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Karlsruhe Achtung, Fahrkarten-Kontrolle: "Es gibt bei uns keine Ausreden!"

Paketbote, Bahnfahrer und Richter: Es sind Berufe, die jeder kennt. Doch was machen diese Menschen den ganzen Tag? Hinter der Arbeit steht oft mehr, als es auf den ersten Blick scheint. In der neuen Reihe "Ein Tag mit ..." begleitet ka-news.de Menschen in ihrem Berufsalltag und schaut hinter die Kulissen. Die Serie erscheint jeden Sonntag auf ka-news.de - so spannend kann Alltag sein!

Sonderlich voll ist es nicht, als die Tür der Bahn sich öffnet. Es ist ein Freitagvormittag, die meisten Pendler sitzen bereits an ihrem Arbeitsplatz, Schüler sind in den Sommerferien nur vereinzelt unterwegs. Eigentlich könnte es entspannt sein. Doch dann ertönt ein Satz, der die Fahrgäste aufhorchen lässt: "Die Fahrscheine bitte!" Es folgen Kopfschütteln, Rascheln von Taschen, ein Fahrgast rollt sogar mit den Augen, als die drei Kontrolleure von Platz zu Platz gehen.

Plötzlich erregt eine Szene nahe des Ausstiegs die Aufmerksamkeit der Fahrscheinprüfer: Ein Jugendlicher springt auf und will zur Tür. Jedoch erfolglos - an den Kontrolleuren kommt er nicht vorbei. Einen gültigen Fahrschein? Hat er nicht, gibt der Jugendliche zu. Das wird ihn nun 60 Euro kosten -  er kassiert einen EBE (Erhöhtes Beförderungsentgel), wie der Strafzettel für Bahnfahrer in der korrekten Bezeichnung heißt.

Sonderlich beeindruckt scheint der junge Schwarzfahrer von der Strafe allerdings nicht zu sein: Während seine Personalien aufgenommen werden, tippt er teilnahmslos auf seinem Smartphone, antwortet nur noch mit Lauten statt Wörtern auf Nachfragen.

Gegessene Fahrscheine und Pfefferspray-Attacken

Szenen wie diese gehören zum Alltag von Sebastian, Bela und Volker* (Namen von der Redaktion geändert) Sie gehören zu den insgesamt 163 Fahrscheinprüfern, die im Netz des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) im Einsatz sind.

Manche üben ihre Tätigkeit hauptberuflich aus, so wie Volker, der schon seit 20 Jahren bei den Verkehrsbetrieben arbeitet. Bela und Sebastian bessern sich durch diesen Nebenjob ihr Studentengehalt auf. Zu manchen Zeiten greift der KVV auch auf eigene Fahrer oder Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen zurück.

Unterwegs mit einem Fahrkartenkontrolleur

Die typischen Ausflüchte kennen Bela, Sebastian und Volker inzwischen aus dem Effeff. Doch so mancher blinde Passagier versucht es auch mit originellen Ausreden. "Ein Mann behauptete, er hätte seinen Fahrschein gegessen", so Bela. Ein anderer habe angegeben, seinen Fahrschein zerrissen zu haben. "Er hat dann versucht, ihn wieder zusammen zu puzzeln", lacht Sebastian. Dass es aber auch anders laufen kann, weiß er aus leidvoller Erfahrung.

Lebhaft ist ihm noch ein Fall in Erinnerung, bei dem er ein Pärchen kontrollieren wollte. "Als ihr Freund keinen Fahrschein vorzeigen konnte und abhauen wollte, hat sie mir Pfefferspray in die Augen gesprüht", schildert er. Fahrgäste hätten ihm dann geholfen. Aber: "Es hat drei Stunden gedauert, bis ich wieder einigermaßen sehen konnte", erklärt der junge Kontrolleur. Das flüchtige Pärchen wurde später von der Polizei aufgegriffen und kassierte eine Anzeige wegen Körperverletzung.

Richtiges Ticket, aber die falsche Bahn

Fälle wie dieser seien aber die absolute Ausnahme. Die meisten Gäste würden sich gelassen bis freundlich zeigen. So mancher bittet die Kontrolleure sogar um Hilfe. Wie eine ältere Dame, die mit ihrem Enkel an diesem Freitag unterwegs ist. Sie wollte eigentlich nach Jöhlingen, ist aber in eine Bahn der Linie S5 gestiegen. Ein Mitarbeiter der deutschen Bahn habe ihr diese Auskunft erteilt. Jetzt sitzt sie in der falschen Bahn - und das mit einem Ticket, das für eine fixe Strecke bezahlt ist.

