung SÄMTLICHER Bettelampeln. Eine Ampel hat für alle, die parallel fahren, umzuschalten und nicht bloß für den PS-Verkehr.
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  •   Holzbiene
    (99 Beiträge)

    25.06.2020 17:27 Uhr
    Die große Mehrheit der Autofahrer ist sehr rücksichtsvoll
    Ich fahre im Schnitt übers Jahr 1000 km je Monat mit dem Fahrrad.

    Mehr als 99% der Autofahrer fahren wirklich sehr rücksichtsvoll. Der keine Rest blockiert Radspuren, nimmt einem die Vorfahrt, blendet nachts rücksichtslos auf, überholt in cm-Abstabstand etc. pp. und die fallen damit natürlich sehr unangenehm auf.

    Die Quote der Radfahrer, die sich nicht an die Regeln halten, ist deutlich höher – zum Teil vorsätzlich, aber häufig genug auch aus einfacher Dummheit.

    Ganz besonders übel die Kollegen mit leistungsstarken Lichtanlagen, die zu doof sind, den Scheinwerfer so einzustellen, dass der Gegenverkehr nicht geblendet wird. Die Lampe soll 10 m der Straße ausleuchten und nicht den Horizont!

    Früher mit den Halogen-Tranfunzeln war das kein Problem, aber mit den heutigen LED-Lampen kann einem das auf schmalen Wegen regelrecht die Sicht nehmen.

    Das sollte die Polizei endlich auch kontrollieren. Auch die Presse sollte sich des Themas annehmen.
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  •   stefko
    (2310 Beiträge)

    25.06.2020 21:07 Uhr
    12000 km pro Jahr?
    Damit wärst Du ja schon in der Liga eines ambitionierten Amateur-Fahrers, also knapp 33km jeden(!) Tag, Respekt ... zwinkern
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  •   Freigeist1
    (1477 Beiträge)

    25.06.2020 21:00 Uhr
    Der Unterschied ist eben, dass
    ein Auto aufgrund von Gewicht und Geschwindikgeit "eine Waffe" ist, was manche leidvoll erfahren, ich meine da ausdrücklich Opfer und Täter. Das Rad ist eher keine "Waffe". Wer sich blöd anstellt, fällt eben auf die Nase.
    Daher richten die vielen "tollen" Autofahrer - ich schätze eher 60% statt 99% - eben in jeder Hinsicht viel größeren Schaden an als die "schlimmen" Radler.
    Deswegen braucht man zum Autofahren z.B. auch einen Führerschein.
    Beim Radeln nicht.
    Weil die Gefahr und Gefährdung eben eine ganz andere ist.
    Wer diesen zentralen Punkt ausblendet, kommt natürlich zu völlig schrägen Schlüssen.
    In Wirklichkeit ist es meiner Erfahrung nach so, dass Autofahrer oft einen Stau bilden und sich dann über die Radler ärgern, die einfach flotter vorankommen. Das sind vermeintliche oder echte Verstöße der Radler ein gern genommener Anlaß, seinem Frust freien Lauf zu lassen.
    Na ja, wer's braucht...
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  •   Holzbiene
    (99 Beiträge)

    02.07.2020 01:42 Uhr
    Verstehe ich nicht…
    Zitat von https://www.ka-news.de/member/Freigeist1/ ein Auto aufgrund von Gewicht und Geschwindikgeit "eine Waffe" ist, was manche leidvoll erfahren, ich meine da ausdrücklich Opfer und Täter. Das Rad ist eher keine "Waffe". Wer sich blöd anstellt, fällt eben auf die Nase.


    Was das mit meiner Beobachtung, dass 99% der Autofahrer sehr rücksichtsvoll fahren zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

    Mit rücksichtvoll meine ich, dass sie sich mehr zurück nehmen, als mir notwendig erscheint. Mag sein, dass ich nicht besonders ängstlich bin, weil sehr routiniert.

    Dass Autos als "Waffen" missbraucht werden, sind wohl sehr seltene Sonderfälle. Dass ihr Gefahrenpotential höher ist, als das eines Fahrrads stimmt, aber genau deswegen fahren die Leute ja rücksichtsvoll.
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  •   Freigeist1
    (1477 Beiträge)

    25.06.2020 14:53 Uhr
    Kann aber auch sein, dass die
    Fahrrad-Cops dann mal am eigenen Leibe erfahren, wie den Radfahrern das Leben schwer gemacht wird. Und sie dann mal auf Radwegen parkende Auto abschleppen lassen; Rechts-vor-links-Ignoranten und Radler-Vorfahrtsmißacheter stellen (Pkw Durchgangsverkehr Hirschstraße); durch Verbotszonen durchfahrende Autolenker rausziehen (Zooeingang Hbf, Haltestelle Konzerthaus, Fußgängerzone Erbprinzenstr.), Abstandsignoranten/-innen zur Rechenschaft ziehen; Nötiger belehren die RAdler auf ehemalige Radwege verbannen wollen; Fehlbeschilderungen verbessern, etc.
    Ich bin da sehr zuversichtlich
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