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Karlsruhe Radfahrer als Geisterfahrer: Stadt Karlsruhe reagiert auf Beschwerden - und erntet Kritik

Karlsruhe ist eine Fahrradstadt. Das wurde ihr mehrfach attestiert, und so sieht man sich bei der Stadt auch selbst. Daher stellt sich vielen Pedalrittern nun die Frage, warum ihnen das (Rad-)Leben zwischen Ostring und Oststadtkreisel so schwer gemacht wird. Aufgrund der Baustelle dort fühlen sich viele Radler gezwungen, als Geisterfahrer unterwegs zu sein - und wurden dafür nun von der Stadt mit einem Ordnungsgeld bestraft. Denn der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) hat mehrfach im Bereich der Wolfartsweierer Straße kontrolliert.

Die Kontrollen stoßen unter anderem Ralf sauer auf, der sich an die ka-news.de-Redaktion gewandt hat. "Ich war dort das erste mal unterwegs, vom Ostring Richtung Wolfartsweierer Brücke", sagt er, "und kurz nach der Bahnbrücke wurde ich von zahlreichen Beamten empfangen, die mir mein Vergehen deutlich vor Augen führten!" Dabei war er, so beschreibt er die Situation vor Ort, "gezwungen, ein Stück, etwa 50 Meter, auf dem Radweg in die falsche Richtung zu fahren". 

Der kommunale Ordnungsdienst (KOD).
Der kommunale Ordnungsdienst (KOD). | Bild: Archiv/Paul Needham

StVO gilt für alle Verkehrsteilnehmer

Bei der Stadt sieht man das anders. Auch für Radfahrer gelte die Straßenverkehrsordnung (StVO). Sind in beiden Fahrtrichtungen Radwege mit den entsprechenden Schildern ausgewiesen, müssen Radfahrer den Weg benutzen, der für ihre Fahrtrichtung ausgeschildert wurde. Ist dieser von einer Baustelle blockiert, müssen sie eben einen Umweg in Kauf nehmen und eine andere Route wählen.

Eröffnung Radroute 15 Innenstadt nach Hagsfeld
Bei diesem Schild sollten einem Radfahrer keine Geisterfahrer entgegen kommen. | Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

An der Wolfartsweirer Straße scheinen das allerdings derzeit viele Radfahrer nicht zu tun: "Mehrere Beschwerden zum Fehlverhalten von Radfahrern und entsprechenden Gefahrensituationen sind bei uns eingegangen, daher wurde der Kontrollpunkt in dem Bereich gewählt", heißt es von Seiten der Stadt und dem Ordnungsamt (OA) auf Anfrage von ka-news.de.

38 Radfahrer wurden am 13. August dort "auf frischer Tat ertappt", wie sie als Geisterfahrer unterwegs waren - innerhalb einer Stunde. "Daher hat der KOD am darauffolgenden Tag erneut eine Kontrolle durchgeführt", so Stadt und OA weiter. 

"Spezielle Verkehrssituation aufgrund der Baustelle"

Den Grund für all die Falschfahrer hat ka-Reporter Ralf schnell ausgemacht: "Durch die Baustellensituation und die Sperrung am Oststadtkreisel ist die Fahrt in Richtung Wolfartsweierer Brücke sehr eingeschränkt und teilweise nur einseitig möglich. Dort ist also wirklich eine spezielle Verkehrssituation!" Er hätte sich einen "fairen Umgang" gewünscht. Davon habe bei dieser Kontrolle nicht gesprochen werden können.

Falschfahrende Radfahrer am Ostring
Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Doch Unwissenheit ob der Baustellenführung schützt vor Strafe nicht: ka-Reporter Ralf geht davon aus, dass er in den nächsten Tag mit dem Bußgeldbescheid rechnen kann: 20 Euro werden dann fällig. Dabei ist das noch die günstigere Variante. "Wer andere Verkehrsteilnehmer gefährdet muss mit 30 Euro Verwarnungsgeld rechnen", so eine Pressesprecherin der Stadt gegenüber ka-news.de.

Zahlen will ka-Reporter Ralf das Bußgeld und für sein "Vergehen gerade stehen". Er hat nur kein Verständnis für die unübersichtliche Situation in diesem Bereich. 

Falschfahrende Radfahrer am Ostring
Hier können Radfahrer eigentlich die Wolfartsweierer Straße queren - eigentlich. Doch wegen der Baustelle ist das nicht möglich. | Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Beschwerden über Radfahrer nehmen stetig zu

"Fehlverhalten gibt es bei allen Verkehrsteilnehmern", weiß  man bei der Stadt. "Doch die Anzahl der täglich beim Ordnungsamt eingehenden Bürgerbeschwerden über rücksichtslose Radfahrer nimmt seit etwa zwei bis drei Jahren stetig zu!" Die meisten Beschwerden über rücksichtslose Radfahrer betreffen laut Stadt und OA das unerlaubte Fahren auf dem Gehweg, unerlaubtes Fahren in der Fußgängerzone sowie die Missachtung von Ampeln.

Daher werde es auch in Zukunft Kontrollen der Polizei und des KOD geben: "An Stellen, wo viele Verkehrsteilnehmer durch Missachtung der Verkehrsregeln auffallen und sich hierdurch selbst sowie andere Verkehrsteilnehmer gefährden", so Stadt und das OA gegenüber ka-news.de. Auch hier seien die "Dauerbrenner" radeln in der Fußgängerzone sowie auf dem Gehweg. 
 

