Die sehr ergiebigen Niederschläge im September seien überwiegend als Starkregen gefallen, etwa die Hälfte davon binnen weniger Tage um die Monatsmitte, und teils oberirdisch abgeflossen. Das habe umgehend signifikante Anstiege der Bodenfeuchte bewirkt, teilten die Fachleute in Karlsruhe mit. Besonders der nördliche Teil habe davon profitiert.

An einer Messstelle in Stutensee (Landkreis Karlsruhe) etwa habe sich der Bodenwasserspeicher um mehr als 100 Liter pro Quadratmeter - dem höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1993 - signifikant erholt und sei nun gut aufgefüllt. "Die Grundwasserneubildung ist allerdings ausgeblieben und bei den Grundwasservorräten wurden erst zu Monatsende Entspannungssignale beobachtet", hieß es weiter.

Das Grundwasser hat ein langes Gedächtnis

Anfang Oktober bewegten sich die Grundwasserstände im Südwesten demnach auf niedrigem Niveau - überwiegend im unteren Normalbereich, teilweise auch darunter. Insbesondere seien die Grundwasservorräte deutlich niedriger als im September 2021. LUBW-Experte Thomas Gudera hatte Ende August bei einer Bilanz des Dürresommers 2022 gesagt, die Auswirkungen der Trockenperiode würden sich erst zeitlich verzögert zeigen. "Das Grundwasser hat ein langes Gedächtnis." So seien die Trockenjahre 2018 bis 2020 bis heute noch nicht ganz vergessen. Zum Auffüllen der Grundwasservorräte ist seinen Angaben zufolge vor allem das hydrologische Winterhalbjahr (November bis April) wichtig.