Karlsruhe Der Wacholdergeist von Mühlburg: Harald Reinholz brennt Gin in Karlsruhe - für KSC-Fans und Fleischliebhaber

Aus London in die ganze Welt: Gin ist seit Jahren ein Trendgetränk, auch in Karlsruhe gibt es einige Destillerien. Eine davon ist Breaks Gin von Harald Reinholz. In der Manufaktur wird auch ein spezieller KSC-Gin gebrannt. ka-news hat die Destillerie in Mühlburg besucht.

Harald Reinholz steht stolz vor einem kupfernen Kessel im Industriegebiet von Mühlburg. "Das ist unser Herzstück, in dieser Gin-Destille findet die Produktion statt", sagt er. Sie ist eigens für Breaks Gin neu gebaut worden und fasst 130 Liter. Die Besonderheit: "Die Destille verfügt über einen Aromakorb, in dem hitzeempfindliche Kräuter und Gewürze verarbeitet werden können", schwärmt Reinholz von seiner Apparatur.

Breaks Gin Karlsruhe
Gin-Brenner Harald Rheinhold vor seiner Destille. | Bild: David Michalik

Wacholderbeeren sind die unverzichtbare Grundzutat jedes Gins. Die Botanicals, also Kräuter und Gewürze, aber auch Früchte oder Wurzeln, verleihen dem Gin sein individuelles Aroma. "Den Rohalkohol aus Weizen kaufen wir ganz normal ein. Unsere Botanicals stammen von einem Bio-Händler hier im Rheinhafen."

Breaks Gin Karlsruhe
Wacholderbeeren: der Rohstoff für jeden Gin. | Bild: David Michalik

Die Kräuter werden drei bis vier Tage lang in diesem Rohalkohol "mazeriert", sozusagen eingelegt: "Der Alkohol entzieht ihnen so das Aroma", erklärt Reinholz im Gespräch mit ka-news. Anschließend wird der Gin destilliert. Dieser Brennvorgang kann bis zu acht Stunden dauern. 

Der "rohe" Gin lagert dann für vier Wochen in Stahltanks, bevor er mit Wasser verdünnt und so auf Trinkstärke gebracht wird. Zum Schluss wird jede Flasche von Hand abgefüllt, versiegelt und nummeriert. "Bei uns wird sehr viel von Hand gemacht, das ist unser Hauptmerkmal", erklärt Harald Reinholz. 

Harald Rheinhold von Breaks Gin
Harald Rheinhold von Breaks Gin. | Bild: David Michalik

Harald Reinholz stammt aus Rumänien, schon sein Großvater war Schnapsbrenner. "Damals habe ich meinem Opa oft beim Brennen in seinem Keller zugeschaut - ich fand das faszinierend", erinnert er sich im Gespräch mit ka-news. Bevor er dann seine eigene Gin-Destillerie 2006 gegründet hat, war Reinholz Inhaber eines Plattenladens namens "Breaks": "Ich wollte das Label weiterleben lassen", sagt er.

Eigene Kreation für den KSC 

Und Gin ist bei Harald Reinholz nicht gleich Gin: Breaks Gin bietet eine "Butchers Edition" an, in der Gewürze enthalten sind, die man auch bei einer Wurst vom Metzger findet. "Das sind zum Beispiel Senfkörner, Paprika, Chili, Koriander und Kümmel."

Auch für die Sportfans aus der Fächerstadt hat der Gin-Macher etwas im Angebot. "Ich habe Michael Becker, den Geschäftsführer vom KSC, auf einem Event kennengelernt. Dort entstand die Idee eines eigenen Gins, zunächst nur für den Fanshop", erzählt Reinholz. "Nach ein paar Tagen hat sich der Verein bei uns gemeldet, so wurde das Ganze spruchreif." Der KSC-Gin sei eher mild und gehe in die blumige Note.  

KSC-Gin
Dem KSC wurde eine eigene Gin-Kreation gewidmet. | Bild: Harald Rheinhold

Für ihn war klar, dass der Fußball-Gin blau sein musste - die Farbe bekommt der KSC-Gin durch eine asiatische Blüte. Innerhalb von zwei Tagen sei er komplett ausverkauft gewesen, aktuell ist eine Nachproduktion in Arbeit.

Harald Rheinhold von Breaks Gin
Jonas Ziemert, Harald Reinholz und Andreas Reinholz (v.l.) vor der Destille von Breaks Gin. | Bild: Alex Schantz // schantzmedia

Es ist noch kein Brenner vom Himmel gefallen

Bis ein Ginrezept steht, bedarf es jedoch einiger Anläufe. "Ein Jahr lang haben wir an der ersten Rezeptur getüftelt, etliche Testbrände und Versionen gemacht", erinnert sich Reinholz. Dabei ist auch einiges schief gegangen.

"Am Anfang haben wir mal den reinen Alkohol zuerst eingefüllt und erhitzt, bevor wir ihn mit Wasser vermischten. Überall hat man die beißenden Dämpfe gerochen." Solche Anfängerfehler passieren dem erfahrenen Gin-Brenner heute nicht mehr - denn aus Fehlern lernt man bekanntlich. 

Umso mehr freut er sich über eine neue Kreation, die für nächstes Jahr geplant ist. "Ein Ruderverein aus Karlsruhe wollte einen eigenen Gin. Er enthält typische Weihnachtsgewürze, unter anderem Orange und Sternanis", sagt Harald Reinholz mit leuchtenden Augen. "Und riecht wie Lebkuchen."

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