Karlsruhe Karlsruher #digiTALK: Always On - wie Digitalisierung unser Leben verändert

Smartphones haben unser Leben von Grund auf verändert und sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Sowohl im Privat- als auch im Berufsleben sind die digitalen Helfer zum ständigen Begleiter geworden. Im Zeitalter der Digitalisierung verschwimmt die Grenze zwischen Leben und Arbeit zunehmend - aber wie ist diese Entwicklung zu beurteilen? Um diese Frage geht es beim vierten Karlsruher #digiTALK am Dienstag, 19. April.

"Always on? Wie die Digitalisierung die Grenze zwischen Leben & Arbeiten neu definiert" - unter dieser Überschrift gehen drei Referenten aus Forschung, Beratung und Marketing der Frage nach den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt nach. Einer von ihnen ist Frank Widmayer, Organisationsarchitekt und Berater.

"In der Wahrnehmung vieler Menschen gibt es keine klare Grenze mehr zwischen Leben und Arbeit", sagt Frank Widmayer, "und für viele ist die Trennung eher problematisch, denn sie erzeugt immer ein Mangelgefühl. Man hat dann entweder zu wenig Zeit für das Eine oder das Andere. Es geht vielmehr insgesamt um eine sinnvolle Gestaltung des Lebens in einer gesunden Balance aller Lebensbereiche."

Digitalisierung ist keine Gefahr

Für Widmayer liegen die Vorteile der Digitalisierung klar auf der Hand: "Die durch die Digitalisierung mögliche Vernetzung schafft kollaborative Netzwerke, die wir zum Wohle aller nutzen können. Die Machtverhältnisse verschieben sich, wenn wir die digitale Kompetenz erhöhen und konsequent für die Verbesserung der Lebensumstände nutzen. Im Unternehmenskontext werden Plattformen aufgebaut, die intern und extern ebenfalls eine Vernetzung ermöglichen, die neue Produktivitätsvorteile schafft. Die Nachteile entstehen genau dann, wenn wir die Digitalisierung als Gefahr verstehen."

Ähnlich beurteilt Barbara Przeklasa das Smartphone-Zeitalter: "Der Umgang mit Smartphone und Tablet wird immer selbstverständlicher und das wird natürlich auch das Arbeitsleben von morgen prägen", so die Marketing-Managerin des Ettlinger Unternehmens esentri.

"Ein Arbeitsplatz mit einem festen Rechner wird es irgendwann wohl nicht mehr geben und das Thema ortsunabhängiges Arbeiten wird dann aus den Kinderschuhen herausgewachsen sein. Spannend finde ich auch, wie das Thema Share Economy weiter Einfluss auf unser Leben und unsere Arbeit nehmen wird."

Wie viel "on" ist überhaupt gut für mich?

Nachteile oder "Gefahren" sieht die Marketingmanagerin im eigenen Umgang mit der neuen Freiheit: Wie organisiere ich mich, wie gehe ich mit der Beschleunigung im Alltag um und wie viel "on" ist überhaupt gut für mich? "Das ist von Person zu Person sehr zu unterschiedlich, daher finde ich es wichtig, ehrlich in sich reinzuhören und ein gesundes Maß für sich persönlich zu finden", so Przeklasa.

Für Stefan Rief gibt es keine klare Grenze zwischen Leben und Arbeit: "Die Grenze verläuft bei jedem anders. Ich halte es für entscheidend, dass jeder seine Grenzen für sich ausprobiert, damit experimentiert und dann einen positiven Weg für sich selbst entwickelt. Dieser „Grenzverlauf“ muss aber nicht dauerhaft festgelegt sein, sondern kann sich verändern. Ich selbst bin nicht 'always on' – das ist auch nicht erforderlich."

Für das Arbeitsleben der Zukunft sieht er zahlreiche Chancen: "Wir werden immer mehr in agilen Team arbeiten, d.h. weniger in Linienfunktionen als in sich immer wieder neu formierenden Projektteams. Projektarbeit wird in meiner Einschätzung eher die „normale“ Arbeit sein – auch in Unternehmen – nicht nur für Freelancer. Gleichzeitig werden wir hochflexible und dynamische veränderliche Formen der persönlichen Arbeitsorganisation erleben im Hinblick auf Zeit, aber vor allem auf Ort."
 

Diskutieren Sie mit!

Always On oder doch lieber auch mal Off? Live diskutiert wird über dieses Thema am Dienstag, 19. April, ab 19 Uhr in der Karlshochschule. Mit dabei sind Barbara Przeklasa, Marketing-Managerin beim Ettlinger Unternehmen esentri, der Organisationsarchitekt und Berater Frank Widmayer sowie Stefan Rief, Leiter des Projektes "Workspace Innovation" am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation.

digiTALK ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH, der Karlshochschule, ka-news und weiteren Akteuren aus Karlsruhe. Die Veranstaltungsreihe digiTALK setzt sich mit Themen der digitalen Welt von morgen auseinander und rückt gezielt Diskussion und Austausch in den Mittelpunkt. Kostenfreie Anmeldungen sind online über bit.ly/digitalkKA4 möglich.

Weitere Informationen unter www.digitalk-karlsruhe.de und auf Twitter unter #digitalkKA

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#digiTALK Karlsruhe: Plattform für digitale Gesellschaft und Netzkultur:


Der #digiTALK verbindet Talk die analoge und digitale Welt, indem er einen neutralen "dritten Ort" schafft, in dem sich die Akteure der digitalen Welt vernetzen können und gemeinsam aktuelle und relevante gesellschaftliche Themen diskutieren. Mit einem umfassenden Ansatz thematisiert #digiTALK das Digitale als neue soziale Sphäre und fragt nach den Auswirkungen der Digitalisierung auf die verschiedenen Bereiche unseres Lebens.

Die Themen sind bewusst kontrovers und teils provokant und verstehen sich als spezifischer Karlsruher Beitrag zu aktuellen Debatten und Themen wie "Liefergesellschaft", "Smart Data", "E-Government und Open Data", "Sharing Economy", "Gründerkultur" oder "Digitales Wissen".
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#digiTALK ist der digitale Stammtisch der Stadt. Die Veranstaltung ist keine reine Expertenveranstaltung, sondern ein offener Raum mit einem niederschwelligem Angebot für alle, die sich in Karlsruhe über Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Lebenswelt austauschen wollen.

#digiTALK ist diskursorientiert. Ziel ist nicht die Präsentation von Produkten oder unkritischen Positionen, sondern die spannungsreiche Konfrontation von widersprüchlichen Perspektiven auf ein gemeinsames Thema. Dabei treffen Speaker aus Karlsruher Unternehmen, Startups, Forschungseinrichtungen, Vereinen oder Kultureinrichtungen auf den Blick von außen.

Der nächste Talk findet am Dienstag, 2. Juli, in der Karlshochschule, Karlstraße 36-38, statt. Der Eintritt ist frei.

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