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Karlsruhe Auf zwei Rädern durch Karlsruhe: Was tut die Stadt für Radfahrer?

Der Karlsruher Gemeinderat hat sich im Oktober 2005 das Ziel gesetzt, mit dem sogenannten "20-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs" sämtliche Bereiche rund um das Fahrradfahren in der Fächerstadt auszubauen. Heute - über zehn Jahre später - wurde schon einiges in diesem Rahmen umgesetzt.

Das Förderprogramm wurde schon vor über zehn Jahren ins Leben gerufen um vor allem den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen und eine Unfallhäufigkeit zu minimieren. Außerdem sah das Programm die Planung und den Bau von jährlich zwei Radrouten vor. Der Radverkehr sollte demnach zudem in allen Straßenneuplanungen, -umplanungen und -sanierungen berücksichtigt werden.

Wichtig in Bezug auf das  "20-Punkte-Programm" ist der Stadt auch heute noch der Grundgedanke eines Zusammenspiels aller Verkehrsteilnehmer: So soll ein Ausgleich zwischen einzelnen Verkehrsmitteln stattfinden, damit der öffentliche Verkehrsraum allen Teilnehmern gleich zur Verfügung steht. Das Ziel des Programms sei damit also nicht einen Vorrang für den Radverkehr in der Stadt zu schaffen. Doch konnte das auch tatsächlich umgesetzt werden? Und welche Projekte nimmt sich die Stadt aktuell vor?

Karlsruhe soll Fahrrad-Großstadt Nr. 1 in Süddeutschland werden

Mit den klar gesetzten Zielen konnte in den vergangenen Jahren tatsächlich einiges umgesetzt werden. Neben zahlreichen Baumaßnahmen stand im Programm an vorderster Stelle das Vorhaben die "Fahrrad-Großstadt Nr. 1 in Süddeutschland" zu werden. Im Zwischenbericht aus dem Jahr 2012 werden folgende Beispiele genannt, die diesen Punkt vorangetrieben haben: Das seit 2001 bestehende Draisinenrennen, die Erstwohnsitzkampage bei denen Neubürger ein "Draisler-Bike" gewinnen können oder auch zahlreiche Studien, die Karlsruhe als radfreundliche Stadt bezeichnen.

Der "Fahrradklimatest" des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) aus dem Jahr 2016 bestätigt, dass die Fächerstadt mit der Umsetzung seiner Zielsetzung in diesem Punkt auf dem richtigen Weg ist: Das Ergebnis platziert Karlsruhe auf dem bundesweiten zweiten Platz der fahrradfreundlichsten Städte. Die zentrale Frage dabei war, in welchen Städten Deutschlands Radfahren Spaß und wenig Stress bedeutet.

Radroutennetz mit einheitlicher Wegweisung

Mit Beschluss des "20-Punkte-Programms" wurde 2005 unter anderem auch ein Radroutennetz mit Haupt- und Nebenrouten verabschiedet. In den vergangenen Jahren wurden Routen, wie zum Beispiel diejenige, die von Neureut über die Weststadt zur Messe verläuft, fertiggestellt. Eine einheitliche Wegweisung für den Radverkehr ist bereits seit Ende 2010 fertiggestellt.

Radverkehrsnetz Stand 2012
Radverkehrsnetz Stand 2012 | Bild: Stadt Karlsruhe

Umsetzung von zwei Stadtteilrouten

Obwohl einige Punkte in den vergangenen Jahren verwirklicht werden konnten, entwickelte sich das Vorhaben, jährlich zwei Radrouten herzustellen, zu einem größeren Problem, das bisher nicht gelöst werden konnte.

"Grund für den langsameren Ausbau ist insbesondere, dass bei der Erarbeitung des Radkonzeptes 2005 keine Erfahrungen über Zeit- und Kostenaufwand zur Herstellung von Radrouten vorlagen," erklärt die Stadt in ihrem Zwischenbericht. Ein weiterer Grund sei die Koordination mit anderen Baumaßnahmen. Einige Routen seien zeitaufwändiger und kostenintensiver gewesen, als geplant.

