Die Stadtverwaltung besteht aus sechs Dezernaten. Bürgermeister Daniel Fluhrer ist für das Sechste zuständig. Dieses beinhaltet folgende Bereiche, auch Geschäftskreise genannt:

  • IQ-Korridorverantwortlicher Mobilität
  • Planen und Bauen
  • Immobi­li­en­ma­na­ge­ment
  • Flächenmanagement
  • Zoo

Herr Fluhrer, wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Ihnen aus?

Uhrzeit Tätigkeit
7 Uhr  
8 Uhr Vorbereitungen / Tagesplan /To-Dos
9 Uhr Führungskonferenz Dezernat 6 / Strategiekonferenzen / Bürgermeisterkonferenz
10 Uhr Abstimmungstermine intern / Projektbesprechungen
11 Uhr Projektbesprechungen intern oder extern / Telefontermine
12 Uhr Abstimmung Büroleitung / Dezernatsteam / Akten / Unterschriften
13 Uhr  
14 Uhr  Pressekommunikation / Vorbereitung Sitzungen
15 Uhr Leitung Bauausschuss / Eigenbetriebsausschuss / Aufsichtsratssitzungen
16 bis 20 Uhr Leitung Planungsausschuss / Leitung verschiedene Sanierungsbeiratssitzungen / Bürgerbeteiligungsformate / Diskussionsforen / im Kontakt mit der Bürgerschaft

Wieso sind Sie gerne hier Bürgermeister – was macht die politische Anziehungskraft von Karlsruhe gegenüber anderen Städten aus?

"Karlsruhe ist für mich eine der schönsten Städte im Süden Deutschlands, sie fasziniert mich aufgrund ihrer großartigen baukulturellen Identität, sie spielt in vielen Bereichen aber auch ganz vorne mit - denken Sie an unsere Bedeutung als 'Unesco City of Media Arts', mit unserem ZKM, unserem IT-Cluster, den starken Hochschulen und Forschungsverbünden, den Kultureinrichtungen, den Institutionen des Rechtes, und bei alldem ist sie trotzdem so herrlich liebens- und lebenswert, gelassen und durchgrünt."

Was war das dickste Brett, das Sie je zu bohren hatten? Was war die schwerste Entscheidung in Ihrer politischen Karriere?

"Es gibt eine ganze Reihe dicker und sehr dicker Bretter, aktuell beispielsweise der gordische Knoten der Stadthalle oder die Situation rund um den Stadionbau, die wir schon entschärfen konnten.

Über die Frage der weiteren städtebaulichen Entwicklung rund ums Ettlinger Tor werden wir vermutlich die nächsten Monate ringen. Ich bin jemand, der sehr gerne entscheidet, daher fällt mir keine von Ihnen angefragte 'schwerste Entscheidung' ein."

Entspricht das Amt mit den einhergehenden Aufgaben Ihren Erwartungen? In welchen Punkten haben sich Vorstellungen und Realität unterschieden?

"Die Position erfüllt mich sehr und ich bin sehr gerne hier in Karlsruhe. Es hat mich sehr gefreut, so offen aufgenommen worden zu sein. Die vielfältigen internen Kontakte, die zu den Entscheidern des Gemeinderates und die zur Bürgerschaft, sind von großem Vertrauen und von Wertschätzung geprägt.

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Die Karlsruher sind wirklich eine sympathische, starke Stadtgesellschaft. Ja, meine Erwartungen haben sich erfüllt. Teilweise finde ich uns als 'Konzern Verwaltung' allerdings trotz viel Professionalität und Engagement noch viel zu schwerfällig und kompliziert und ich vermute, dass es vielen kompetenten Kolleginnen und Kollegen auch so geht."

Was würden Sie in Ihrem Dezernat gerne besser machen?

"Da gibt es einiges und wir befinden uns auch in einem Wandlungsprozess. Allem voran hätte ich sehr gerne viel mehr Zeit für die vielen Kolleginnen und Kollegen, für einen kurzen Austausch zwischendurch, für einen fachlichen Rat oder eine inhaltliche Einschätzung, für ein paar persönliche Worte, gerne auch für Kritik oder Feedback.

Diese wertvollen Begegnungen kommen leider auch aufgrund vieler tagesaktueller Herausforderungen des großen Verantwortungsbereiches viel zu kurz."

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Was möchten Sie in Ihrer Amtszeit unbedingt noch erreichen beziehungsweise umsetzen?

"Grundlage meiner Bewerbung war ein ausformulierter Zieldreiklang aus 'Kultur der fachlichen Exzellenz', 'Innovationskultur'“ und 'Kultur des Vertrauens und der Partnerschaft'. Da ist noch einiges zu tun und ich möchte am Ende meiner Amtszeit in allen drei Bereichen Wesentliches für Karlsruhe erreicht haben."

Lesen Sie am Montag: Im Karlsruher Gemeinderat wird nicht selten hitzig diskutiert. Um jeden Antrag und jede Beschlussvorlage wird gekämpft. Karlsruher Stadräte verraten: Was war ihr größter politischer Erfolg - und was ihre größte Niederlage?
 
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