Kontrolleur Bela gibt Hilfestellung. Ein 60-Euro-Ticket fürs Schwarzfahren muss er ihr zwar ausstellen, gibt ihr aber den Tipp, sich mit dem Kundencenter in Verbindung zu setzen. Eventuell könne von der Zahlung abgesehen werden. Im Anschluss erklärt er noch, wie die Frau von der nächsten Haltestelle nach Jöhlingen kommt. Dass sie keine Leistung erschleichen wollte, glaubt er ihr. "Man bekommt mit der Zeit ein Gefühl dafür, wer einen anlügt und wer nicht."

Mit all jenen, die auf gut Glück ohne Ticket zusteigen, haben die Kontrolleure weder Verständnis noch Mitleid. "Es gibt bei uns keine Ausreden", macht Volker klar. Nach rund zwei Stunden haben die drei Kontrolleure ihre Tour beendet. Fazit: 14 Personen erwischten die Kontrolleure ohne gültiges Ticket, 180 Euro Strafe wurden gleich in bar bezahlt, eine Scoolcart wurde eingezogen. Jetzt heißt es für Bela, Sebastian und Volker Pause machen - bis zum nächsten Mal.

Hintergrund bei ka-news:

Ohne gültigen Fahrschein unterwegs zu sein, ist mehr als eine Lappalie. Im Gegensatz zum Falschparken, welches eine Ordnungswidrigkeit darstellt, ist das Erschleichung von Leistungen, umgangssprachlich auch Schwarzfahren genannt, eine Straftat. Der Karlsruher Verkehrsverbund berichtet von 1,4 Prozent Schwarzfahrern.

In den meisten Fällen kommt der Schwarzfahrer mit einem erhöhten Beförderungsgeld von 60 Euro davon. Fällt ein Fahrgast aber mehrfach durch Schwarzfahren auf, sind auch härtere Konsequenzen möglich. Das Strafgesetzbuch sieht für das Erschleichen von Leistungen neben Geldstrafen oder gar eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr vor.

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  •   malerdoerfler
    (5842 Beiträge)

    04.10.2016 14:54 Uhr
    Komisch
    Von uns wird bei jeder Grippewelle oder Weichenstellung um Verständnis gebeten.
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  •   malerdoerfler
    (5842 Beiträge)

    04.10.2016 14:51 Uhr
    Scoolcard
    Es heißt Scoolcard.
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  •   malerdoerfler
    (5842 Beiträge)

    04.10.2016 14:50 Uhr
    Scoolcard
    Es heißt Scoolcrad.
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  •   FinnMcCool
    (207 Beiträge)

    10.10.2016 11:56 Uhr
    wirklich?
    Du bist dir sicher, dass es Scoolcrad heißt? Wenn man schon auf einen Tippfehler hinweist, dann sollte man diesen auch korrekt verbessern zwinkern
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  •   ralf
    (3671 Beiträge)

    03.10.2016 22:01 Uhr
    Ausreden-Kontrolle
    Die Ausreden-Kontrolle - Ladykracher
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  •   patrickkk
    (1326 Beiträge)

    03.10.2016 11:02 Uhr
    So ein Unsinn
    Fragt mal einen Kontrolleur wo deine Bahn bleibt... Frag ihn weshalb die Bahn in der ihr beide seid 5 min zu spät fährt... Fragt ihn weshalb die Ticketpreise beinahe jährlich steigen, ohne dass der Service auch nur gleich bleibt...

    Ihr bekommt jede menge Ausreden, versprochen.
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  •   EllyKawuppke
    (73 Beiträge)

    02.10.2016 18:53 Uhr
    Wer keinen Schlüssel hat
    kann auch kein Auto fahren, so einfach ist das! Was muss man/frau da rumeiern oder Ausreden suchen, wer kein Fahrschein hat bekommt Ärger, ist doch in Ordnung! Das erwarte ich sogar als bezahlender Mitfahrer. Wenn wirklich jemand dann noch einen triftigen Grund haben sollte, dann muss er halt dafür was tun, nämlich zum Kundenzentrum und vorstellig werden
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11475 Beiträge)

    02.10.2016 19:11 Uhr
    Autofahren ohne Schlüssel geht auf alle Fälle:
    es ziehen genügend "Facgkräfte" umher, die das belegen könnten!
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11475 Beiträge)

    02.10.2016 19:11 Uhr
    sollte
    "Fachkräfte" heißen...
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  •   EllyKawuppke
    (73 Beiträge)

    02.10.2016 21:39 Uhr
    Ja genau, die wissen dann aber definitiv
    dass sie was Unrechtes tun und dafür in den Knast kommen könnten, aber Schwarzfahren wird oft noch als Kavaliersdelikt belächelt
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