42  

Karlsruhe Kommen die Radschnellwege rund um Karlsruhe? Sieben Routen mit insgesamt 120 Kilometern Länge sind geplant

In der Region Mittlerer Oberrhein könnten in den nächsten Jahren Radschnellverbindungen von insgesamt rund 120 Kilometern realisiert werden. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein hervor. Die Planungen hierfür stehen allerdings noch am Anfang. Der Verband möchte so mehr Pendler zum Umstieg vom Auto auf das Fahrrad bewegen.

Die Ergebnisse der 500-seitigen Machbarkeitsstudie, die zu 80 Prozent über das Regierungspräsidium Karlsruhe gefördert worden war, wurde am Mittwoch in der Sitzung des Planungsausschusses erstmals öffentlich vorgestellt. Das geht aus einer Pressemeldung des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein hervor.

Über ein Jahr lang habe ein Gutachterteam, zusammen mit einem regionalen Facharbeitskreis und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit, drei Korridore geprüft und daraus konkrete Streckenvorschläge, einen Maßnahmenkatalog sowie eine Nutzen-Kosten-Analyse zur Priorisierung der Verbindungen erstellt. "85 Prozent der Wege könnten bereits im Bestand realisiert werden", erklärt Verbandsdirektor Gerd Hager.

Fahrradfahrer in Karlsruhe
Fahrradfahrer in Karlsruhe. | Bild: Thomas Riedel

Investitionen in Karlsruher Ringroute am höchsten

Das Gutachten untersucht das Potenzial für sechs strahlenförmige Trassen, die mit einer Ringroute um Karlsruhe verbunden sind. Start- und Zielpunkte der vorgeschlagenen Strecken sind Bühl, Bruchsal, Eggenstein-Leopoldshafen, Ettlingen, Pfinztal und Wörth ab der Rheinbrücke.

Dateiname : Karte zur Machbarkeitsstudie
Dateigröße : 372.05 KBytes.
Datum : 08.02.2019 09:01
Download : Download Now!

Am meisten müsse dabei in die Karlsruher Ringroute investiert werden, heißt es in der Meldung. Denn Radschnellverbindungen sollen möglichst plan und kreuzungsfrei sein, sowie eine Fahrbahnbreite von regelmäßig vier Metern aufweisen. Für deren Auswahl werde letztlich auch entscheidend sein, mit wie vielen Rad-Pendlern pro Tag zu rechnen ist. Die Verbindungen mit dem entsprechend höchsten Potenzial seien nach Aussage des Verbandes Ettlingen-Karlsruhe, Stutensee-Karlsruhe und Pfinztal-Karlsruhe.

Baulastträger noch ungeklärt

Zunächst ist die Machbarkeitsstudie aber nur ein informelles Planwerk. "Wir stehen erst am Anfang des Weges von der Planung, über die Auswahl, zur Umsetzung", so Verbandsdirektor Hager. Eine zentrale Frage für die Auswahl der ersten Bauabschnitte sei, wer die Baulast dafür übernimmt.

Bild: Paul Needhem

"Nach einem aktuellen Entwurf zur Änderung des Straßengesetzes Baden-Württemberg wäre für überregionale und regionale Verbindungen dem Grunde nach das Land zuständig, wenn mehr als 2.500 Pendler-Fahrten pro Tag zu erwarten sind", so der Regionalverband Mittlerer Oberrhein weiter. Darunter wären die Kreise und Gemeinden als Baulastträger gefragt.

Zehn Radschnellverbindungen bis 2025

Bis zum Jahr 2025 sollen insgesamt zehn Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg realisiert werden. Das hat das Land Baden-Württemberg in der Radstrategie formuliert. In einer entsprechenden Potenzialanalyse des Landes liegen die besten Trassen in der Region Mittlerer Oberrhein nach Aussage des Regionalverbandes im landesweiten Ranking in der Gesamtbewertung auf Platz zwei und drei.

Mehr zum Thema
Auf dem Sattel durch die Fächerstadt: Die neuesten Fahrradstraßen, die schnellsten City-Routen und viele weiteren Tipps und Tricks rund ums sichere Radeln in Karlsruhe.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (42)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    22.02.2019 19:53 Uhr
    Vielleicht sollte man endlich mal einen Führerschein für Radfahrer einführen
    Bei so manchen radelnden Zeitgenossen frage ich mich, ob die überhaupt drei Meter Feldweg denken können.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   glaubnetalles
    (399 Beiträge)

    13.02.2019 10:58 Uhr
    Das mit
    den Radschnellwegen ist durchaus eine vernünftige Sache, eine Entflechtung von Autostraßen und Radschnellwege sollte dabei beachtet werden.
    Nur eine absolute Lösung ist das auch nicht, man sollte auch sich bewusst machen, dass für den Großteil der Bevölkerung eine generelle Fahrradnutzung z.B. aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht möglich ist.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Freigeist1
    (696 Beiträge)

