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Karlsruhe Lastenrad statt Auto: 170 Karlsruher Familien steigen um und erhalten finanzielle Förderung von der Stadt

Karlsruhe ist eine Fahrradstadt und daher immer auf der Suche nach neuen Ideen, wie es den Bürgern schmackhaft gemacht werden kann, vom Auto auf den Drahtesel umzusteigen. Ein Projekt der Stadt: Die Förderung beim Kauf von Lastenrädern. Diese Finanzspritze ist laut Stadtverwaltung auch gut angenommen worden.

Am 1. November ging das Lastenradförderprogramm der Stadt Karlsruhe an den Start, schon am 18. November war der Fördertopf ausgeschöpft. Wie die Stadt in einer Pressemeldung mitteilt, waren unter den Anstragstellern einige Nachteulen: "Offensichtlich hatten sich viele Interessenten den Wecker gestellt: Denn auffallend viele Cargobike-Fans saßen am 1. November um Null Uhr am Rechner und schickten ihren Antrag los", schreibt die Stadt. Bereits am ersten Tag gingen rund 150 Anträge ein. Seit dem Ende des Förderzeitraums stehen nun über 20 Familien auf der Warteliste. 

Ingo Sauer und sein Sohn Ben sind mit einem Elektro-Lastenrad unterwegs.
Ingo Sauer und sein Sohn Ben sind mit einem Elektro-Lastenrad unterwegs. | Bild: Claus Völker

171 Familien mit Kindern können sich über einen positiven Bescheid freuen. Besonders groß war die Nachfrage nach der Förderung für E-Cargobikes: 150 Familien entschieden sich für diese Variante mit einem Zuschuss von 1.200 Euro. 21 Familien wollten sich ein Lastenrad ohne zusätzlichen Antrieb kaufen und bekommen dafür einen Zuschuss von 800 Euro.

Angebot und Nachfrage liegen eng zusammen

"Das städtische Angebot und die Nachfrage liegen sehr eng zusammen", zieht Katrin Herold, die das Projekt beim Stadtplanungsamt betreut, eine positive Bilanz. Offensichtlich wurde die Höhe des Fördertopfes gut bemessen. "Besonders erfreulich finde ich", dass auch 16 Familien mit Karlsruher Kinderpass in den Genuss der um 200 Euro höheren Förderung kommen", so Herold in der Pressemitteilung weiter. 

Treten für den Transport: Lastenräder können zuweilen ein veritabler Autoersatz sein.
Treten für den Transport: Lastenräder können zuweilen ein veritabler Autoersatz sein. | Bild: Kay Tkatzik/www.pd-f.de

Von den 171 Familien haben bereits 72 kein Auto oder beabsichtigen, ihr Auto in den nächsten drei Jahren abzuschaffen, um in den Genuss des zusätzlichen Nachhaltigkeitsbonus von 500 Euro zu kommen. Das Programm kommt auch wie erhofft vor allem Familien mit Kleinkindern zu Gute: Bei 150 Familien war das jüngste Kind unter sechs Jahre alt. "Wir haben unser Leben so eingerichtet, dass wir kein Auto benötigen. Aber bei zwei kleinen Kindern ist das manchmal schwierig. Da kam das Angebot der Stadt genau richtig", freut sich Peter Bube, einer der "Geförderten".

"Jetzt können wir unseren autofreien Lebensstil beibehalten und müssen nicht auf ein Auto zurückgreifen", fügt er an. Der Gemeinderat hat das "Förderprogramm Lastenräder für Karlsruher Familien" am 24. September beschlossen. Nach Ende der Antragsfrist am 31. Januar 2020 wird die Verwaltung dem Planungsausschuss des Gemeinderats eine ausführliche Auswertung vorlegen.

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  •   Iglaubsnet
    (595 Beiträge)

    12.12.2019 08:27 Uhr
    Mit
    der Förderung der Lastenfahrräder werden nur die eigenen Klientel gefördert!
    Man feiert die Korruption!
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  •   Skudder
    (469 Beiträge)

    12.12.2019 08:25 Uhr
    .
    Dass die E-Auto-Förderung nicht oder kaum abgerufen wird, ist ja klar: Erstens natürlich der hohe Preis für die meisten E-Autos und zweitens die schlechte Ladeinfrastruktur. Da hat man halt bei den Lastenbikes kein Problem.
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  •   heikoka
    (311 Beiträge)

    12.12.2019 07:56 Uhr
    Verkehrswende light
    hier sieht man mal wieder wie groß das Interesse ist, wenn man die richtige Zielgruppe adressiert.
    Die E-Auto Förderung wird nicht abgerufen und das Geld für E-Cargobikes ist ruck zu weg ...
    Hätte man mal die Bundesmittel besser auf alle E-Fahrzeuge - anstatt nur Autos ausgelegt ....
    Warum die Stadt die Förderung allerdings nur Familien zukommen läßt find ich jetzt vom Umweltgedanken her fragwürdig traurig
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  •   mueck
    (11380 Beiträge)

    13.12.2019 14:32 Uhr
    !
    "Warum die Stadt die Förderung allerdings nur Familien zukommen läßt"
    1. Singles müssen keine teuren Kinder durchfüttern, die können sich Spezialräder eher leisten.
    2. Singles haben seltener größere Transporte, die Einkäufe passen in den Gepäckträgerkorb oder in die Satteltaschen oder wenn das mal nicht reicht, wird ein Anhänger angekoppelt.
    3. Artikel 6 GG: "(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung."
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