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Karlsruhe Fußgänger gegen Radfahrer: Displays sollen die Konflikte lösen

Häufig kommt es zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern zu Konflikten. Die Hochschule Karlsruhe möchte durch ihr Realexperiment nun ein geregeltes und rücksichtsvolles Miteinander schaffen.

Das zweite Realexperiment der Forschungsreihe "GO Karlsruhe" hat begonnen. Das berichtet die Hochschule Karlsruhe in einer Pressemeldung. Wie das erste Projekt der Hochschule, verfolgt auch das aktuelle das Ziel, den Fußgängerverkehr zu fördern. 

Die Wald- und Erbprinzenstraße werde in den nächsten Wochen zum Reallabor verwandelt, da dort bereits seit längerer Zeit Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern auftreten. Darauf aufmerksam geworden sei die Hochschule durch die häufigen Beschwerden der Bürger über die "GO Karlsruhe"-App.

Sowohl Radfahrer als auch Fußgänger konnten bereits ihre Meinung zur Verkehrssituation in dieser Gegend kundtun. Dazu diente die Abstimmungstafel in der Erbprinzenstraße, die wohl nun weitere Ergebnisse geliefert hat. Denn: Obwohl es Radfahrern in der Fußgängerzone nur erlaubt ist in Schrittgeschwindigkeit zu fahren, halten sie sich nicht immer daran, so die Hochschule weiter.

Radfahrer sollen ihr Tempo anpassen

Im nächsten Schritt sollen insgesamt drei Dialog-Displays die Radler dazu bewegen, Rücksicht auf Passanten zu nehmen. Zurzeit messen die Tafeln rund um den Ludwigsplatz daher die Geschwindigkeit der herannahenden Fahrräder und bewerten diese mit einem grünen, lachenden oder roten, traurigen Smiley.

"Ziel des Realexperimentes ist, Radfahrer auf ihre erhöhte Geschwindigkeit aufmerksam zu machen und zu einem rücksichtsvolleren Verhalten gegenüber den Fußgängern anzuhalten, indem sie ihre Geschwindigkeit anpassen", so die Karlsruher Hochschule in ihrer Pressemitteilung. 

Ob die Fahrradfahrer ihr Tempo in Zukunft anpassen, können die Fußgänger im Laufe des Experimentes bewerten. Dazu sollen bald neuentwickelte, interaktive Poster dienen. Außerdem starten in den kommenden Wochen ähnliche Projekte der Hochschule - unter anderem am Mendelssohnplatz und am Mühlburger Tor.

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  •   SMut
    (4 Beiträge)

    12.09.2018 10:52 Uhr
    Soziales Auftreten im Straßenverkehr
    Ich bin Rennradfahrer. Einer der meistgehassten Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr, der sich deshalb öfters weigert die Radwege zu benutzen, weil ihm da zuviele Fußgänger herumtorkeln und er nicht ausprobieren will, wie lange Carbonfelgen Schlaglöcher aushalten. Zudem kommt, dass man auf der Straße wesentlich besser wahrgenommen werd, was durch hupen, winken und anschreien Tag für Tag bewiesen wird. In 30er Zonen wird mittig gefahren, meist schneller als 30 aber überholen will KFZ trotzdem. In der Fußgängerzone platzsparend balanciertes Schrittempo, aber es beschweren sich auch hier Paragraphenreiter, weil man nach Gesetzeslage abzusteigen hat. Rote Ampel ist auch so ein Thema. In der Oststadt gibt es einige, da kann man mehrere Phasen abwarten und bekommt keinen motorbetriebenen Verkehrsteilnehmer zu Gesicht, höchstens man eine Straßenbahn. Wenn alle mit Hirn, offenen Augen und Rücksicht am Straßenverkehr teilnehmen würden, wären wir sicherlich auch viel entspannter...
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  •   Svetogor
    (240 Beiträge)

    19.08.2018 12:33 Uhr
    .
    Reallabor - irgendwie bekloppt, was man heute so alles auf den Hochschulen macht. Anscheinend alles, ausser Lernen.
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  •   Malerdoerfler
    (4607 Beiträge)

    19.08.2018 09:12 Uhr
    Immer wieder ein beliebtes Thema
    und es ist echt erstaunlich, wie schnell man plötzlich die Sichtweise des anderen annimmt, wenn man mal vom Fahrrad absteigt und zu Fuß unterwegs ist.
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  •   Malerdoerfler
    (4607 Beiträge)

    19.08.2018 09:14 Uhr
    Aber die vielen roten Ampeln.....
    .....die nerven echt - egal ob Radfahrer, Fußgänger oder Autofahrer.