    21.02.2019 21:27 Uhr
    Eine "absolute" Lösung
    gibt es fast nie, schon gar nicht im Bereich Verkehr. Aber sinnvolle, wichtige und wirksame Maßnahmen in Richtung Verkehrswende, das schon. Dazu gehören Radschnellwege. Essentiell ist dabei der Vorrang gegenüber dem Autoverkehr. Packen wir's an!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   stefko
    (2065 Beiträge)

    13.02.2019 11:08 Uhr
    Großteil der Bevölkerung?
    Besteht die Republik tatsächlich zum Großteil aus greisen Schwerbehinderten?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   glaubnetalles
    (399 Beiträge)

    13.02.2019 12:16 Uhr
    Quatsch,
    natürlich nicht, aber ein großer Teil ist altersmäßig nicht in der Lage schnell Rad zu fahren oder sollen es gar keine Schnellwege sein? Dazu kommt ein großer Teil jüngerer Menschen die auch leistungsfähig eingeschränkt sind. Man kann nicht nur von gesunden 15- 40 Jährigen ausgehen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   stefko
    (2065 Beiträge)

    13.02.2019 12:27 Uhr
    Unterschätze _NIEMALS_
    einen alten Mann mit einem Rennrad! zwinkern
    Aber es geht ja bei dem Radschnellwege-Konzept ja auch nicht darum, ein Rennbahn zu basteln, auf der dann einige wenige nen Schnitt über 35km/h bolzen.
    Ziel ist es ja viel mehr eine Art "Langstreckenverbindung", ohne alle 150m mit dem Autoverkehr in Berührung zu kommen.
    Vgl. mit Autobahnen, da darfste auch ab 60 km/h drauf, manche können/dürfen nur 80 und andere fahren 250.
    Und hier bei uns nen 20er Schnitt zu fahren ist weiß Gott kein Hexenwerk zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (5215 Beiträge)

    11.02.2019 13:45 Uhr
    Leider kommt der Regionalverband....
    … nicht auf die Idee, Autofahrer zum Umsteigen auf die Bahn zu bewegen. Die erste und die letzte Meile von/zur Haltestelle/Bahnhof wäre idealerweise mit dem Rad zurückzulegen, auf ausgebauten innerstädtischen Radwegen.
    Geht man mal von 5000 Schnellradlern pro Tag aus, die eine mittlere Entfernung zwischen 4 und 5 Waben zurück legen, gäbe das 5,0 Mio Mehreinnahmen für den KVV p.a. Bei 200 Arbeitstagen würden 1,0 Mio mehr Fahrgäste befördert und würden dem Fahrgastschwund abhelfen. Statt kostenloser Radschnellwege also Mehreinnahmen beim KVV und Senkung des Defizites. das wäre doch eher eine Überlegung wert.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Freigeist1
    (696 Beiträge)

    21.02.2019 21:30 Uhr
    Radfahren macht Spaß, ist gesund,
    das muß nach Kräften gefördert werden. Autofahrern - die sind das Problem des Stadtverkehrs - müssen wirksame Anreize zum Umsteigen auf Bus, Bahn und Rad gegeben werden, dann profitiert auch der KVV (wenn er seine Qualitätsprobleme ernsthaft angeht...).
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Suedweschter
    (366 Beiträge)

    13.02.2019 12:33 Uhr
    Der Regionalverband sollte lieber auf die Idee kommen,
    die Leute vom Pendeln abzuhalten. D. h. Anreize für Personen schaffen, die in der Nähe ihrer Arbeitsplätze wohnen, bzw. sich diese nach Wohnortnähe aussuchen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   lynx1984
    (3096 Beiträge)

    11.02.2019 14:17 Uhr
    doch schon...
    nur leider verbaut die Stadt Karlsruhe und der KVV/AVG jede Idee wie man das Umsteigen auf die Bahn attraktiv machen kann.
    - in Hagsfeld werden die P+R Parkplätze sukzessive zurück gebaut
    - am HBF werden die Parkplätze immer knapper. Hier wird es also schwieriger den Umstieg von der Individualmobilität auf den Fernverkehr zu machen
    - Zu viele Bahnlinien führen plump in die Innenstadt oder enden am HBF ohne sinnvollen Anschluss. So braucht man mit der S1 von Leopoldshafen bis zum HBF geschlagene 41 Minuten. Mit dem PKW ca. 25 Minuten. Wichtige Gewerbegebiete wie z.B. Ettlingen West sind nur sehr unzureichend erschlossen.
    - Fahrräder in der Bahn sind unerwünscht und/oder sehr teuer
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 (5 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: