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Karlsruhe Karlsruher Polizeihunde und ihre Herrchen: In der Ausbildung werden sie zur unzertrennlichen Einheit

Ihr Einsatzgebiet sind herrenlose Gepäckstücke, Rauschgifthandel oder die Spurensuche: Polizeihunde. Dabei sind sie nie alleine - zusammen mit ihrem Herrchen meistern die Hunde der Karlsruher Polizei brenzlige Situationen und gefährliche Einsätze. Um Hund und Herrchen zur unzertrennlichen Einheit zu verbinden, braucht es eine lange Ausbildung. ka-news-Volontär Lukas Hiegle hat sich diese genauer angeschaut.

Lautes Gebell und eine große Wiese, die viel Auslauf bietet. Das Revier der Karlsruher Polizeihundestaffel ist im ersten Moment nicht als Polizeirevier zu erkennen. Erst ein blaues Schild und ein großes Eisengatter lassen erahnen, dass hinter dem Tor die Polizei ist. Das Besondere: Der Mensch und sein "bester Freund", der Hund, arbeiten hier jeden Tag ganz eng im Team zusammen.

30 Hunde sind bei der Polizei

Am Tag des ka-news-Besuchs sind zwei junge, angehende Polizeihunde zusammen mit ihren Herrchen auf dem Gelände. Udo Walz, der Leiter der Polizeihundestaffel, nennt die jungen Schützlinge liebevoll "Azubis". Geführt werden die jungen Schäferhunde von den Polizisten Pierre Baumgärtner und Miriam Seitz. Pierre Baumgärtner arbeitet seit 30 Jahren bei der Hundestaffel, Kollegin Miriam Seitz ist seit fast 27 Jahren dabei.

Das Training wird an diesem Tag von Polizeihundeführer Stefan Lasch gehalten - er fungiert als Supervisor. Lasch arbeitet seit 21 Jahren bei der Diensthundestaffel der Karlsruher Polizei. Bei den verschiedenen Übungen, die Seitz und Baumgärtner mit ihren Hunden machen, gibt Lasch Tipps und weist seine Kollegen auf Fehler hin. Insgesamt 30 Polizeihunde gibt es bei der Karlsruher Polizei.

 

 

Hunde und Herrchen werden auf Eignung geprüft

Ihre beiden Hunde sind zwölf und vierzehn Monate. Bei ihnen ist erkennbar, dass sie sich für den Polizeidienst eignen - nicht immer eine Selbstverständlichkeit. "Das ist nicht bei jedem Tier der Fall", sagt Stefan Lasch. Es ist eine der vielen Herausforderungen der Ausbildung, dies möglichst frühzeitig zu erkennen - denn eine Ausbildung ist nicht nur zeitintensiv, sondern auch teuer.

Polizeihundestaffel
Insgesamt 30 Polizeihunde gibt es bei der Karlsruher Polizei. | Bild: Lukas Hiegle

 

Doch nicht nur die Hunde werden auf ihre Eignung geprüft: Auch die Polizisten müssen Fähigkeiten mitbringen. Dazu gehören körperliche Fitness und motorische Fähigkeiten - entscheiden ist aber vor allem eines: Der Charakter. Bewerber müssen Einfühlungsvermögen besitzen, da sie den Hund im Einsatz lesen, verstehen und entsprechend reagieren müssen.

Da die Diensthunde in der Regel ihr gesamtes Leben mit den Hundeführern verbringen, sind Vorerfahrungen mit Hunden vorteilhaft. Es wichtig, dass Bewerber eine gute Bindung zu Hunden haben und ihre Lebenspläne dementsprechend ausrichten", sagt Staffelleiter Walz. "Ich lade zu diesen Gespräch auch gerne die Lebenspartner der Bewerber ein, um mit ihnen darüber zu sprechen."

Mit Leidenschaft Hundeführer

Die Leidenschaft für die Arbeit mit Polizeihunden - bei Familie Baumgärtner ist sie schon in der zweiten Generation vorhanden: Neben Vater Pierre ist inzwischen auch dessen Sohn Patrick Polizeihundeführer. Von Kindesbeinen an ist er mit den Diensthunden seines Vaters aufgewachsen und mit der Hundeleidenschaft angesteckt worden.

Polizeihundestaffel
Patrick Baumgärtner arbeitet seit 2013 bei der Hundestaffel der Karlsruher Polizei. | Bild: Lukas Hiegle

Als Kind war er bei Wettkämpfen dabei und verbrachte viel Zeit mit den Vierbeinern. Dass er eines Tages dem Vater nacheifern würde, war abzusehen, wie er selbst sagt. Nach seiner Ausbildung zum Polizisten ging Patrick Baumgärtner 2013 zur Hundestaffel. Er führt derzeit eine fünf Jahre alte Schäferhund-Dame, wenn sein Vater in Rente geht, soll er dessen Hund übernehmen. 

Üben für die Ausbildung

Damit die Tiere in den Polizeieinsatz starten können, benötigen sie einen elf Wochen langen Grundlehrgang in Göppingen. Dort müssen die Übungen sitzen. Dafür üben die Hundeführer bereits auf dem Polizeigelände.

 

 

 

Die Übungen bestehen am Tag des ka-news-Besuchs darin, ihren Führer als absolute Bezugsperson wahrzunehmen. "Der Diensthundeführer ist für die Tiere Arbeitskollege und Herrchen zugleich", so Lasch. Die Hunde leben rund um die Uhr bei ihrem Diensthundeführer, in der Regel auch nach ihrer aktiven Zeit, wenn sie im Ruhestand sind. Mit etwa acht bis zehn Jahren scheiden die Tiere in der Regel aus dem Dienst aus. 

Hunde erschnüffeln Drogen, Sprengstoff oder Leichen

Ziel der Ausbildung ist es, den Hunden spielerisch beizubringen, nach etwas Bestimmtem zu suchen. So sind die Tiere auf ein bestimmtes Futter oder Spielzeug fokussiert und verbinden damit den Geruch von Drogen oder Personen.

Ist der elfwöchige Grundlehrgang erfolgreich geschafft, können die Hunde in einem Spezialgebiet ausgebildet werden. Als Spürhund für Rauschgift, Leichen, Sprengstoff, Brandmittel oder sogar Geld. In der Regel wird jedes Tier nur auf einen bestimmten Bereich spezialisiert.

 

 

Hundestaffel wird oft bei Demonstrationen eingesetzt

Die Hauptarbeit der Polizisten bei der Diensthundestaffel besteht darin, Vorfällen mit Tieren, vor allem mit Hunden zu bearbeiten. Ansonsten werde man zu Konfliktsituation hinzu gezogen oder ist bei Großeinsätzen wie Fußballspielen oder Demos für die erhöhte Sicherheit im Einsatz. "Hunde schrecken sehr stark ab", erzählen die Diensthundeführer im Gespräch. Darüber hinaus ist man auch auf Streife, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.

Der Artikel wurde nachträglich aktualisiert.

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Kommentare (4)
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  •   Murikaner
    (18 Beiträge)

    06.06.2018 10:30 Uhr
    Interessant, aber weitere Fragen...
    Ich bin auch verwirrt: Wenn ein Polizeihund mit 8 bis 10 Jahren ausscheidet - was passiert dann mit ihm? Im besten fall im Ruhestand in der Familie. Aber er kann schlecht den ganzen Tag zu Hause sein, während sein Herrchen im Revier arbeitet. Wenn dieser einen neuen Hund bekommt, muss er dann für zwei Hunde die Verantwortung übernehmen? Schön zu erfahren wäre auch, welche Kriterien und Talente so ein Hund haben sollte, um als Polizeihund geeignet zu sein.
    Auch: Welche Kosten genau werden übernommen, wenn der Hund auch für den Einsatz eingesetzt wird? Ausbildung ja, aber was ist mit Futter etc. ? Welche Hunderassen sind geeignet? Was geht über das 08/15 Training für Ottonormal-Hunde hinaus?
    Prinzipiell aber schöner Nischenartikel!
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  •   art5gg
    (537 Beiträge)

    20.05.2018 18:08 Uhr
    Helmut Kohl hatte seinen Hund so dressiert, dass....
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   patrickkk
    (1230 Beiträge)

    20.05.2018 13:36 Uhr
    Vater und Sohn
    Vater und Sohn in einer Polizeieinheit, was könnte schon schief gehen grinsen?

    Mensch, Mensch.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3147 Beiträge)

    20.05.2018 08:40 Uhr
    Was in dem Bericht fehlt ist die Kostenfrage
    Welche Kosten entstehen in einem Hundeleben dem Hundeführer und was wird vom Staat ersetzt? Und wenn der Hund nicht mehr diensttauglich ist, braucht er einen neuen Diensthund und der alte Hund bleibt in der Familie. Da entstehen ganz schön Kosten. Und so ein Hundeführer wird wohl schon so ca. 4 Hunde während seiner Dienstzeit haben. Und was ist mit Urlaub? In ein Hotel dürfen die ja auch nicht unbedingt mit, da muss ein Hundepfleger daheim einspringen, oder wie funktioniert das? Für uns persönlich ist klar: Wer unseren Hund nicht will, der braucht auch nicht unser Geld.
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    (4089 Beiträge)

    20.05.2018 17:37 Uhr
    Das wird
    kein Problem sein, die Hundeführer WOLLEN den Hund ja. Und für eine entsprechende Rundumversorgung wird schon gesorgt sein. Win-Win Situation.
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