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Karlsruhe Fahrrad auf Bestellung: Durlacher konstruiert Räder für jeden Bedarf

Das Konzept, sich ein Fahrrad individuell zusammenbauen zu lassen, ist nicht unbedingt neu. Bis Anfang der 90er Jahre boten viele Radgeschäfte diese Möglichkeit an. Mit seiner Firma "Bicibene" hat Christoph Quante die Idee vor knapp zwei Jahren neu belebt. Damit will er Menschen ansprechen, die sich ein Fahrrad wünschen, das nicht einfach nur gut aussieht.

Am Anfang stand die Idee, individuelle Fahrräder zusammen mit dem Kunden am Tisch zu planen, erzählt Christoph Quante. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete der studierte Bauingenieur als Bauleiter und baute nebenberuflich die ersten Räder auf Bestellung zusammen. Allerdings zeigte sich schon bald, dass das in der Praxis äußerst schwierig war. "Die Leute wollen sich das Fahrrad, das sie kaufen, gleich anschauen. Sie wollen draufsitzen und probefahren", bemerkt Quante.

Fahrräder vom Reißbrett

Vor knapp eineinhalb Jahren verließ er sämtliche Baustellen und widmete sich ausschließlich dem Fahrrad. Ohne Laden konnte er sein Konzept allerdings nicht professionell realisieren - und "ohne Laufkundschaft kann kein Laden überleben". So eröffnete er eine Mischung aus Fahrradladen und Ingenieurbüro und integrierte eine Werkstatt. "Reparaturen waren die Hauptarbeit innerhalb der ersten drei Monate", erinnert sich Quante.

Mittlerweile reihen sich Prototypen seiner Räder, die er selbst konzipiert, entwickelt und gebaut hat, im Showroom aneinander. Der Kunde kann zwischen Trekking-Rad, Mountainbike, Rennrad und Citybike auswählen und nun tatsächlich auch mal probefahren. "Wir haben den Anspruch, dass unsere Räder optisch ansprechend und technisch hochwertig sind", erläutert der Radexperte sein Konzept. Schlicht sollen sie sein und durch Qualität statt auffälligem Äußeren bestechen.

Am Anfang steht der Rahmen

Grundsätzlich könne sein Kunde von der Klingel bis zum Rücklicht selbst bestimmen, was er am eigens für ihn konstruierten Zweirad haben möchte. Den Anfang macht dabei der Rahmen, wahlweise aus Stahl oder Aluminium. Dessen Größe ermittelt er mit Hilfe der Arm-, Rumpf- und Innenbeinlänge. Dann legt er entsprechend der Fahrgewohnheiten des Kunden die Verschleißintervalle fest und wählt daraufhin die Komponentengruppe - Bremsen, Antriebsstrang und Schaltung - aus.

Ist jedes Schräubchen am neuen Fahrrad an seinem Platz, passt es Quante zusammen mit dem neuen Eigentümer ergonomisch an. Auch der Umgang mit dem Gefährt gehört zur Anpassung mit dazu. Nach Bedarf übt der Fachmann mit dem Laien, wie er einen Schlauch flicken kann oder sich am einfachsten aus Klickpedalen befreit.

"Bicibene" = gutes Fahrrad

Ab 700 Euro werden für ein Unikat Marke "Bicibene" fällig. Aber das ist seinen Preis wert, findet Christoph Quante. "Ein gutes Rad macht aus, dass die Bauteile qualitativ hochwertig sind und sie ebenso hochwertig miteinander kombiniert sind", erläutert er. Auch optisch müsse das Gesamtkonzept stimmen, wobei Schlichtheit für ihn das oberste Prinzip ist. Das Fahrrad müsse hochwertig montiert sein und ergonomisch zum Kunden passen.

Wer sein Fahrrad in aller Schlichheit doch in grellen Neonfarben haben möchte, auch dem versucht Quante zu helfen. Schließlich will er rundum gute Fahrräder bauen - wie es der Firmenname schon beeinhaltet. "'Bicibene' ist abgeleitet vom italienischen Wort 'Bicicletta' für Fahrrad und vom Wort 'bene' wie gut", erklärt der Firmengründer. "Für uns ist es gleichermaßen Sinnbild, Anspruch und Leitbild, für unsere Kunden das gute Fahrrad zu entwickeln."