Radverkehr in der Innenstadt regeln

Wesentliche Ergebnisse sind allerdings in Bezug auf die zwei Cityrouten zu verzeichnen. Sie konnten in den vergangenen Jahren ausgebaut werden. Insgesamt führen sie den Radverkehr vom Berliner Platz zum Mühlburger Tor - und auch in die umgekehrte Richtung - ohne währenddessen die Kaiserstraße befahren zu müssen.

Die Cityroute Nord führt dabei über den Zirkel sowie die Stephanienstraße und die Cityroute-Süd über die Markgrafen-, Erbprinzen-, Herren- und Amalienstraße vom Osten in den Westen der Stadt. In der Fußgängerzone Kaiserstraße wurde das Radfahren im Rahmen des Programms ausschließlich nachts und an Sonn- und Feiertagen erlaubt.

Angebot sollte ausgebaut werden

2005 beschloss der Gemeinderat den Radfahrern nicht nur ein ausgebautes Radverkehrsnetz zu erstellen, sondern auch ein breit gefächertes Angebot rund um das Rad in Zukunft bieten zu können. Eines davon ist beispielsweise die Radstation am Hauptbahnhof. Dadurch kann seit 2007 das Umsteigen vom Fahrrad auf andere Verkehrsmittel rund um die Uhr erleichtert werden.

Des Weiteren ist zum Beispiel der Winterdienst für den Radverkehr ein zusätzliches Angebot der Stadt. In den kalten Monaten wird das Winter-Radnetz geräumt, sodass auch dann das Radfahren möglich ist.

Was wird derzeit für das Programm getan?

Da das "20-Punkte-Programm" kein reines Bauprogramm darstellt, ist es schwierig einen aktuellen Stand der Dinge abzugeben, so die Stadt gegenüber ka-news. Baulich wurde allerdings demnach im Rahmen des Förderprogramms zuletzt der Radweg zwischen Wolfartsweier und Hohenwettersbach umgesetzt. Für die kommenden Monate steht die Radroute, die die Oststadt mit dem Karlsruher Stadtteil Hagsfeld verbinden soll, auf dem Plan.

Und auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit - die damals unter Punkt 15 im Sinne von Informationen über neue Angebote in das Programm mit aufgenommen wurde - hält die Stadt die Bürger immer wieder auf dem Laufenden. Besonders dieses Jahr wird einiges geboten. Im Rahmen des 200. Jubiläums des Fahrrads bietet nämlich vor allem die Veranstaltungsreihe Heimattage den Karlsruhern einiges.

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Kommentare (58)
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  •   plokk
    (58 Beiträge)

    08.08.2017 12:38 Uhr
    Autos raus
    Karlsruhe könnte eine wunderbare Innenstadt haben, wenn man ähnlich wie in anderen Städten die Autos komplett verbannt.

    -Saubere Luft, kein Gestank, keine Krebserregenden Stoffe in der Luft
    -keine Motorrad- oder Autofahrer die einem aus dem Schlaf reissen weil sie aus Penisverkürzungsgründen ihren Drehzahlbereich austesten müssen
    -Enorm viel Platz überall, weil ca. >300.000m² Parkflächen freiwerden

    Da wo man wohnt sollte man nicht Stadtstoffgeneratoren (=Autos) aufstellen.
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  •   ka-lex
    (1616 Beiträge)

    07.08.2017 21:47 Uhr
    Wir brauchen einfach mehr Verkehrsschilder, mehr Linien,
    mehr Paragrafen, mehr Ampeln und viel mehr Vorschriften.
    Dann kann man beruhigt sagen "Ich mach zwar Scheiße, aber nach Vorschrift!"

