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Karlsruhe/Berlin Münster auf die Plätze verwiesen: Karlsruhe ist fahrradfreundlichste Großstadt

Der Inbegriff der Fahrradstadt ist Münster in Nordrhein-Westfalen. Doch das war einmal. Jetzt hat Karlsruhe die Spitzenposition erobert und den 1. Platz im Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Clubs (ADFC) gewonnen. Damit ist die Fächerstadt zum vierten Mal hintereinander auf dem Treppchen gelandet - und nun eben ganz oben.

In der Kategorie der Großstädte mit über 200.000 Einwohnern hat die Stadt Karlsruhe beim ADFC-Fahrradklimatest den 1. Platz belegt. 30 Kategorien hat der Test abgefragt, bei dem Radfahrer die Situation des Radverkehrs in ihrer Kommune bewerten konnten. Dafür wurden Schulnoten von 1 bis 6 vergeben. Unter anderem wollte der ADFC wissen, wie es um die Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern steht, die Führung entlang der Baustellen oder der Winterdienst. 

Fahrradfahrer in Karlsruhe
Bild: Thomas Riedel

Laut Pressemeldung der Stadt Karlsruhe schnitt die Fächerstadt besonders gut im Bereich Radinfrastruktur ab. Für das Kriterium "Erreichbarkeit des Zentrums" erhielt die Fächerstadt die Note 2,0; für "Einbahnstraßen geöffnet für den Radverkehr in Gegenrichtung" die Note 1,9 und für "Öffentliche Leihfahrräder" die Note 2,3.

Fächerrad Karlsruhe
Das Fächerrad ist ein Leihfahrrad-Angebot, das in ganz Karlsruhe genutzt werden kann. | Bild: nextbike Deutschland

"Die positive Bewertung unserer Radinfrastruktur bestätigt uns in unserem eingeschlagenen Weg, alle Hauptverkehrsstraßen konsequent mit Radfahrstreifen zu versehen", so Anke Karmann-Woessner, die den Preis in Berlin entgegennahm. 

20-Punkte-Plan für noch mehr Qualität

"Der erste Platz ist auch eine Bestätigung der langjährigen Radverkehrsförderung in Karlsruhe", so Bürgermeister Daniel Fluhrer, der als Dezernent für die Radverkehrsförderung zuständig ist, in der Pressemeldung der Stadt. "Aber wichtiger als ein guter Platz bei dem Ranking ist es, die Nutzerzufriedenheit zu erhöhen. Denn wir dürfen uns nichts vormachen, wir haben den Platz nur mit der Note 'befriedigend' erreicht, aber wir möchten 'gut' werden", so Fluhrer weiter. 

Um sich nun noch weiter zu verbessern, will die Stadt ein 20-Punkte-Programm zur Radverkehrsförderung fortsetzen. Die Bewertungen aus dem Fahrradklimatest seien dabei eine große Hilfe. 

Mit einer 3,15 hat Karlsruhe vor Münster (3,25) den 1. Platz belegt. Etwa 1.900 Karlsruher Fahrradfahrer haben an der Umfrage teilgenommen. 

Mehr zum Thema
Auf dem Sattel durch die Fächerstadt: Die neuesten Fahrradstraßen, die schnellsten City-Routen und viele weiteren Tipps und Tricks rund ums sichere Radeln in Karlsruhe.

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Kommentare (12)
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  •   timo
    (3099 Beiträge)

    10.04.2019 18:56 Uhr
    Eine 3 minus als
    "eine Bestätigung der langjährigen Radverkehrsförderung " zu sehen ist schon ziemlich dreist.
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  •   Waterman
    (6390 Beiträge)

    10.04.2019 16:54 Uhr
    Jetzt freut Euch doch einfach einmal...
    Ewig war Münster das Maß des Fahrradlebens. Nun sind wir es eben (bis zur nächsten Umfrage zumindest)

    Jetzt fehlt noch ein Karlsruhe-Tatort, wo eine Superagentin als Vertreterin der Bundesanwaltschaft Terroristen und Mafiosi vors Gericht zieht, wo ihr kongenialer Partner fast aussichtslose Fälle mit Humor und leichter Hand gewinnt. Das wäre das Ende des Münster-Mythoses.

