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Karlsruhe Freie Fahrt für Fahrradfahrer: Das wünschen sich die Bürger von der Karlsruher Rad-Politik

Mehr Menschen sollen in Karlsruhe in Zukunft in die Pedale treten. Um dieses Ziel zu erreichen, möchte die Stadt Karlsruhe ihre Radverkehrspolitik neu ausrichten. Dabei sollen die Karlsruher Fahrradfahrer selbst zu Wort kommen - im Stadtbauforum wurden am Donnerstagabend Ideen gesammelt und Kritik geäußert. Zentrale Fragen sind: Was ist den Radlern in der Fächerstadt ein Dorn im Auge? An welchen Orten in Karlsruhe besteht besonderer Handlungsbedarf?

Im Jahr 2005 hat die Stadt Karlsruhe den Entschluss gefasst, die fahrradfreundlichste Stadt in Süddeutschland zu werden. 20 Punkte wurden damals aufgestellt, um dieses Ziel umzusetzen. Doch seitdem hat sich einiges verändert: Immer mehr E-Bikes sind beispielsweise auf den  Straßen unterwegs - doch auf den schmalen Radstreifen sind Überholmanöver oft schwer. Zeit, die Radverkehrspolitik neu zu justieren.

Was muss die Karlsruher Radverkehrspolitik in den kommenden Jahren verbessern? | Bild: Juia Wessinger

An welchen Stellen in der Stadt haben es Radfahrer besonders schwer? Was kann die Stadt unternehmen, damit künftig mehr Menschen in die Pedale treten? Um herauszufinden, wo Handlungsbedarf besteht, bedient sich die Stadt Karlsruhe einer besonderen Methode: Dem "Bicycle-Policy-Audit" - kurz Bypad-Audit.

Klar definierte Ziele - doch die Umsetzung hapert teilweise

Audits sind eine Form des Qualitätsmanagements. Konkret bedeutet das: Der Ist-Zustand des Karlsruher Radverkehrs wird analysiert und darauf aufbauend ein Aktionsplan erstellt. Der erste Schritt ist bereits im Januar geschehen  - wie steht es also um die Radsituation in der Stadt?

Einiges macht die Stadt Karlsruhe richtig, geht es um den Ausbau des Radverkehrs. Ein besonders wichtiger Punkt: "Es wurden klar messbare Ziele aufgestellt", sagt Heike Prahlow vom Büro PGV-Alrutz, das mit der Durchführung des Audits beauftragt wurde.

Bürgermeister Daniel Fluhrer und Heike Prahlow vom mit dem Audit beauftragten Büro. | Bild: Kube

Doch es gibt auch Kritikpunkte: Zum einen sei an den  Knotenpunkte bislang zu wenig geschehen, zum anderen sei die Umsetzung nicht transparent. Teilweise würde die Stadt auch den selbst gesteckten Zielen hinterherhinken, ein Beispiel sind die geplanten Stadtteilrouten.

"Derzeit beträgt der Fahrradverkehrsanteil in Karlsruhe 33 Prozent", sagt Baubürgermeister Daniel Fluhrer am Donnerstagabend beim Stadtbauforum. Die Veranstaltung hat vor allem ein Ziel: Die Wünsche und auch Kritik der Bürger soll mit in die künftigen Planungen einfließen.

Stadtbauforum zur Radverkehrspolitik. | Bild: Kube

Für die Bürger ist unter anderem die gerechte Aufteilung des Verkehrsraumes ein Thema. Während die einen sich eine komplett autofreie Bereiche wünschen, visieren andere ein gerechtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer an. Ein weiterer Kritikpunkt: Die bestehenden Regelungen würden zu wenig geahndet werden, beispielsweise die - theoretisch Kfz-freie - Kaiserstraße.

Falls Bürger weitere Anregungen haben, können Bürger diese in den nächsten zehn Tagen über das Beteiligungsportal der Stadt Karlsruhe https://beteiligung.karlsruhe.de/ einreichen. Dann fließen sie ebenfalls in die weiteren Planungen der Stadt ein.

Mehr zum Thema
Auf dem Sattel durch die Fächerstadt: Die neuesten Fahrradstraßen, die schnellsten City-Routen und viele weiteren Tipps und Tricks rund ums sichere Radeln in Karlsruhe.

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Kommentare (32)
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  •   peddersenn
    (1000 Beiträge)

    08.03.2020 13:35 Uhr
    Es ist wohl kein Theam zu doof....
    ...als daß man es nicht zur Konfrontation benützen könnte.

    Es geht doch nicht um Auto vs Fahrrad. Es geht auch überhaupt nicht um Bevorzugung von Fortbewegungsmittel. Es geht darum, den Verkehr - für alle - beser zu machen.

    Dazu sind viele Dinge und Verbesserungen nötig -aber sicher keine Grundsatzdiskussion über Verkehrsmittel - von denen JEDES seine Vorzüge und seine Berechtigung hat.

    Aber grundsätzlich muß man eh sagen: Es geht auch im Verkehr in 90 % der Dinge alles ziemlich oberprima - mit ein wenig mehr Gelassenheit und Verbohrtheit sogar bei 98 %. Ich sehe weder Radfahrer hordenweise und grundsätzlich über rote Ampeln fahren noch sehe ich Autos ständig rasen oder auf dem Gehweg parken.

    Die Fail-Anzahl angesichts der unendlichen Zahl an Begegnungssituationen ist denn doch ziemlich vernachlässigbar - und ist mit der statistischen Anzahl von I+oten und Rücksichtlosen genügend erklärt. Das hat mit dem Verkehrsmittel garnichts zu tun.
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  •   Denkfehler
    (149 Beiträge)

    08.03.2020 10:10 Uhr
    Dieser Kommentar,....
    .....mein lieber @jmiles, zeigt eigentlich sehr gut, dass die Behauptung, viele Autofahrer hätten ein hohes Aggressionspotenzial, was sie mit ihrem Auto dann auch ausleben möchten, nicht ganz verkehrt sein kann.