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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    10.09.2011 02:03 Uhr
    Egal,
    massgefertigte Räder sind jetzt nicht gerade eine neue Idee. Aber nach dem Tuningoverkill der 90er Jahre besinnt sich wieder vielleicht doch so mancher zurück und weiss ein massgeschneidertes Rad zu schätzen. Das ist ja nchts anderes wie ein Auto mit Sonderschnickschnack oder eine Küche oder ein Bad.
    Insofern wünsche ich Herrn Quante viel Erfolg mit seinem Konzept. Der hat sich das überlegt, hat Mumm und es somit auch verdient.
    Gute Arbeit, gute Kunden, gutes Geld - was will man mehr?
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  •   mueck
    (10147 Beiträge)

    09.09.2011 10:58 Uhr
    !
    Ich sollte nachher unbedingt noch 'nen Lottoschein abgeben *notier* zwinkern
    Bei ausreichend Erfolg kaufe ich dann zwei Räder, eins bei bicibene, das endlich mal auf 101 kg und einen spurtstarken Kavaliersstart an der Ampel ausgelegt ist, damit radel ich dann nach Germersheim, um dort vermutlich noch eins zum Genussradeln zu kaufen zwinkern
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    09.09.2011 10:50 Uhr
    aus eigener erfahrung...
    ... kann ich die qualität der leistung von herrn quante beurteilen.
    super netter kontakt, spitzen beratung und tolle räder. herr quante ist immer da... auch kurzfristig... wenn mal was ist.
    und teuer sind die räder nun wirklich nicht mal. klaro - beim discounter gehts "billiger". mit dem entsprechenden minus an beratung und service.
    und... ich fahre keine 10.000 km. zwinkern
    natürlich - wer lieber bei aldi einkauft...
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  •   Sleipbaba
    (702 Beiträge)

    09.09.2011 08:40 Uhr
    ich
    habe Herrn Quante letztes Jahr kennengelernt als er bei einer kleinen Veranstaltung ein paar Fahrräder ausgestellt hat. Netter Typ der auch wirklich Ahnung hat.
    Dennoch finde ich, dass dieser Markt schon extrem schwierig ist. Du kannst bei Rad&Tat (beispielweise) auch handgefertigte, für einen speziell konstruierte Räder kaufen. Du kannst bei Specialized Gleiches tun. Das Problem ist, dass es halt nur wenige Kunden gibt, welche den Preis für ein speziell angefertigtes Rad zahlen können oder auch wollen. Der preisbewusste Kunde geht heute zum BOC und zahlt für das absolut gleiche Fahrrad (die Rahmen werden zum Teil von Cube hergestellt und die Komponenten sind ja vom Shimpanse) bis zu geschätzten 600 Eur (je nach Preisbereich) weniger als im Fachhandel.
    Profis, welche auch mal die 10.000 Km Marke im jahr knacken, geht zu bicibene grinsen
    Aber, schöne, kostenlose Werbung hier auf KA-News.
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  •   Tirak
    (561 Beiträge)

    09.09.2011 07:09 Uhr
    Netter Radladen
    Ist ein netter kleiner Laden in Durlach mit tollen Rädern ohne großen Firlefanz. Insgesamt kann man jedem nur sagen: Unterstützt Eure lokalen Radhändler in den Stadtteilen und kauft Eure Räder nicht beim Discounter.
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  •   mixe
    (1163 Beiträge)

    09.09.2011 07:42 Uhr
    Ganz meine Meinung,
    wenn es sich machen läßt, sollte man aus meiner Sicht die regionalen Firmen unterstützen. Sie leben von uns und wir von deren guter Arbeit ( Räder, Gemüse, Backwaren etc.)
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    09.09.2011 08:13 Uhr
    Räder
    und Gemüse lass ich mir gefallen, artisanale Bäcker gibts ja leider nicht mehr oder zumindest fast nicht mehr. Dieses Handwerk liegt in den letzten Zügen und damit auch die Qualität der Backwaren.
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