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Karlsruhe Neue Fahrradstraße in der Kaiserallee: Stadt erweitert Karlsruher Radnetz

In Karlsruhe wird das Fahrradwegenetz erweitert: Symbolisch dafür enthüllte Bürgermeister Michael Obert im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche - eine Kampagne, die nachhaltige Mobilität vor Ort den Bürgern näher bringen soll - am Donnerstag ein neues Fahrradstraßenschild in der Kaiserallee.

Bereits im Jahr 2005 beschloss der Karlsruher Gemeinderat einstimmig das sogenannte "20-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs". Bestandteil des Programms ist das Radroutenkonzept mit rund 20 Hauptrouten und zahlreichen Nebenrouten. Nach und nach wurden im Rahmen dessen solche Routen in Karlsruhe geschaffen.

Heute - über 10 Jahre später - wird daran immer noch gearbeitet: Die am Donnerstag ausgewiesene Fahrradstraße in der Kaiserallee ist nach Angaben der Stadt eine Maßnahme zur Umsetzung des beschlossenen Konzepts. Die neue Fahrradstraße ist die letzte eines Paketes von zwölf neuen Fahrradstraßen, mit denen sich der Planungsausschuss bereits in den letzten zwei vergangenen Jahren befasst hatte.

Baubürgermeister Michael Obert (rechts) und Marcus Burkard, 1. Vorsitzender des Bürgervereins Weststadt, enthüllen das Fahrradstraßenschild. | Bild: Julia Wessinger

1.280 Radler an der Ecke Kaiserallee/Kochstraße

Als Nebenroute sei die Kaiserallee eine wichtige Radverbindung vom Westen der Stadt in die Innenstadt und umgekehrt. Wie Johannes Schell vom Stadtplanungsamt Karlsruhe gegenüber ka-news erklärt, wurden im Juli 2015 an der Ecke Kaiserallee/Kochstraße in der Zeit von 6 bis 20 Uhr an einem Werktag insgesamt 550 Autos und 1.280 Radler gezählt - also mehr als doppelt so viele Radler wie Autofahrer. Die Fahrradstraße erfüllt damit die wesentliche Forderung, dass der Radverkehr dominierende Verkehrsart sein muss.

Im Rahmen des aktuellen Maßnahmenpakets wurden nach Angaben der Stadt allerdings auch Karlsruher Straßen geprüft, die sich als nicht "fahrradstraßentauglich" ergaben: So könne beispielsweise die Erbprinzenstraße östlich der Lammstraße aufgrund des erhöhten Baustellenverkehrs nicht für den Radverkehr bevorzugt ausgewiesen werden.

Fahrradstraßenpiktogramm
Das Fahrradstraßenpiktogramm wird aufgebracht. | Bild: Julia Wessinger
ka-news-Hintergrund: Welche Regeln gelten für Fahrradstraßen?

Die Straßenverkehrsordnung sieht für Fahrradstraßen folgendes vor: "Fahrradstraßen kommen dann in Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist." Außerdem sei neben dem Kriterium der Anzahl der jeweiligen Verkehrsteilnehmer noch die Art des Autoverkehrs und die Belange der Fußgänger zu berücksichtigen: Durchgangsverkehr darf beispielsweise nicht über dem Anliegerverkehr überwiegen.

Im Weiteren müssen sich Autofahrer in einer Fahrradstraße an dem Fahrverhalten der Radler orientieren. Konkret gesagt: Autofahrer dürfen Radfahrer nur in Ausnahmen überholen und dürfen maximal 30 Stundenkilometer fahren.

Radfahrer dürfen in einer Fahrradstraße auch in der Mitte der Fahrbahn und nebeneinander fahren. Der Radverkehr muss eindeutig auf der Fahrbahn stattfinden. Die Ausnahme: Kinder bis acht Jahre müssen auch in Fahrradstraßen auf dem Gehweg fahren.
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Auf dem Sattel durch die Fächerstadt: Die neuesten Fahrradstraßen, die schnellsten City-Routen und viele weiteren Tipps und Tricks rund ums sichere Radeln in Karlsruhe.

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Kommentare (34)
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  •   mikado46
    (55 Beiträge)

    08.12.2017 15:27 Uhr
    Fahrradstrassen....
    Auf Fahrradstrassen dürfen Radfahrer nicht nur nebeneinander fahren , sondern offiziell auch freihändig.
    Von den drei abgebildeten Radfahrer, fährt der erste von rechts eindeutig freihändig.
    Ist aber Ordnungsamt und Polizei egal. Hauptsache politisch korrekt ( = Grün )
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  •   karlsruher1955
    (896 Beiträge)

    22.09.2017 15:05 Uhr
    Einfach Karlsruhe
    Da sieht man mal wieder mit was für schwierigen Aufgaben sich ein Karlsruher Bürgermeister beschäftigt. 😂😂😂
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  •   Manux
    (1 Beiträge)

    22.09.2017 11:37 Uhr
    Weitere Fahrradstraße
    Zuerst wäre es notwendig das bestehende Fahrradnetz zu sanieren. Die Schlaglöcher und Holperstrecken nehmen immer mehr zu. Inzwischen benötigt man für manche "Radwege" innerhalb von Karlsruhe ein Fully.
    Fahrradstraßen werden vermehrt zugeparkt - siehe Gartenstraße zwischen Karlstraße und Mathystraße. Hier steigt das Unfallrisiko, da Autofahrer selten Rücksicht auf uns Fahrradfahrer nehmen.
    Unsere Politiker sollten selber die Radwege benutzen, dann würden sie die Problematik kennen.
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  •   Holly-Golighty
    (2 Beiträge)

    22.09.2017 10:47 Uhr
    Schönes Artikel Startbild mit Beachtung NULL !
    Da steht unter dem Fahradstrassen Schild etwas abgegrenzt in Schwarzer Schrift auf weissem Grund noch was Wichtiges.

