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Karlsruhe Erster Pop-up-Radweg in der Karlstraße: "Die Stadt darf nicht nur auf Autos ausgelegt sein!"

Umleitungen und andere Wegführungen, die fast täglich neue Überraschungen bereithalten, sind die Karlsruher Autofahrer spätestens seit Beginn des Baus der Kombilösung gewohnt. So scheint es auch auf den ersten Blick kaum aufsehen erregend, dass einer der beiden Fahrstreifen auf der Karlstraße an diesem Samstag für den Verkehr gesperrt ist. Schaut man genauer hin, wird aber klar: Nur Autos haben auf dieser Spur Fahrverbot.

Während es für Autofahrer an diesem Wochenende auf den Fahrstreifen etwas enger zugeht, heißt es dieses Mal für Radfahrer: Freie Fahrt! Auf dem so genannten "Pop-Up-Radweg", einer temporären Fahrspur für Räder, bekommen die Karlsruher einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie sich die Sicherheit und das Fahrerlebnis für alle, die in der Fächerstadt in die Pedalen treten, künftig anfühlen könnte.

Bild: Thomas Riedel

Ziel der Aktion eines Karlsruher Klimabündnisses ist es, auf einen klimafreundlicheren Verkehr aufmerksam zu machen und gleichzeitig bessere Bedingungen für Fahrradfahrer in Karlsruhe zu fordern. Deshalb funktionieren die Aktivisten in diesem Monat jeden Samstag auf einer mehrspurigen Straße in der Fächerstadt eine Autospur zum Radweg um.

"Neue" Radspur kommt gut an

"Verwundert aber gleichzeitig sehr glücklich", beschreibt Pawel Bechthold von der Bewegung "Fridays for Future Karlsruhe" die Reaktionen der Radfahrer, die sich an diesem Samstagmorgen über den ersten temporären Radweg bewegen und freut sich darüber, wie gut die "neue" Radspur angenommen werde.

Pawel Bechthold von der Bewegung "Fridays For Future Karlsruhe" setzt sich für eine bessere Infrastruktur für Radfahrer ein.
Pawel Bechthold von der Bewegung "Fridays For Future Karlsruhe" setzt sich für eine bessere Infrastruktur für Radfahrer ein. | Bild: Thomas Riedel

Was ihm besonders auffällt: "Auch die Autos fahren disziplinierter und rasen nicht - wie das normalerweise der Fall ist." Die Aktivisten bedauern, dass die Infrastruktur der Stadt immer noch klar auf Autos ausgelegt sei. "Autos sind laut, brauchen viel Platz und sind klimaschädlich", so Pawel Bechthold. "Gleichzeitig haben wir aber das Fahrrad, das all das nicht ist, aber eine sehr schlechte Infrastruktur vorfindet - das müssen wir ändern!"

Nach vier Stunden werden um 15 Uhr die Verkehrshütchen schon wieder abgebaut und die Fahrbahn für alle Verkehrsteilnehmer auf vier Rädern freigegeben. Die nächste Aktion wartet aber bereits: Der zweite Pop-Up-Radweg wird kommendes Wochenende auf der Fritz-Erler-Straße aufgebaut.

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  •   jmiles
    (87 Beiträge)

    02.08.2020 17:04 Uhr
    Nicht zuende gadacht:
    Das ganze Konzept in KA, "alle aufs Fahrrad und in den ÖPNV", ist nicht zuende gedacht. Die Leute sollen innerhalb der Stadt ohne Auto unterwegs sein, es fehlen aber am Stadtrand Parkplätze mit Umsteigestellen (P+ÖPNV) in die Stadtbahn oder aufs Leihbike!
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  •   andi79
    (2947 Beiträge)

    02.08.2020 09:11 Uhr
    keine möglichkeit mit dem Auto
    hin zu bekommen ist easy.... man bestellt halt online. Heult dann aber nicht rum dass die Läden pleite gehen.
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  •   andi79
    (2947 Beiträge)

    02.08.2020 09:08 Uhr
    tolles schild
    Fahrradfahren ist also kein Individualverkehr grinsen
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  •   Svantovit
    (126 Beiträge)

    02.08.2020 04:41 Uhr
    Gute Aktion
    Mehr davon...
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  •   myopinions
    (1104 Beiträge)

    01.08.2020 23:42 Uhr
    ................dieses ganze Karlsruher "Verkehrstheater"
    interessiert mich schon lange nicht mehr.

