17 Auslaufflächen kann die Stadt Karlsruhe den Vierbeinern bieten. Eine weitere soll nun hinzukommen beziehungsweise eingezäunt werden. Das Problem: Die Suche nach einer neuen Fläche unterliegt strengen Kriterien wie beispielsweise dem Flächenzuschnitt und Lärmbelästigung.

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Stück für Stück schieden nach eingehender Prüfung immer mehr von den ursprünglich 25 Flächen aus. Zuletzt traf es die Hildapromenade. Hier war nach nur wenigen Monaten "Hundewiese" dann plötzlich Schluss. Nun werden dem Gemeinderat am kommenden Dienstag zwei weitere mögliche "Hundezonen" von der Stadtverwaltung als Alternative vorgeschlagen: Einer hinter der Karlsruher Musikhochschule, ein weiterer an der Günther-Klotz-Anlage.

Hundebellen zu laut für Hochschul-Studierende

Die am Schloss Gottesaue vorhandene Hundeauslauffläche mit einer Größe von 2.300 Quadratmetern befindet sich zwischen den Gebäuden "Fany-Solter-Haus/Römerbau" und dem Kulturareal Alter Schlachthof.

Die Geplante Hundeauslauffläche am Gottesauer Schloss
Die Geplante Hundeauslauffläche am Gottesauer Schloss | Bild: Screenshot@googlemaps

Das Problem: laut einem Gutachten der Stadt Karlsruhe werden die zulässigen Geräuschimmissionen "in Anlehnung an die Freizeitlärmrichtlinie" sowohl an Werktagen als auch an Sonn- und Feiertagen überschritten - ausgelöst, vom alltäglichen Hundebellen.

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Viel zu laut für die daneben befindliche Musikhochschule, die sich seit Ende der achtziger Jahre im Schloss Gottesaue befindet. Zumindest teilt dies die Hochschule nach Ende der Testphase in einem Schreiben mit, welches in der Beschlussvorlage der Stadt abgedruckt wird.

Auslauffläche an Musikhochschule kommt nicht infrage

"Im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss befinden sich ausschließlich Übungsräume, die alle mit einem Flügel ausgestattet sind und zum Üben unterschiedlicher Instrumente genutzt werden. Vor allem zwischen 8 Uhr und 20 Uhr sind die Räume voll ausgelastet. Die Fenster können geöffnet werden und werden - vor allem, aber nicht nur - im Sommer regelmäßig, teilweise auch über große Zeiträume hinweg genutzt“, heißt es. 

Schloss Gottesaue, Hochschule für Musik Karlsruhe
Die Hochschule für Musik zeigte sich gegenüber den Plänen für die Hundewiese nicht begeistert. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Darüber hinaus weist die Musikhochschule darauf hin, dass neben Klavier vor allem Streichinstrumente geübt werden würden und dass die "bei Streichinstrumenten entstehenden Frequenzen von Hunden nicht immer gut vertragen werden." Die Auslauffläche in der Oststadt scheint damit endgültig vom Tisch zu sein.

Günther-Klotz-Anlage erfüllt Voraussetzungen

Eine Alternative, die von der CDU-Fraktion vorgeschlagen wurde, bietet deine Grünfläche in der Günther-Klotz-Anlage an. Genauer gesagt, zwischen der Alb und der Südtangente. Hier könnten Hunde künftig ohne Leine auf einer eingezäunten Wiese herumtollen.

Geplante Hundeauslauffläche in der Günther-Klotz-Anlage. (Die tatsächliche Abgrenzung der Hundewiese zur restlichen Parkanlage kann ...
Geplante Hundeauslauffläche in der Günther-Klotz-Anlage. (Die tatsächliche Abgrenzung der Hundewiese zur restlichen Parkanlage kann abweichen!) | Bild: screenshot@googlemaps

Dafür sprechen laut der Beschlussvorlage der Stadt unter anderem, dass sich vor Ort "keine geschützten Lebensraumtypen, keine naturschutzrelevanten Bereiche wie FFH-Mähwiesen oder geschützte Biotope befinden." Ebenso positiv: Es müssten nur geringe Eingriffe ins Grüne vorgenommen werden - anders als beim Gottesauer Schloss. 

Stadt sieht "keine Bedenken"

Des Weiteren würden die Ufer der Alb unangetastet bleiben, da die Fläche jenseits des Weges durch einen Zaun klar abgegrenzt werden würde. "Somit bestehen keine Bedenken gegen die Einzäunung als Hundeauslauffläche", heißt es in der Beschlussvorlage abschließend.

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Ob aber die Hundewiese tatsächlich von der Hildapromenade in die Günther-Klotz-Anlage wechselt, bleibt abzuwarten. Zunächst steht noch die Abstimmung des Gemeinderates an. Sobald das Ergebnis der Abstimmung vorliegt, wird der Artikel aktualisiert. 

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