Wer die Werte vom Abwasserorakel von Karlsruhe betrachtet, der erkennt: Die Corona-Kurve geht aktuell wieder steil nach oben. Tatsächlich haben die Zahlen wieder dasselbe Niveau erreicht wie im Februar / März

Noch keine Überlastung

"Damals sind die Systeme bei den Zahlen in die Knie gegangen. Wir müssen auch jetzt damit rechnen, dass die Dunkelziffer eigentlich dreimal so hoch ist", stellt der OB zu Beginn der Pressekonferenz am Freitag fest. Der Unterschied: Bislang seien noch keine Überlastung in den Kliniken festzustellen. Dort sollen sich zirka 30 bis 45 Personen wegen Corona in Behandlung befinden. Vier davon bräuchten intensivmedizinische Betreuung. 

Oberbürgermeister Frank Mentrup signalisiert gegenüber ka-news.de seine Bereitschaft Geflüchtete aus Afghanistan aufzunehmen.
Oberbürgermeister Frank Mentrup auf einer Pressekonferenz. | Bild: Carsten Kitter

Dennoch, so sagt Mentrup, stehen aufgrund von Krankheit, Urlaub und sonstigen Faktoren rund 200 Pflegekräfte nicht zur Verfügung.

Influenza Welle kommt zurück

In anderen Firmen soll es ebenfalls immer mehr ausfallende Mitarbeiter geben. Die Stadtverwaltung sei da keine Ausnahme. "Es kann sein, dass wir bestimmte Dienstleistungen etwas einschränken müssen", sagt Mentrup. Aktuell fallen rund 133 Angestellte bei der Stadt aus.

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Die Stadt hat ebenfalls mit Personalausfällen zu kämpfen. | Bild: Julia Wessinger

Gedanken um einen Notfallplan möchte sich der OB jetzt jedoch noch nicht machen. "Ich sehe noch keinen Bedarf an Notfallplänen. Aber es sollte sich jeder damit auseinandersetzen, was er machen kann, um sich nicht zu infizieren." Dazu gehören: Mehr Homeoffice und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Innenraum. 

Die Forderung der FDP, die Quarantänezeit von fünf auf drei Tage zu verkürzen, lehnt er aber ab. "Die meisten lassen sich dann trotzdem eine Woche lang krankschreiben", sagt Mentrup.

Dennoch gibt der Rathauschef zu, dass er "etwas Bammel" vor der kalten Jahreszeit hat. Allerdings nicht ausschließlich wegen Corona, sondern auch wegen der Grippe. 

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"Auf der Südhalbkugel ist aktuell Winter und dort gibt es eine Influenza-Welle, die heftiger ist als sonst. Wir gehen davon aus, dass wir uns ebenfalls auf so eine Grippewelle einstellen müssen", so Mentrup. Darum mache es auch Sinn, in diesem Jahr erneut auf eine Doppel-Impfung zurückzugreifen.