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EnBW-Stabwechsel: Mastiaux muss das Unmögliche möglich machen

Fünf Jahre hat Frank Mastiaux Zeit, zumindest vorerst. So lange läuft sein Vertrag als neuer Vorstandsvorsitzender des Energieriesen EnBW. In dieser Zeit soll er nicht nur den einstigen Atomkonzern auf die grün-rote Spur bringen, sondern das Unternehmen nebenbei auch noch zurück in die schwarzen Zahlen führen. Eine unmögliche Aufgabe. Ob er sie stemmen kann, muss die Zukunft zeigen.

Noch hat Frank Mastiaux gut lachen. Ob er denn nun eine Wohnung in Stuttgart oder Karlsruhe suchen würde, so die Frage eines Journalisten bei der Einstandspressekonferenz am Montagvormittag. "Wenn ich das wüsste",  so die gut gelaunte Antwort des 48-jährigen Familienvaters aus Nordrhein-Westfalen. Für die Herbstferien hätten er und seine Familie Besichtigungstermine in mehreren Städten vereinbart.

Das Lachen dürfte ihm schnell vergehen

Es war die einzige Frage, auf die der promovierte Chemiker wirklich keine Antwort zu wissen schien. Zwar wich er auch bei anderen Themen - etwa ob beim angekündigten "Neudenken" der EnBW auch Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden, und was dran sei an den Gerüchten, dass man bestimmte Arbeitsbereiche in tariffreie Zonen auslagern wollte - aus. Der Grund dürfte aber wohl eher politisches Kalkül als echte Unwissenheit gewesen sein. Wenn dem neuen Mann an der EnBW-Spitze gelingen soll, was man von ihm erwartet, wird das kaum ohne Opfer möglich sein. Die einzufordern ist nun der Job von Frank Mastiaux - und dabei dürfte ihm das Lachen schneller vergehen als ihm lieb ist.

Die EnBW steht unter Druck. Die Grün-Rote Landesregierung ist wild entschlossen, aus Baden-Württemberg ein Musterländle in Sachen erneuerbare Energien zu machen. Dass Mastiaux hier eine gute Wahl ist, hat der 48-Jährige bei Eon bewiesen, wo er das Geschäft mit erneuerbaren Energien aufgebaut und geleitet hat. Ob es ihm aber tatsächlich gelingt, das Ruder so schnell rumzureißen, wie der grüne Landesvater Winfried Kretschmann sich das erhofft, steht heute noch in den Sternen. Zu lange und zu konsequent hat die EnBW auf Atomstrom und auf konventionelle Energien gesetzt. Ganz abgesehen davon, dass ein 20.000-Mitarbeiter-Konzern sich nicht von jetzt auf gleich in eine andere Richtung lenken lässt.

Zwischen Landesregierung und Zweckverband

Hinzu kommt die Gefahr, zwischen den Fronten von Grün-Roter Landesregierung einerseits und dem CDU-dominierten Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke, dem die andere EnBW-Hälfte gehört, andererseits, zerrieben zu werden. Keine leichte Aufgabe für Mastiaux. Man könnte auch sagen: Er muss das Unmögliche möglich machen. Ob er das kann, muss nun die Zukunft zeigen.

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  •   Nichtnaiv
    (230 Beiträge)

    02.10.2012 11:40 Uhr
    was willer denn machen?
    Gar nix wird er machen. Es werden alleine nur die unteren Leiterebenen was machen. Informationen vor Ihm zurückhalten wie schon so oft, damit keine Fehler bekannt werden.
    Dann wird dieser "Neue" sich ein unsinniges Denkmal zu Lasten der Mitarbeiter setzen.
    Bisher war keiner der EnBW-Vorstände fähig etwas positives zu setzen. Entweder wurde sinnlos Geld verschwendet oder Mitarbeiter angelogen oder in eigene Tasche gewirtschaftet.
    Also, halte ich nichts von solchen Leuten.
    Meist endet das in Schließungen von Abteilungen und damit verbundenen Personalabbau.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (3017 Beiträge)

    01.10.2012 18:13 Uhr
    Ich bin mal gespannt, wie
    denn sein Komzept aussieht...immerhin muss er ja einen ziemlichen Augias-Stall von Claasen & Villis ausmisten (Personal/ Struktur/ Kosten) und hat zudem noch den kleinen Nils und den obersten Landes-Grünling mit ihren EE-Träumereien an der Backe...und eine Dividende für die Aktionäre sollte auch noch rausspringen.
    Gigantischer Spagat & heftige Aufgabenstellung- aber das trau ich dem zu, daß er das lösen kann....mal in 6 Monaten schaun, was er wie angeht- so lange muss er schon kritiklos "Schnur" haben
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  •   Beiertheimer
    (1393 Beiträge)

    01.10.2012 20:08 Uhr
    Ganz einfach....
    Preise erhöhen, Personal auslagern oder Stellen nicht mehr besetzen. Und ganz hart Personal entlassen evtl mit einer Abfindung...
    Kraftwerke (Kaltresereven) stilllegen kann man sicher auch noch.

    Kann ich auch und ich würds für die Hälfte der Jahresgage machen
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (3017 Beiträge)

    01.10.2012 20:38 Uhr
    Ganz so einfach
    wirds wohl nicht werden zwinkern
    Daher bin ich ja gespannt drauf, wie ers wirklich anstellt...zumindest beim Personal / Verwaltungsstruktur & der Kraftwerke-Struktur muss er mit der Axt rangehen...alles Andere bringt IMO nichts
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (4000 Beiträge)

    01.10.2012 17:35 Uhr
    Lieber Herr Chefredakteur,
    der Frank Montiaux heißt Frank Mastiaux grinsen
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  •   NeubueserF
    (674 Beiträge)

    01.10.2012 17:58 Uhr
    Danke
    Danke für den Hinweis ... wobei ich mich gerade selbst frage, wie auch auf den anderen Namen komme - im anderen Artikel habe ich ihn schließlich nicht unbenannt. Wie dem auch sei, blöder Fehler - ist inzwischen korrigiert. Danke für den Hinweis!
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