    Könnte man hier in Karlsruhe vielleicht etwas konsequenter auf den Kreisverkehr setzen und nicht an jeder Ecke eine Ampelanlage aufstellen?
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  •   stm-ka
    (90 Beiträge)

    18.08.2018 22:28 Uhr
    Radfahrer fahren
    - durch die Fußgängerzone
    - neben der Fahrradstraße auf dem Gehweg (Bahnhofstraße)
    - am liebsten auf dem Gehweg (überall)
    - in Gebäuden (Hauptbahnhof)

    und fühlen sich dabei noch im Recht. Man möchte sie..., so als Fußgänger.
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  •   Freigeist1
    (663 Beiträge)

    19.08.2018 00:45 Uhr
    Ja, Radfahrer bauen viel Blödsinn. Bei Unfällen
    Rad/Auto trifft aber in 70% der Fälle den Autofahrer die Hauptschuld, d.h.: diese Spezies baut noch unvergleichlich viel mehr Blödsinn, vor allem gefährlicheren. Unfälle Fußgänger/Radfahrer sind in der Verkehrsstatistik schwerer Unfälle oder bei Verkehrstoten zum Glück ganz weit hinter. Radfahrer sind also meist Opfer, nicht Täter, das ist Fakt.

    In Fällen wie der Erbprinzenstraße handelt es sich überwiegend um eine "gefühlte Gefahr", da sich viele vorsichtige Menschen halt doch hinterm Lenkrad sicherer fühlen als "ungeschützt" als Fußgänger.

    Wer den Verkehr insgesamt sicherer machen möchte, muss den Radverkehr fördern wo immer möglich.

    Meiner Beobachtung nach ist das große Problem der Erbprinzenstraße der zu starke Autoverkehr -teils gibt es Stau in der Fußgängerzone-, der ist durch Funk-Poller ordentlich zu regeln.
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  •   stm-ka
    (90 Beiträge)

    19.08.2018 06:14 Uhr
    .Kurz mal nachdenken
    Anzahl der Autofahrer, die mich auf dem Gehweg umgenietet haben: 0
    Anzahl der Radfahrer: 1
    Der Radfahrer fuhr, wie so viele, auf dem linken Radweg neben dem Gelände des ASV Hagsfeld und bog dann ziemlich schnell auf den Gehweg ein. Dumm, dass da erstens ein Gebüsch ist, dass dazu führt, dass man nicht um die Ecke sehen kann und zweitens da so ein nutzloser Fußgänger (ich) war. Nun wir lagen beide auf dem Boden. Ich auf dem Rücken auf dem Gehweg und er neben mir im Dreck. Da habe ich mich sehr gefreut.
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  •   betablocker
    (3498 Beiträge)

    19.08.2018 01:37 Uhr
    Autofahrer
    verhindern auch viele Unfälle und die Radfahrer kriegens gar nicht mit. Die Mehrheit der Autofahrer steht NICHT im Krieg mit Radfahrern, genausowenig wie ALLE Radfahrer alle fünf Meter über die Stränge schlagen.
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  •   Freigeist1
    (663 Beiträge)

    19.08.2018 14:29 Uhr
    Interessante Erzählungen. In echt verhindern Radfahrer täglich
    1.000fach Unfälle, weil sie auf Ihre Vorfahrt verzichten und gegenüber Autofahrern zurückstecken, um nicht im Krankenhaus zu landen (rechts vor links; rechtsabbiegende Autos über Radweg; ). Radfahrer wissen, wovon ich spreche. Hier kommt dann -wenn's schief geht- allzu oft die Meldung "Autofahrer übersieht Radfahrer". "Radfahrer übersieht Autofahrer" ist selten. Daher bauen unfähige Autofahrer auch auffallend viel Unfälle mit Strabas, weil diese -im Gegensatz zu Radlern- nicht ausweichen und schlechter bremsen können. Aus Angst weichen vorsichtige oder ältere Radler auf Gehwege aus, da beißt sich die Katze dann in den Schwanz.
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  •   betablocker
    (3498 Beiträge)

    19.08.2018 17:34 Uhr
    Gerade
    bei diesen rechts vor links Vorfahrtssituationen und beim Einbiegen auf Vorfahrtsstrassen ohne zu gucken sind es mehrheitlich die Autofahrer die bremsen oder ausweichen.
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