    Die einzigen, die bei den Stichworten "Fahrrad" und "Straße" nämlich regelmäßig und als allererstes ausrasten (Wespennest zwinkern ), sind übrigens immer erkennbar Autofahrer.
    Und woher der Glaube kommt, mit den paar €ros an KFZ-Steuer hätte man sich Besitzansprüche an Straßenraum gekauft, ist mir schleierhaft. Damit hat man sich nur die Erlaubnis gekauft, dieses spezielle Privateigentum im öffentlichen Raum zu nutzen. Der Gesetzgeber sieht offenbar keine Notwendigkeit, für die Nutzung leichterer, ungefährlicherer, umweltfreundlicherer und deutlich Platz-sparenderer Privatgegenstände zur Fortbewegung (Fahrrad, Kinderwagen, Rollatoren, Rollstühle, Schuhe, etc.) auch eine gebührenpflichtige Erlaubnis (Mobilitätssteuer) vorzusehen.
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  •   peddersenn
    (1000 Beiträge)

    08.03.2020 13:39 Uhr
    nun ja....das Wespennest.
    Ehrlich gesagt, habe ich genau den umgekehrten Eindruck - daß nämlich die Fahradfahrer schon auf 180 sind, wenn man parkende Autos nur erwähnt. Obwohl ein problemloser Radspaziergang durch die Stadt einem durchaus eines Besseren belehren könnte.

    Aber eignentlich sind beide Ansichten bescheuert.
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  •   jmiles
    (52 Beiträge)

    06.03.2020 21:51 Uhr
    Geht´s noch?
    Wer als Radfahrer die Freiheit in Anspruch nimmt bei rot über Ampel zu fahren, oder auf der Straße neben vorhandenen Radwegen, oder Fußgänger gefährdet der hat NULL Anspruch auf irgenwelche Bevorzugung!
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  •   Karsten2010
    (179 Beiträge)

    07.03.2020 19:47 Uhr
    Hinterweltler ??
    Haben Sie immer noch nicht gemerkt, dass es nicht um Bevorzugung geht, sondern zunächst nur um Gleichberechtigung ? Wenn Radfahrer bei ROT fahren, hat oft genug der parallele Autoverkehr GRÜN, aber die Herrschaften brauchen auch nicht bereits eine Ampelphase vorher an der Kreuzung zu stehen, um sich am gelben Knöpfchen anzumelden.
    Radwege, die nicht schlechter befahrbar sind als die Straße, werden auch genutzt. Ausnahmen gibt es immer mal, aber Sie verallgemeinern hier alles.
    Und zum Gehwegfahren wurden Radfahrer jahrzehntelang erzogen (innerstädtische Rad- und Gehwege), das muss erst wieder ausgetrieben werden.
    Soviel wie derzeit über Verkehrswende geredet wird, müsste eigentlich eine Bevorzugung stattfinden, aber soweit sind wir ja wohl noch lange nicht.
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  •   jmiles
    (52 Beiträge)

    07.03.2020 20:24 Uhr
    Ignorant oder Kleinkindverhalten?
    Diese Antwort zeigt mir, dass meine Anmerkung ein Stich ins Wespennest war. Ich würde ihnen gerne das "nicht auf dem Gehweg fahren" so richtig unmißverständlich austreiben, sehr sehr gerne!
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  •   Karsten2010
    (179 Beiträge)

    07.03.2020 22:13 Uhr
    Das "nicht auf dem Gehweg fahren" austreiben ??
    Ich dachte eigentlich, genau dagegen hätten Sie was. Oder wurde da ein "nicht" zu viel geschrieben ? Woher wollen Sie eigentlich wissen, zu welcher Sorte Radfahrer ich gehöre ?
    Eigentlich wären jetzt ein paar Gegenargumente fällig gewesen, aber keine Sorge, diese bekomme ich von anderen Leuten bei solchen Diskussionen ebenso wenig wie von Ihnen.
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  •   Schillerlocke
    (120 Beiträge)

    06.03.2020 18:28 Uhr
    Wenn endlich
    mal die Schlaglochpisten in der Nebenspur der Kaiserallee stadtauswärts saniert würden, wäre schon viel gewonnen.
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  •   peddersenn
    (1000 Beiträge)

    08.03.2020 13:41 Uhr
    Genau DAS ....
    ...ist auch der Weg. Nicht Hetzen aufeinander, sondern einrichten, herstellen, verbessern, was da ist und was möglich ist.

    Scheint aber für viele eine zu hohe Erkenntnis zu sein.
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  •   Freigeist1
    (1033 Beiträge)

    06.03.2020 12:59 Uhr
    Eigentlich ist es ganz einfach: in KA
    macht der Radverkehr über 20% des Gesamtverkehrs aus. Daher muss er mind. 20% der Verkehrsfläche erhalten, und zwar bzgl. der Fahrwege wie auch der Abstellplätze. D.h. so ca. eine Verfünfachung des derzeitigen Zustands. Damit wird das Verkehrsgeschehen wirksam befriedet. Der Autoverkehr wird dann von selbst auf ein verträgliches Maß zurückgehen (wer "muß" kann natürlich weiterhin Auto fahren - wer nicht "muß" wirds dann aber vermutlich eher mal sein lassen und auf Stadt verträgliche Verkehrsmittel umsteigen, die dann ja viel attraktiver werden).
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