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Karlsruhe Durchfahrt verboten: Kleine Kameras sollen am Karlsruher Zirkel den Verkehr überwachen

Da sich die Karlsruher nicht an die Verkehrsregeln hielten, hat die Stadt am Zirkel im vergangenen Jahr eine Durchfahrtssperre errichtet. Wer seitdem unerlaubterweise die Abkürzung nutzen wollte, musste umkehren. Die Maßnahme hat sich bewährt: Sowohl die eingesetzten Verkehrskameras als auch die Barriere erhalten nun ein "Upgrade" - und die Sperrung wird zur Dauerlösung.

Der Zirkel in Karlsruhe ist wohl eine der bekanntesten Straßen der Stadt und macht seinem Namen alle Ehre: Mit einer Länge von rund 750 Metern verläuft der Zirkel südlich des Karlsruher Schlosses in einem Halbkreis. Es soll eine ruhige Straße sein, doch das Durchfahrtsverbot für Autos wurde in den vergangenen Jahren missachtet.

Bild: rmv

Denn der Zirkel war für viele Autofahrer eine beliebte Abkürzung durch die Stadt. Der Vorschrift, dass eigentlich nur Anlieger die Straße nutzen dürfen, wurde mit wenig Respekt begegnet.

Navis haben die Autofahrer fehlgeleitet

Ein weiteres Problem: Viele Navigationsgeräte haben in der Vergangenheit ortsunerfahrene Autofahrer durch den Zirkel gelotst. "Wir haben dann mit den Herstellern Kontakt aufgenommen und nun ist die Straße in den meisten Geräten als gesperrt hinterlegt", sagt Björn Weiße, Leiter des Ordnungsamtes Karlsruhe, im Gespräch mit ka-news.de.

Björn Weiße, Leiter des Ordnungsamtes.
Björn Weiße, Leiter des Ordnungsamtes. | Bild: Archiv/Paul Needham

Im Jahr 2019 hat die Stadt letztendlich durchgegriffen und in der Mitte des Zirkels eine Barriere aufgestellt. Seitdem heißt es für Autofahrer: Wollen sie den Zirkel - unerlaubterweise - durchfahren oder als Abkürzung nutzen, stehen sie nach kurzer Zeit vor der Absperrung und müssen zurück. 

Wendemanöver gefährden Fußgänger und Radler

Da viele Fahrradfahrer und Fußgänger auf dem Zirkel unterwegs sind, waren diese Wendemanöver der Autos anfangs ein Problem. Denn die rangierenden Autos stellten eine Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer dar.

Auto wendet an Barrikade auf Zirkel
Wendemanöver wie dieses stellen eine Gefahr für Fußgänger und Radfahrer dar. | Bild: Corina Bohner

Aus diesem Grund hat die Stadt im Oktober 2019 begonnen, die Stelle mit Verkehrskameras - sogenannten "Traffic Eyes" - zu überwachen. Dabei handelt es sich um Wärmebildkameras, die das Geschehen auf der Straße mittels Infrarotlicht festhalten. Personen oder Kennzeichen sind auf den Kamerabildern nicht zu erkennen.

Die Kameras kommen zurück - mit neuer Technik

Mittlerweile sind die Kamerahalterungen an den Laternenmasten allerdings leer, die "Traffic Eyes" aus dem Zirkel verschwunden. Denn die erste Phase der Videoüberwachung ist bereits beendet. "Die Wendevorgänge haben immer weiter abgenommen", so Björn Weiße zu den Ergebnissen der Auswertung. "Das Verkehrschaos am Zirkel hat sich weitestgehend beruhigt."

Kabelsalat: Hier an dieser Laterne war im letzten Jahr eine Verkehrskamera angebracht. | Bild: rmv

Bisher mussten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes das Bildmaterial selbst sichten und die Wendevorgänge händisch zählen. "Das war in der Zeit des Corona-Pandemie personell nicht mehr möglich", sagt der Ordnungsamts-Chef. Doch die Kameras sollen wiederkommen und mithilfe künstlicher Intelligenz die Daten in Zukunft selbst auswerten können. Wann das geschieht, steht aber noch nicht fest.

Nicht nur die Kameras, auch die Barriere in der Mitte des Zirkels bekommt ein "Upgrade". Aus der Sperre aus Schildern und Verkehrsinseln werden in Zukunft intelligente, versenkbare Poller - auch, wenn Björn Weiße dieser Idee im vergangenen Jahr noch kritisch gegenüberstand

Intelligente Durchfahrtssperre: Die Poller können abgesenkt werden. | Bild: pixabay.com

Der Vorteil aber soll jetzt sein: Sie erkennen selbst, welchen Verkehr sie durchlassen dürfen und verschwinden bei Bedarf im Asphalt. So könnten beispielsweise die roten Sightseeing-Doppeldeckerbusse wieder durch den Zirkel fahren. "Der smarte Poller erkennt den Bus, sinkt ganz automatisch und macht den Weg frei", sagt Björn Weiße. 