    KFZ-Verkehr mit MAX. 30 km/h frei !

    Als Anwohner ( in ) der Sophienstr. kann ich nur sagen, dass hier manche Radler extrem verärgert sind wenn man sich an die Max. 30 km/h hält und noch dazu die Rechts vor Links Vorschift beachtet.

    Leider darf hier DER Rad ( "Sport" ) fahrer im "Froome" Tempo über diese Strasse brettern wenn er will ohne Rücksicht auf Kinder und Ältere und nehmen zu müssen.

    UND das sind nicht nur "Einzeltäter" und "Rambo" Radler und der Freizeit "Telekom-Ulle" , auch der "Opa" und "Omi" mit dem Pedalec geben hier ordentlich "Vollgas".

    Die Mehrzahl der Radler fürt sich hier auf, wie die Zirkusaffen bei ersten Radfahrversuch.

    Rechts, Links, Diagona,l Fasche Fahrtrichtung , über den Fussweg wenn das Müllauto mal den Weg blockiert, durch die Parklücke usw. usw.

    Früher mit dem Autoverkehr war es deutlich "Stressfreier" !
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  •   Robert1959
    (1677 Beiträge)

    22.09.2017 10:45 Uhr
    Ich merke keinen Unterschied!
    Nach wie vor muss ich mit Fußgänger und Autofahrer rechnen und auf sichtweise fahren. Ich fühle das alles als Kosmetik. Ich fahre schon über 50 Jahre Fahrrad, trotzdem fühle ich bei manchen Stellen mit Unbeghagen, da wären die Brücke vor dem Mühlburger Bahnhof und die Brücke in Oberreut, beides nach Abfahrt einer Vorbrücke. Hier wäre ein Spiegel sehr hilfreich!
    Ein anderer Ort ist die Herrenalber Strasse und zwar im Winter, wenn sich Glatteis und Schnee bildet. Hier hat man beim Fallen nur die Möglichkeit zwischen LKW und Strassenbahn, aber auf der anderen Seite gibt es eine fast unbenutzte Strasse und gegenüber ein breiter Radweg. In anderen Städte kann man da in Gegenrichtung fahren! Die Fahrbahn, die kein Radfahrer wollte, könnte man den Autofahrern zurückgeben!
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  •   betablocker
    (926 Beiträge)

    22.09.2017 11:08 Uhr
    Die Abfahrt
    am Mühlburger Bahnhof unter die Südtangentenbrücke ist brandgefährlich. Hier reicht ein Spiegel nicht, da gehört definitiv eine Bremsschikane hin.
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  •   Mili
    (454 Beiträge)

    22.09.2017 08:04 Uhr
    Zwei Jahre braucht man
    für so eine Planung ? War da nur EINER am Werk ? Was kostet uns eigentlich der ganze Spaß? Demnächst werden wir (Radfahrer) wohl bald auch noch zusätzlich besteuert. Nummernschild auf's Radl. Und ab geht's.
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  •   Rino
    (220 Beiträge)

    22.09.2017 04:16 Uhr
    Wer bezahlt das Ganze?
    Wer bezahlt den ganzen Umbau? Der Steuerzahler sowieso, aber es ist an der Zeit das auch die Radler ihren Obolus leisten.
    Bin gerne bereit für eine 2 Jahresplakette bis zu einem Hunni beizusteuern.
    Vor allen Dingen sollten viel mehr Kontrollen durchgeführt werden und die Verstösse auch rigoros geahndet werden.
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  •   stefko
    (1817 Beiträge)

    22.09.2017 09:56 Uhr
    Die Radler LEISTEN ihren Obolus!
    Einfach in dem sie Steuern zahlen.
    Steuern sind in D niemals zweckgebunden, sondern landen alle in einem Topf und werden entsprechend des Haushalts verteilt. Die Einnahmen aus der Kraftfahrzeugsteuer liegen so bei ca. 8.6 Mrd/a, während die Haushaltsmittel des BMVI so ungefähr 27.5 MRD/a betragen. Also knapp 19 Mrd kommen aus anderen Steuertöpfen. Und wenn ein Radler zusätzlich noch ein Kfz besitzt, soll tatsächlich vorkommen, zahlt er ja auch die entsprechenden Steuern.
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  •   udoh
    (1685 Beiträge)

    21.09.2017 23:12 Uhr
    Vor der tollen "Erweiterung" sollte man
    die extrem gefährlichen Bereiche erstmal entschärfen. Klingt nicht so gut in der Statistik wäre aber eine gute Sache. Beispiele von lebensgefährlichen Strecken?
    Kriegstraße von der Rüppurer-Str - EttlingerStr. - Karlstr. darüber würde ich germe Fenrich samt seiner Käsigtruppe über seine Baustelle jeden Tag 20* im Berufsverkehr auf dem Rad durchjagen!
    Und anschließend noch 10 malige vorschriftsmäßige Umrundung des Oststadt-Todeskreisel gegen den Uhrzeigersinn auch den Radwegen. Dann ist der Tag gelaufen! Nichts gegen neue Einfälle, aber erst die Pflicht!
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