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Karlsruhe Kommen die Radschnellwege rund um Karlsruhe? Sieben Routen mit insgesamt 120 Kilometern Länge sind geplant

In der Region Mittlerer Oberrhein könnten in den nächsten Jahren Radschnellverbindungen von insgesamt rund 120 Kilometern realisiert werden. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein hervor. Die Planungen hierfür stehen allerdings noch am Anfang. Der Verband möchte so mehr Pendler zum Umstieg vom Auto auf das Fahrrad bewegen.

Die Ergebnisse der 500-seitigen Machbarkeitsstudie, die zu 80 Prozent über das Regierungspräsidium Karlsruhe gefördert worden war, wurde am Mittwoch in der Sitzung des Planungsausschusses erstmals öffentlich vorgestellt. Das geht aus einer Pressemeldung des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein hervor.

Über ein Jahr lang habe ein Gutachterteam, zusammen mit einem regionalen Facharbeitskreis und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit, drei Korridore geprüft und daraus konkrete Streckenvorschläge, einen Maßnahmenkatalog sowie eine Nutzen-Kosten-Analyse zur Priorisierung der Verbindungen erstellt. "85 Prozent der Wege könnten bereits im Bestand realisiert werden", erklärt Verbandsdirektor Gerd Hager.

Fahrradfahrer in Karlsruhe
Fahrradfahrer in Karlsruhe. | Bild: Thomas Riedel

Investitionen in Karlsruher Ringroute am höchsten

Das Gutachten untersucht das Potenzial für sechs strahlenförmige Trassen, die mit einer Ringroute um Karlsruhe verbunden sind. Start- und Zielpunkte der vorgeschlagenen Strecken sind Bühl, Bruchsal, Eggenstein-Leopoldshafen, Ettlingen, Pfinztal und Wörth ab der Rheinbrücke.

Dateiname : Karte zur Machbarkeitsstudie
Dateigröße : 372.05 KBytes.
Datum : 08.02.2019 09:01
Download : Download Now!

Am meisten müsse dabei in die Karlsruher Ringroute investiert werden, heißt es in der Meldung. Denn Radschnellverbindungen sollen möglichst plan und kreuzungsfrei sein, sowie eine Fahrbahnbreite von regelmäßig vier Metern aufweisen. Für deren Auswahl werde letztlich auch entscheidend sein, mit wie vielen Rad-Pendlern pro Tag zu rechnen ist. Die Verbindungen mit dem entsprechend höchsten Potenzial seien nach Aussage des Verbandes Ettlingen-Karlsruhe, Stutensee-Karlsruhe und Pfinztal-Karlsruhe.

Baulastträger noch ungeklärt

Zunächst ist die Machbarkeitsstudie aber nur ein informelles Planwerk. "Wir stehen erst am Anfang des Weges von der Planung, über die Auswahl, zur Umsetzung", so Verbandsdirektor Hager. Eine zentrale Frage für die Auswahl der ersten Bauabschnitte sei, wer die Baulast dafür übernimmt.

Bild: Paul Needhem

"Nach einem aktuellen Entwurf zur Änderung des Straßengesetzes Baden-Württemberg wäre für überregionale und regionale Verbindungen dem Grunde nach das Land zuständig, wenn mehr als 2.500 Pendler-Fahrten pro Tag zu erwarten sind", so der Regionalverband Mittlerer Oberrhein weiter. Darunter wären die Kreise und Gemeinden als Baulastträger gefragt.

Zehn Radschnellverbindungen bis 2025

Bis zum Jahr 2025 sollen insgesamt zehn Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg realisiert werden. Das hat das Land Baden-Württemberg in der Radstrategie formuliert. In einer entsprechenden Potenzialanalyse des Landes liegen die besten Trassen in der Region Mittlerer Oberrhein nach Aussage des Regionalverbandes im landesweiten Ranking in der Gesamtbewertung auf Platz zwei und drei.

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  •   dipfele
    (5207 Beiträge)

    13.02.2019 11:59 Uhr
    Der Postbus 1977...
    …. bewältigte die Strecke Leopoldshafen- Hbf in 33 (!) Minuten.
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  •   reinhardo48
    (19 Beiträge)

    11.02.2019 13:09 Uhr
    Radschnellwege: Ja ..., aber ...!
    Ich bin durchaus für RADSCHNELLWEGE ..., aber nur dann, wenn im Gegenzug FUSSGÄNGERgehwege, FUSSGÄNGERzonen, Haltestellenbahnsteige wieder ... TABUZONEN für radelnde RADFAHRER ... werden (Ausnahme: Kinder)!
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  •   Freigeist1
    (691 Beiträge)

    21.02.2019 21:38 Uhr
    Lustig, dass es in Zeiten von
    Dieselskandal, Feinstaubalarm, Lärmproblematik, Parkplatzknappheit, Stauexzessen etc. immer noch jemanden gibt, der meint, die Radfahrer seien des Problem des Stadtverkehrs! In Wahrheit sind sie ein extrem wichtiger Teil der Lösung. Wenn der Autofahrer doch tatsächlich mal aussteigt und dann -oh weh- einen Radler in der Nähe sieht und dann Halli-Galli macht, das ist hingegen in aller Regel reiner ist Non-Sens zwinkern
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  •   reinhardo48
    (19 Beiträge)