    Es kann doch nicht angehen, dass man als Verkehrsteilnehmer auch noch das Hirn einschalten muss!
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  •   Malerdoerfler
    (4652 Beiträge)

    08.08.2017 11:45 Uhr
    Mehr Ampeln!!
    Der Witz war gut

    Bitte - mind. 50% aller Ampeln könnten bequem durch einen besser funktionierenden Kreisverkehr ersetzt werden.
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  •   mikado46
    (129 Beiträge)

    07.08.2017 19:27 Uhr
    Die gesetzlosen der Straße
    Dank kräftiger Mithilfe von Polizei und Ordnungsamt , haben sich die Radfahrer zu einen Haufen von
    behördlich geschützte Gesetzlose entwickelt.
    Es gibt weder ein StVO , noch eine StVZO die greift.
    Dank entsprechender Lobby , ist bisher auch die Helmpflicht für Radfahrer verhindert worden
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  • unbekannt
    (427 Beiträge)

    07.08.2017 19:45 Uhr
    jo danke
    an den Autofahrer der neulich scharf links an er Bordsteinkante entlang fuhr - im Schneckentempo - und dann auf rechts schwenkte wenn es wagte ihn zu überholen.
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  •   Peacemaker
    (352 Beiträge)

    07.08.2017 19:36 Uhr
    Unfug,
    die Ordnungswidrigkeiten anderer Verkehrsteilnehmer, gerade der Autofahrer, sind nach wie vor lästiger.
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  • unbekannt
    (427 Beiträge)

    07.08.2017 18:45 Uhr
    Als Karlsruher fahre ich Auto nur wenn ich MUSS
    … für die Strecke zur Arbeit und zurück und für den Einkauf halte ich mich per Rad an die StVO wie die meisten der Radler die ich so sehe. Schwarze Schafe gibt’s überall, wie auch Autofahrer die Radfahrer aus purer Bosheit abdrängen – in Fahrradstraßen (!!!!), oder auch Radler auf Gehwegen (Kurierfahrer und Männer in der Midlife Crisis die jede Speckschwarte einzeln in Lycra pressen). Kennzeichen sind heute zu Tage kein alleiniger Garant aber RA und GER halten von der StVO recht wenig – klar … da die sich Mittel für den Straßenbau unter anderem auch an der Zahl Steuerpflichtiger Bürger berechnen kann man hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen um jeden Blumenkübel einen Kreisverkehr bauen und wenn man in die „Stadt“ kommt in der 30er Zone die Sau rauslassen – Bravo. Ich jedoch zahle HIER in KA meine Steuern.
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    07.08.2017 22:10 Uhr
    Bisschen
    viel Vorurteile auf einmal, findest du nicht?
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  •   Malaika
    (169 Beiträge)

    07.08.2017 17:03 Uhr
    Habe ich da was verpasst
    oder dürfen Radfahrer jetzt auch Gehwege benutzen? Läuft man die Rheinstraße vom Entenfang zur Philippstraße und umgekehrt, muss man höllisch aufpassen, nicht umgefahren zu werden. Für Kinder mag es ja angehen, auf dem Fußweg zu fahren, aber mittlerweile fahren Alte und Junge auch auf den Fußgängerwegen und sind noch sauer, wenn man nicht gleich wegspringt. Knöllchenverteilende Damen sind auf dieser Meile zuhauf unterwegs, aber Fußwegradler haben hier wohl Narrenfreiheit oder es wird im Sinne einer fahrradfreundlichen Stadt weggeschaut.
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  •   Peacemaker
    (352 Beiträge)

    07.08.2017 19:26 Uhr
    Das ist wirklich ein Unding.
    Manchen Radlern geht jedes Gefühl für Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer ab.

    Von mir aus, wenns leer ist und sie ganz langsam vorbeirollen, sollen sie. Mach ich gelegentlich auch.

    Aber manche rasen ohne Rücksicht auf Verluste von hinten an die Fusgänger ran und wehe man macht einen Schritt zur Seite.
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