Fahrradstadt Karlsruhe: Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf? Wo klappt es schon sehr gut? Wo kann die Situation für Fahrradfahrer verbessert werden und so Konfliktlinien mit Fußgängern und Autofahrern entschärft werden?

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  •   Karsten2010
    (162 Beiträge)

    25.08.2019 20:08 Uhr
    sollte unter Kommentar von runeb68 weiter unten
    ...
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  •   Rino
    (284 Beiträge)

    25.08.2019 18:24 Uhr
    Immer aggressiver
    Über entgegen der Fahrtrichtung fahren regt mich schon lange nicht mehr auf.
    Aber die tollsten Spezies sind die Rennradler die von Hinten kommen und mit Minimalabstand an einem vorbeibrettern. Haben anscheinend keine Klingel oder Hupe.
    Als Ausrede kommt dann "man könnte ja jemand erschrecken", blöder gehts wohl nicht.
    Habe mir jetzt einen Rückspiegel montiert um dann nach Formel 1 Manier den Weg voll aus zu nutzen.
    Mal sehen wer zuerst aus der Kurve fliegt.
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  •   runeb68
    (3 Beiträge)

    24.08.2019 13:38 Uhr
    Wirklich verboten?
    So ganz verstehe ich das nicht.

    Normalerweise heisst es doch wenn nur ein Radweg an einer Straße vorhanden ist darf man diesen auch in der Gegenrichtung benutzen. Wenn der andere wegen der Bausstelle nicht da ist würde ich das auch denken das ich da auf der anderen Seite fahren dürfte. Ich vermute allerdings das man Schilder aufgestellt hat die auf die abweichende unbefriedigende Regelung hinweisen.
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  •   mueck
    (10811 Beiträge)

    26.08.2019 19:07 Uhr
    !
    § 2 (4) sagt alles Nötige
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  •   schmiedel
    (23 Beiträge)

    26.08.2019 15:41 Uhr
    Nicht wirklich
    Wenn der "Gegenradweg" nicht eindeutig für beide Richtungen gekenntzeichnet ist, darf er nicht so benutzt werden. Dann wäre man als Radfahrer gezwungen, auf der Straße zu fahren. Damit hätten die Beamten glücklich sein dürfen, obwohl das bei der ehe schon wegen der Baustelle verengten Straße auch ein Problem für den KFZ Verkehr darstellt. zwinkern
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  •   fpfka
    (42 Beiträge)

    24.08.2019 20:23 Uhr
    Nicht ohne Pfeile
    Wenn auf einer Seite einer Straße ein Radweg vorhanden ist, dann fährt man in Gegenrichtung auf der Fahrbahn. Nur, wenn der Radweg explizit als Radweg für beide Richtungen ausgeschildert ist, darf/muß er auch benutzt werden.

    Schönes Beispiel, wo dieser Irrtum täglich auftritt: Brauerstraße. Der westliche Radweg ist nur für die Richtung "von Nord nach Süd" vorgesehen. Sieh man auch bspw. an der Position der Spiegel bei den Kfz-Zufahrten, die ihn kreuzen.
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  •   Der_dunkle_Turm
    (634 Beiträge)

    24.08.2019 11:49 Uhr
    Tatsächlich werden die Sitten im Radverkehr zusehends rauher.
    Waren es früher nur wenige, die sich komplett daneben benahmen, sind es inzwischen unerträglich viele, die ohne Rücksicht Slalomrennen um Fußgänger rum üben oder andere Radfahrer mit Minimalabstand in einem Affenzahn überholen und schneiden. Und sie fühlen sich auch noch im Recht. Fahrtrichtung? Egal, gerast wird dort, wo gerade frei ist.

    Und ganz übel, jetzt fühlen sich auch noch die klimabewegten älteren Semester bemüßigt, nach jahrelanger Abstinenz aufs Rad zu schwingen und sich in das anarchistische Gewühl zu stürzen.

    Da wird es wirklich Zeit für ein paar saftige Bußgelder. Gerne auch mal den Führerschein weg bei ganz gefährlichen Verstößen.
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  •   AlterMann
    (61 Beiträge)

    26.08.2019 12:57 Uhr
    Führerschein
    Führerschein abnehmen nützt aber nicht viel weil Radfahrer auch ohne ihn radeln dürfen.
    Viele sind vielleicht froh wenn sie nichts mehr haben wo "Führer" drauf steht. Das abartige Verhalten mancher Radfahrer wäre dann nur eine neue Variante im "Kampf regen rechts".
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  •   kevin_leser
    (42 Beiträge)

    23.08.2019 20:16 Uhr
    Herrlich ... Fehler machen - aber andere sind schuld
    imma widda erfrischend zu lesen wie sich die Schar hier teilt
    Für die Jaulenden & getroffenen Radler-Rabauken sind natürlich Autofahrer die Keimzelle des bösen! auch für die Bau Stellen!

    roll on!!!!
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  •   Südpfälzer
    (8 Beiträge)

    23.08.2019 18:38 Uhr
    Noch ein Grund mehr
    nicht mehr zum Einkaufen nach KA zu fahren -Fahrradstadt ... LOL!
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