Die Verhandlungen mit der EnBW, in deren Kooperation die Stadt die Poller installiert, seien bereits abgeschlossen. Noch vor den Sommerferien sollen sie am Zirkel installiert werden. Für Autofahrer bedeutet das: Die Durchfahrtssperre wird vom Provisorium zur Dauerlösung.

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  •   FCKSUV
    (604 Beiträge)

    08.06.2020 14:15 Uhr
    Meinen Sie die Kameras springen vom Laternenmast
    und verhindern die Verkehrsverstöße? zwinkern
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  •   Celine
    (58 Beiträge)

    08.06.2020 13:31 Uhr
    Überflüssig
    Zu dieser Durchfahrtssperre gibt es nur eines zu sagen: Weg damit, besser gestern als heute. Dann hören auch die Wendelmanöver auf, und Anlieger kommen auf direktem Weg dahin, wo sie hin wollen.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1558 Beiträge)

    08.06.2020 23:45 Uhr
    Wäre ganz schön
    doof, sich als Anwohner immer wieder an der gleichen Stelle zu verfahren zwinkern
    Nee, nee, um die geht es hier echt nicht, auch wenn Du die gern vorschieben willst...
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  •   haku
    (4189 Beiträge)

    08.06.2020 15:02 Uhr
    Artikel gelesen? (kwT)
    kwT
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  •   hendibal
    (1 Beiträge)

    08.06.2020 11:29 Uhr
    Bei google leider immer noch möglich
    Google zeigt leider immer noch an dass eine Durchfahrt möglich ist.
    Ich habe zwar schon Rückmeldung an google gegeben, dass dies nicht möglich ist und auch schon der Stadtverwaltung geschrieben, die meint aber dass sie keinen Einfluss haben.

    Daher die Frage, kann aus dieser Runde der ein oder andere ein Feedback an google geben, soll helfenhelfen.
    Zitat:
    "ja, wähle die Strasse aus und klicke dann auf Feedback geben.
    Am besten in der Google Maps App, da man dort auch das Ende der Sperre angeben kann.
    Meist sind allerdings 3-4 Meldungen nötig, bis das umgesetzt wird."

    Vielleicht bekommen wir es ja gemeinsam hin, dass die Durchfahrt auch nicht mehr bei google maps als mögliche Route angezeigt wird. Denn Open Street Maps bekommt es z.B. schon hin.
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  •   patrickkk
    (2050 Beiträge)

    08.06.2020 11:09 Uhr
    ...
    Wenn das Ordnungsamt sich an die Regeln halten würde wäre in Karlsruhe vieles einfacher.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1558 Beiträge)

    08.06.2020 08:56 Uhr
    Sehr gut! Bitte unbedingt solche
    intelligenten Poller auch
    - in der Erbprinzenstraße (zw. Karl- und Herrenstr.)
    - am Hauptbahnhof (Höhe Stadtgarten-/Zooeingang
    - an der Haltestelle Konzerthaus
    einbauen, am besten auch in Kombi mit Kameras.

    Denn: Schilder haben gegen Gewohnheiten und Navis keine Chance. Da helfen nur bauliche Maßnahmen und ggfs. Verwarnungsgelder, die eine "Langzeit-Merkwirkung" beim Autofahrer hervorrufen.
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  •   Urbadner
    (133 Beiträge)

    08.06.2020 18:40 Uhr
    Ja die bösen
    Autofahrer. Bin ich froh, dass alle
    Fahrradfahrer sich an die Regeln halten....
    Hauptsache Weltfahrradhaupstadt Karlsruhe.

    Schafft Autos komplett in der Innenstadt ab. Dann können sich die Radfahrer gegenseitig die Köpfe einrennen. Mit Verkehrsregeln haben es die Meisten nicht so!
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  •   Avatar
    (831 Beiträge)

    08.06.2020 18:53 Uhr
    Urbadener
    In diesem Bericht geht es um Autofahrer und nichts anderes. Vielleicht noch mal lesen?
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  •   badener
    (4 Beiträge)

    09.06.2020 08:28 Uhr
    Das stimmt
    In Karlsruhe dreht sich gefühlt alles Negative um die Autofahrer. Die bösen Falschparker, -fahrer, die Zuschnellfahrer etc. Vielleicht sollte man einfach Mal fair bleiben und als Fahrradfahrer sich den selben Schuh anziehen. Ich bin sowohl Rad als auch Autofahrer und fahre/halte auch nicht immer regelkonform, aber irgendwann ist es auch wieder gut mit der verteufelung der Autofahrer.
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