    Ich fahre nach Ettlingen, stelle mein Auto ins Parkhaus, mache meine Besorgungen, trinke noch irgendwo gemütlich einen Apéro und fahre dann entspannt wieder nach Hause.

    Das hat mit Lebensqualität zu tun!
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  •   Südpfälzer
    (27 Beiträge)

    02.08.2020 08:07 Uhr
    Genauso
    mache ich das -nur nach Landau!
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  • unbekannt
    (3017 Beiträge)

    02.08.2020 08:51 Uhr
    Karlsruhe kennen und
    meiden - so mach ichs auch. Wenn man einen Teil der möglichen Kunden nicht will, weil man ihnen das zu nutzende Verkehrsmittel vorschreiben will, dann suchen die sich halt andere Möglichkeiten- fertig. Und der Sektiererverein FFF ist schon was ganz Spezielles - zusammen mit dem vergrünten Rathausabnickern & dem WischiWaschi-OB ergibt das eine ganz fatale Mischung. Dieser POP-Up-Nonsense ist ein Eingriff in die gültige StVo und wird sehr sicher von ganz Oben aus dem Rathaus heraus gedeckt...der braucht ja diese Stimmen im Dezember.Mal sehen, wie lange das Karlsruher Stadtsäckel einen Mentrup & seine vogelwilde Verwaltung noch aushält - die Alarmsignale sind ja schon mehr als nur sichtbar und es wird immer noch flott weitergeprasst.
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  •   Apu
    (84 Beiträge)

    01.08.2020 21:48 Uhr
    So drängt(zwingt) man ...
    die leute auf den PKW zu verzichten. So wirds gemacht lieber stadtoberhäupter,,,dicker Applaus.
    Der tunnel und die enorme verschuldung der stadt muss sich ja mal ins positive wenden. Freie wahl hat man dann nur noch in dem man sich fragt, fahre ich nun überteuert in die city oder bestelle ich online?! Wieso befragt man nicht mal die Bürger was sie sich wünschen??
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  •   froschi
    (84 Beiträge)

    01.08.2020 21:25 Uhr
    Nächste Pop-up-Bike-Lane auf der Fritz-Erler-Straße?
    Auf der Fritz-Erler-Straße ist doch in nördlicher Richtung schon eine durchgehende Fahrradspur. Und in südlicher Richtung fehlt der Fahrradspur nur ein kurzes Stück ab Markgrafenstraße beim Mükra Elektronik, wo man für eine kurze Strecke auf den alten Seitenradweg muss. Soll die Pop-up-Bike-Lane auf dieses noch fehlende Stück gelegt werden? Aktuell ist dort ein dauernder Auto-Stau in Richtung auf den Mendelssohnplatz, wegen der dortigen Großbaustelle. Sollte man wirklich in dieser angespannten Situation eine der beiden Auto-Spuren wegnehmen? Ich jedenfalls habe kein Problem damit, als Radfahrer das kurze Stück auf dem Seitenradweg am Stau vorbei zu fahren, und die Einfädelung auf die Radspur vor der Kreuzung ist dann ja wieder gut gelöst.
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  •   mueck
    (11692 Beiträge)

    02.08.2020 11:10 Uhr
    !
    Aufpoppen tut's Samstags und da sind kaum Autofahrer beruflich unter Zeitruck.
    Der Bordsteinweg dort ist Scheiſʒe, weil die Fuſʒgänger dort eigentlich das Treppchen hoch- und am Mükra vorbeilaufen müssten, was aber längst nicht alle tun, weswegen die dann auf dem Radweg rumdabbe ... Das Stück gehört endlich irgenwie umgebaut, ob nun Radspur oder Parkplätze weg, ist letztlich egal, mir als Radler jedenfalls, sind aber Rolli-Plätze und wohl nötig ...
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