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Karlsruhe Sharing kommt auch bei Fahrrädern (gut) an: In Karlsruhe finden sich immer mehr Leih-Angebote

Registrieren, ausleihen, losradeln: Miet- und Leihfahrräder liegen in Karlsruhe offenbar im Trend. Mehrere Anbieter konnten sich in den vergangenen Jahren in der Fächerstadt etablieren. ka-news hat die verschiedenen Sharing-Angebote im Überblick - vom Lastenrad bis zum Monatsabonnement.

Um in Karlsruhe mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, braucht man nicht unbedingt einen eigenen Drahtesel. Erst 2017 wurde Karlsruhe erneut als fahrradfreundliche Kommune ausgezeichnet. Fahrradverleihsysteme stellen seit einigen Jahren ein florierendes Konzept in der Fächerstadt dar. 

Das vielleicht bekannteste Angebot ist das "Fächerrad". Seit 2014 steht das von der "nextbike GmbH" betriebene System als Alternative zum Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Verfügung. Insgesamt stehen in Karlsruhe an 24 Stationen rund 300 Fahrräder bereit. Die Fahrt mit dem Fächerrad kostet den Kunden einen Euro pro angefangener halber Stunde.  

Fächerrad am Hauptbahnhof
(Symbolbild) | Bild: Paul Needham

Der Tageshöchstsatz, der nach viereinhalb Stunden automatisch greift, beträgt neun Euro. Für Inhaber der Jahreskarte, die 48 Euro kostet, ist die erste halbe Stunde frei. Geliehen und zurückgegeben werden können die Räder bei einem der zahlreichen Terminals in der Fächerstadt.

Fächerrad Karlsruhe
Das Fächerrad ist ein Leihfahrrad-Angebot, das in ganz Karlsruhe genutzt werden kann. | Bild: nextbike Deutschland

Eine zusätzliche Rückgabe bietet sich noch in den sogenannten "Flexzonen". Entlang einer Hauptstraße oder einer größeren Straßenkreuzung können die Räder abgestellt werden. Über die App oder den Bordcomputer am Fahrrad müssen Nutzer lediglich den Standort des Gefährts angeben, sobald sie vom Sattel steigen. Laut Betreiber legen Radler eine durchschnittliche Strecke von 1,7 Kilometer pro Ausleihe zurück.

Fächerrad wird zum KVV.nextbike

Ab 1. März ändern sich ein paar Dinge: Dann wird aus dem Fächerrad das KVV.nextbike. Mit dem eigenen Fahrradverleihsystem baut der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) sein Mobilitätsangebot weiter aus. Bislang war das Fächerrad nur im Stadtgebiet von Karlsruhe verfügbar. Nun soll das Bikesharing-Angebot auch in weiteren Teilen des Verkehrsverbundes etabliert werden, heißt es in einer gemeinsamen Pressemeldung von KVV und nextbike. 

Fahrradfahrer in Karlsruhe
Fahrradfahrer in Karlsruhe. | Bild: Thomas Riedel

Die Leipziger Firma bekam auch den Zuschlag für den Betrieb des neuen Verleihsystems. Für die bisherigen Fächerrad-Nutzer ändere sich laut KVV und nextbike GmbH nichts. Alle registrierten Kunden werden in den neuen Kundenstamm übernommen. Im Frühjahr 2019 werden laut KVV 300 neue Mieträder im Stadtgebiet aufgestellt.

Mit "Lastenkarle" zum Supermarkt

Falls auch mal große Sachen transportiert werden müssen, schafft "Lastenkarle" mit seinem Angebot Abhilfe. An drei Stationen in der Fächerstadt können Lastenräder kostenlos ausgeliehen werden. "Viele nutzen die Lastenräder zum Transport ihres Einkaufes. Aber auch Familien leihen sie aus, um ihre Kinder zur Kita oder der Schule zu bringen", so Christian Büttner, Vorstandsmitglied der Lastenräder für die Region Karlsruhe gegenüber ka-news. "Erst vor Kurzem hat eine Familie ein Gefährt über das komplette Wochenende geliehen um eine ausgiebige Fahrradtour zu unternehmen."

Bild: Reiff

Das Angebot finanziert sich rein durch Spenden. "Die Spendenbereitschaft der Leute ist auf jeden Fall gegeben. Manchmal muss man die Leute nur daran erinnern", sagt Büttner und schmunzelt. Trotzdem ist er sehr zufrieden.

Bald mehr Lastenräder in Karlsruhe?

Das Ausleihverfahren ist simpel: Online können Nutzer ihr Lastenrad reservieren und an einer der Stationen abholen und nach Gebrauch wieder zurückbringen. Ein Teil der Lastenräder hat einen integrierten, elektrischen Motor, um die Radler bei Fahrten mit schweren oder sperrigen Sachen zu unterstützen. Ein E-Bike sozusagen. Kritikpunkt der Kunden ist laut Büttner, dass teilweise keine Räder zur Verfügung stehen. "Demnächst folgt ein weiteres Rad für die Südstadt", kündigt Büttner an.    

"Call a bike" der Deutschen Bahn

Doch Fächerrad und Lastenkarle sind nicht die einzigen Verleihsysteme für Fahrräder in Karlsruhe. Auch die Deutsche Bahn (DB) hat mit "Call a bike" ein Angebot geschaffen, mit dem sich Räder kostengünstig mieten lassen.

