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Karlsruhe Mit einer Whats-App Nachricht zum Sieg: Malscher gewinnt Rad-Marathon

Mit mehr als 200 Kilometern und 5.500 Höhenmeter ist der Ötztaler Radmarathon eines der härtesten Amateurrennen. Der Malscher Bernd Hornetz vom Team corratec hat es gewonnen. Im Interview spricht er über die Rennstrategie und eine entscheidende Whats-App-Nachricht.

Herr Hornetz, was machen die Beine?

Denen geht es erstaunlich gut. Natürlich habe ich hier und da die Strapazen gespürt, aber grundsätzlich bin ich erstaunt, wie gut es mir nach dem Rennen geht. Das Adrenalin und die Euphorie des Sieges haben daran sicherlich ihren Anteil.

Stichwort Euphorie, haben Sie den Erfolg schon realisiert?

Nur zum Teil. Die Menschenmassen auf den letzten zwei Kilometern, dann das 200-Meter und 100-Meter Schild, die Rufe der Zuschauer - das war schon berauschend. Da fährt man trotz der Strapazen zuvor wie auf Wolke sieben, so leicht. Es war aber auch ein außergewöhnliches Rennen, vom Rhythmus her genau auf mich zugeschnitten. Es war der perfekte Tag.

Inwiefern?

Ich bin ein Fahrer, der von vorne fahren muss. Ich brauche meinen eigenen Rhythmus, den kann ich dann aber auch ausdauernd über Stunden treten. Und das geht besonders gut in einer Fluchtgruppe. Für einen Bergsprint im Hauptfeld bin ich nicht der Fahrertyp, vor allem, wenn es gegen jüngere, spritzigere Konkurrenten geht. Dass ich dann nach der ersten Abfahrt gleich in einer Fluchtgruppe mit drei nahezu gleichstarken Fahrern war, war ideal.

War die frühe Flucht geplant?

Sagen wir so, es war nicht ausgeschlossen. Ein befreundeter Fahrer, der immer gleich am ersten Anstieg attackiert, fragt mich jedes Jahr, ob ich nicht mitkommen möchte. Bisher habe ich immer abgelehnt. Eine gute Stunde vor dem Start kam dann wieder eine Whats-App-Nachricht von ihm, ob ich in diesem Jahr mitkomme. Ich habe geantwortet: Mal sehen. Und es dann mit ihm und zwei weiteren Fahrern gewagt.

Und dann immer volles Rohr?

Nein, bloß nicht. Wer am Anfang alle Körner verschießt, der kommt nicht ins Ziel.

Sondern?

Wir sind konstant aber mit Druck gefahren. Am Anstieg zum letzten Pass waren wir nur noch zu zweit, und da wurde es auch kurzzeitig noch mal eng, weil ein anderer Fahrer bis auf zweieinhalb Minuten an uns heran kam. Aber schlussendlich hat es dann doch gut gereicht.

Und jetzt heißt es Beine hochlegen und den Sieg genießen?

Auch, aber ein paar Rennen möchte ich in diesem Jahr noch fahren, unter anderem den Eddy Merckx Classic in Fuschl am See von meinem Team corratec. Mitte Oktober ist die Saison dann aber auch wirklich rum.

Die Fragen stellte Kevin Schrein.

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Kommentare (3)
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  •   Originalteil
    (1242 Beiträge)

    11.09.2016 17:51 Uhr
    Zum Glück
    EIN Malscher und nicht DER Malscher. grinsen

    Glückwunsch! grinsen
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  •   stoersender
    (1195 Beiträge)

    11.09.2016 20:46 Uhr
    Und zwar einer
    der richtig Leistung bringt statt großer Worte. Glückwunsch auch von mir.
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  •   mausetod
    (119 Beiträge)

    11.09.2016 21:00 Uhr
    Dieser andere Malscher ist eben nur ein Selbstdarsteller.
    Glückwunsch an den Sportler, der wirklich was geleistet hat.
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