    Dann bekommen wir noch einen neuen Claim: Karlsruhe - reich und sexy!
    Dafür geht kein Cent nach Berlin, und auch diese Stadt ist am Ende der Popularität.

    Wenn dann das Kombiproblem sich noch unter Freudentränen auflöst, greifen wir die Städte über 500 000 Einwohner an.
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  •   SagMalWas
    (328 Beiträge)

    10.04.2019 16:03 Uhr
    Erster Platz!
    Tja. Heißt das jetzt, dass Karlsruhe eine besonders gute Fahrrad Infrastruktur hat?
    Oder sind die Karlsruher Radler einfach nur nicht so anspruchsvoll?
    Oder sind sie einfach höflicher und haben deshalb nicht öfters die Note 5 oder 6 gegeben?

    Es gab übrigens noch eine Zusatzrubrik die nicht in die Wertung mit einfloß.
    Da wurden Fragen gestellt wie "Wuerden sie es als sicher erachten, ihr Schulkind mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu lassen?".
    Solange diese Frage mit einem klaren "Habt ihr eine an der Waffel?" beantwortet werden muß, ist die Radinfrastruktur schlichtweg bescheiden.
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  •   trx
    (7 Beiträge)

    10.04.2019 15:55 Uhr
    Auszeichnung besser nicht vergeben
    Wenn Karlsruhe, die fahrradfreundlichste Großstadt zwischen 200k und 500k Einwohnern ist, mag das korrekt sein. Aber wenn man sich die "Fahrradfreundichkeit" Karlsruhes im Detail ansieht, hätte der Titel einfach nicht vergeben werden dürfen. Diese Lorbeeren hätten einer Stadt, in der es Kreuzungen gibt, bei der Radfahrern drei Ampelphasen zugemutet werden, um sie ordnungsgemäß zu überqueren, nicht verliehen werden dürfen!
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  • unbekannt
    (1273 Beiträge)

    11.04.2019 12:57 Uhr
    Genau "Vorrangschaltung" für Radler
    Straßenbahnen sollen warten...kommen eh immer zu spät.
    Morgentlicher Lieferverkehr per KFZ nur noch bis Stadtrand möglich - die Reststrecke per Rad. Gibt ja genügend. Wir brauchen Parkplätze am Stadtrand.
    Fußgänger zieht Euch warm an - Fahrradstraße, Fußgänger mit mind. 4km/h zulässig.
    Ach ja, dann brauchen wir noch Kennzeichen für Fahrräder.
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  •   andip
    (9915 Beiträge)

    10.04.2019 16:03 Uhr
    Die "Lorbeeren"
    wurden von den Radfahrern selbst vergeben, also haben die damit wohl keine so grossen Probleme .
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  •   barheine
    (171 Beiträge)

    10.04.2019 15:43 Uhr
    Die Richtung...
    ...stimmt jedenfalls, auch wenn es noch lange nicht perfekt ist. Ich kann mich noch erinnern, als ich '97 erstmals mit dem Fahrrad zur Arbeit in Karlsruhe unterwegs war... Hölle! Kein Vergleich zu heute.
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  •   Ullermann
    (108 Beiträge)

    10.04.2019 14:21 Uhr
    Befriedigend als erster Platz
    und lediglich eine Differenz von 0.10 Zählern ist wahrlich kein Anlass zur Euphorie oder feiern. Es gibt noch einiges zu tun, um Autofahrer, Radfahrer und Fussgänger voreinander zu schützen.
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  •   andip
    (9915 Beiträge)

    10.04.2019 16:01 Uhr
    Nun ja
    Autofahrer, Radfahrer und Fussgänger sollte man nicht voreinander schützen müssen, die sollten gegenseitig miteinander klar kommen.
    Insbesondere unter sowohl Auto- als auch Radfahrern gibt es etliche, die glauben, sie allein hätten das Recht sich fortzubewegen, und alle anderen hätten hinter ihnen zurückzustecken.
    Aber gegen solche helfen auch die besten Wege nichts.
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  •   schlaule2
    (73 Beiträge)

    10.04.2019 18:11 Uhr
    die werden sich bald
    gegen die eScooter verbünden... das wird eine Seuche werden, da sind die Zauseln harmlos..
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