Zwei Stationen gibt es in der Fächerstadt: eine auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes, eine am Durlacher Bahnhof. Eine Ausweitung der Standorte ist nach Aussage einer Sprecherin der DB gegenüber ka-news derzeit aber nicht geplant.

Die insgesamt zehn Räder lassen sich nach Angaben der Bahn per Telefon, App, Kundenkarte oder an einem Terminal ausleihen. "Die ICE-Stationen von 'Call a bike' sollen Bahnkunden eine Anschlussmobilität für die so genannte letzte Meile bieten", erklärt die Bahnsprecherin das Leih-Konzept.

"Swapfiets" eröffnet Standort in Karlsruhe

Seit Dienstag bekommen die bisherigen Angebote in der Fächerstadt Konkurrenz aus Holland: Das niederländische Start-up "Swapfiets" hat einen Standort in der Herrenstraße eröffnet. Das Besondere an dem Service: Statt sich ein Rad - wie bisher - nur stunden- oder tageweise auszuleihen, bietet Swapfiets ein komplettes Fahrrad-Abonnement.

Swapfiets
"Swapfiets" ist ein holländisches Start-up. Seit 15. Januar 2019 hat es einen Standort in Karlsruhe. | Bild: Swapfiets

Zu einem monatlichen Festpreis von 17,50 Euro, Studenten zahlen 15 Euro, erhalten Kunden ein persönliches Rad, das sie so lange behalten können, wie das monatlich kündbare Abo läuft. Ist der Drahtesel einmal kaputt oder wird gestohlen, verspricht das holländische Unternehmen nach eigenen Angaben garantiert innerhalb eines Tages für Ersatz zu sorgen. Mit Karlsruhe eröffnet "Swapfiets" seinen elften Standort in Deutschland. Zudem gibt es das Angebot nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Dänemark und Belgien.

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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Auf dem Sattel durch die Fächerstadt: Die neuesten Fahrradstraßen, die schnellsten City-Routen und viele weiteren Tipps und Tricks rund ums sichere Radeln in Karlsruhe.

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  •   Route66
    (1771 Beiträge)

    18.01.2019 15:04 Uhr
    Es steht Dir
    frei im Internet Kurzbilanzen einzelner Unternehmen kostenpflichtig runterzuladen. Da kannst Du sehen ob sie Gewinn machen.
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  •   schoenix
    (129 Beiträge)

    18.01.2019 09:47 Uhr
    Immer voll
    Als mein eigenes Rad kaputt war habe ich eine Zeitlang diese Leihräder verwendet und je nachdem wo ich war und zu welcher Uhrzeit hat es schonmal etwas gedauert ein freies zu finden.
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  •   andip
    (9795 Beiträge)

    18.01.2019 08:44 Uhr
    Warum sollten die veröffentlichen?
    Die Radverleiher sind private Firmen und deren Zahlen gehen die Öffentlichkeit nichts an sondern nur das Finanzamt.
    Wenn die nur Miese machen würden, würden die mehr oder weniger bald wieder verschwinden.
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  •   Svetogor
    (322 Beiträge)

    17.01.2019 14:38 Uhr
    ?
    Gibt's denn heutzutage noch Leute, die kein eigenes Fahrrad haben?
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  •   IchKA
    (733 Beiträge)

    17.01.2019 17:52 Uhr
    Für ein werbefreies Leihrad zu zahlen
    ist völlig ok und belebt das Geschäft, aber als radelnde Werbefläche mit den hässlichen schweren Dingern durch die Stadt zu fahren und dafür noch zu zahlen ist nicht attraktiv.

    Man darf gespannt sein wie sich die hölländischen Swapfiets etablieren und viel Erfolg wünschen ...
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  •   Denkfehler
    (85 Beiträge)

    17.01.2019 17:09 Uhr
    Eigenes Rad ja...
    .... aber wenn ich mir den normalen Fahrradbestand in den deutschen Radkellern / Fahrradständern so ansehe, sind die wenigsten davon tatsächlich fahrbereit - von verkehrssicher mal ganz zu schweigen.
    Da werden die schon froh sein, mal ein fahrtaugliches Rad ausleihen zu können.
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  •   bier2
    (884 Beiträge)

    17.01.2019 15:29 Uhr
    wir haben in der Firma Kollegen
    die pendeln mit dem Zug und nehmen sich dann ein Leihrad. Bei 48.-/Jahr ist die erste halbe Stunde frei.
    Kostet also nicht bis auf die 48.- und ist damit günstiger als eine eigenes Rad an den bahnhof stellen das dann evt. demoliert wird. Ist auch praktischer da man sich um nix kümmern muss.
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    17.01.2019 15:03 Uhr
    Ich muss in
    .... KA auch kein Fahrrad ausleihen. Aber z. B. für Besucher der Stadt, der selten sein Rad dabei hat. Ich habe so ein Radausleihsystem im letzten Sommer in Köln genutzt.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11387 Beiträge)

    16.01.2019 21:36 Uhr
    @ka-news: wer hat denn diese Überschrift kreiert?
    "Auf dem Drahtesel durch die Karlsruhe"

    da bleibt mir die Spucke weg!
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  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    17.01.2019 14:59 Uhr
    18 Semester "Irgendwas mit Medien"
    haben sich gelohnt. grinsen
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