    22.02.2019 18:15 Uhr
    Sorry, lieber ..." freigeist "...,
    aber Sie haben die INTENTION meines Beitrags oben überhaupt nicht kapiert ..., mich aber dafür vorschnell in eine Ihrer "lustigen" SCHUBLADEN gesteckt ...!
    Übrigens ich bin leidenschaftlicher FUSSGÄNGER und seit mehr als 6 Jahren autolos ...!
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  •   Rundbau-Gespenst
    (10960 Beiträge)

    12.02.2019 13:43 Uhr
    so
    isses !!!
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  •   schmiedel
    (5 Beiträge)

    11.02.2019 11:17 Uhr
    Gute Idee, aber was wird drumherum gemacht?
    Die Idee der Schnellwege finde ich erstmal gut. Ich suche mir ehe immer Radwege aus, wo ich so wenig wie möglich Ampeln / Kreuzungen habe, da ist so ein Konzept erstmal OK finde ich.

    Allerdings stört mich am Rad meistens nicht der Weg z.B. von Ettlingen nach Karlsruhe, sondern oft die fehlenden Anbindungen in der Stadt, oder etwa außerhalb der Stadt zu den Gemeinden. z.B. nach Spessart / Schöllbronn / Waldbronn / Stupferich usw. kommt man mit dem Rad oft nur geteilt mit motorisiertem Verkehr über Straßen, oder über nicht asphaltierte Waldwege, die nicht bei jedem Wetter die ideale Wahl sind.

    Diese Wege, wo es ein paar km bergauf geht ohne Radweg, sind einfach ein zu hohes Risiko, da der Geschwindigkeitsunterschied zwischen bergauf-fahrenden Radfahrern und motorisierten Fahrzeugen zu groß ist. Hier müssten mal sinnvolle Konzepte ausgearbeitet werden.
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  •   Freigeist1
    (691 Beiträge)

    21.02.2019 21:42 Uhr
    Von der Zahl her fährt ein Großteil der Radler aber
    nicht nach Spessart / Schöllbronn / Waldbronn / Stupferich. Für diese bietet sich ggfs. z.B. ein E-Bike an. Oder wenn's tatsächlich mal regnet alternativ sehr gut beleuchtet auf den nicht so verkehrsreichen Straßen, z.B. den "Heuweg" nach Spessart...
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  •   lynx1984
    (3096 Beiträge)

    11.02.2019 09:03 Uhr
    Es geht besser!
    Wir haben in der Region vom Norden her die Alleen durch den Hardtwald. Alle münden am Adenauerrring bzw. am Schloss und versacken dort richtig. Da wäre großes Potenzial diese besser zu nutzen und die Durchleitung durch Karlsruhe hindurch besser zu nutzen! Also wer von Stutensee-Friedrichstal zum HBF Karlsruhe muss hat heute bereits einen tollen Fahrrad-Highway bis zum Schloss. Danach wird es richtig bitter.

    Aber es müssen auch andere Wege erschlossen werden! Wer in Neureut lebt und nur zur Siemens muss hat es für die kurze Strecke mit den Radwegen echt nicht leicht! Auch ein wenig quer zu fahren ist nicht ganz einfach. Von der Waldstadt zu Loreal? Keine Querverbindung! Es wäre doch nicht so ganz abwägig hier die alte Trasse der Nordtangente (die ja verworfen ist!) als Radschnellweg auszubauen. Und ja auch bitte über den Rhein mit der 2. RB! Die Mobilität der Radler endet nicht an der Rheinbrücke liebe Planer!
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  •   Skudder
    (336 Beiträge)

    12.02.2019 11:35 Uhr
    Stimmt vieles
    Ja, die Hardwaldalleen sind klasse, obwohl sie in weiten Teilen in eher schlechtem Zustand sind oder kaputtrepariert werden wie die Grabener Allee bei Leopoldshafen. Wie kann man so bescheuert sein, einen asphaltierten Weg mit Tonnen von Split sanieren zu wollen. Aber ich will ja nicht klagen.

    Dass die Alleen am Schloss enden, ist halt aus der Architektur bedingt, und man kann auch schlecht einen Radschnellweg mitten durch die Innenstadt bauen. Da gehts dann auf normalen Radwegen weiter, die in KA mittlerweile gar nicht so schlecht ausgebaut sind.

    Absolut Recht hast du mit den Querverbindungen im Norden. Das muss viel mehr her, übrigens auch bei Busverbindungen. Beispielsweise fehlt mir eine Verbindung zwischen der Waldstadt und Eggenstein.
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  •   Weichei
    (228 Beiträge)

    11.02.2019 06:07 Uhr
    Vor 46 Jahren
    hat man ueber die Chinesen gelacht. Von Radfahrern verstopfte Strassen.
    Heute fahren die Chinesen Autos und die Deutschen Fahrrad.
    Lachen die Chinesen jetzt zurueck? grinsen
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